Im neuen Wahrzeichen von Konstanz steckt viel Schweizer Präzision
In Konstanz entsteht eine architektonische Landmarke: In der grössten Stadt am Bodensee öffnet zu Pfingsten ein monumentales 360°-Panorama des Künstlers Yadegar Asisi zum mittelalterlichen Konstanzer Konzil. Beim Bau des über 50 Meter hohen zylindrischen Holz-Hybridgebäudes spielte die Gossauer Holzbaufirma Blumer Lehmann eine tragende Rolle.
Im Konstanzer Stadtteil Petershausen liegt das an den Seerhein grenzende Europa-Quartier. Was früher eine unansehnliche Brachfläche im Schatten der Schänzlebrücke war, zeigt sich heute als architektonisch wohl spannendster Ort der Konzilstadt. Seit einigen Jahren wird hier fleissig gebaut. Geplant ist nichts weniger als ein neues, attraktives Stadtquartier, das Platz für ein Gesundheitszentrum, Handel, Gewerbe, Gastronomie und Wohnen bieten soll. Fertig sind bereits der Fernbusbahnhof und Mobilpunkt sowie das neue Parkhaus, das sich momentan aber noch verwaist zeigt. Das soll sich spätestens ab Pfingsten ändern. Denn dann öffnet in unmittelbarer Nachbarschaft das Panorama Konstanz seine Türen. Die 360°-Panorama-Installation des Berliner Künstlers Yadegar Asisi wird das mittelalterliche Konstanzer Konzil immersiv in einem einzigartigen Ausstellungsgebäude präsentieren – einem der grössten Holz-Hybrid-Bauten Baden-Württembergs.
Bauherrin ist die privatwirtschaftliche Gesellschaft Panorama Konstanz GmbH & Co. KG, an deren Spitze der Unternehmer Wolfgang Scheidtweiler steht. Die Gesellschaft hat das Grundstück von der Stadt Konstanz für zunächst 30 Jahre in Erbpacht übernommen und wird das Panorama in Eigenregie betreiben. Entworfen hat den Sonderbau das renommierte Architekturbüro Sauerbruch Hutton aus Berlin.
Konstanz' Moment in der Weltgeschichte
Für den Projektleiter und Geschäftsführer Johannes Schweizer ist es das zweite Asisi-Panorama, an dem er beteiligt ist. «Wir haben 2014 das Technikdenkmal Gasometer in Pforzheim umgebaut», erzählt er.«Yadegar Asisi kam dann nach einem gemeinsamen Besuch der Konzilfeierlichkeiten im selben Jahr auf uns zu mit der Idee eines Panoramas zu Konstanz.» Das neue Panorama dreht sich um das Konzil, das 1414 bis 1418 in Konstanz stattfand - ein bedeutendes Kapitel der abendländischen Religionsgeschichte. Damals wurde die Kirchenspaltung durch die Wahl eines neuen Papstes überwunden. Solche historischen Wendemarken hat Yadegar Asisi bereits in den Panoramen Rom 312 (Christentum wird Staatsreligion) und Wittenberg 1517 aufgegriffen (Beginn der Reformation). Konstanz wird nun das thematische Bindeglied bilden.
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