09:11 BAUPRAXIS

Kaffee unter der Bambus-Kuppel in Vinh

Teaserbild-Quelle: Vo Trong Nghia

Eine Kuppel aus kunstvollem Bambusgeflecht spannt sich über das Café Nocenco im Herzen von Vinh, einer Stadt mit rund einer halben Million Einwohner an der Küste im Norden Vietnams. Das spektakuläre Innere des Cafés ist ein Werk des Büros Vo Trong Nhia und Teil eines Sanierungsprojektes.

Der siebenstöckige Betonbau, in dem sich das Café befindet, hatte wie die übrigen Bauten des Quartiers im Vietnamkrieg arg gelitten. Viele der zerstörten, von europäischer Architektur inspirierten Gebäude sind im Laufe der Zeit wieder hergestellt worden. Auch heute noch werden Gebäude im kolonialen Stil errichtet, so die Architekten.

Bei der Sanierung des Cafés schlugen sie einen etwas anderen Weg ein: „Der Kunde wollte die Hülle des Gebäudes beibehalten und den Bau gleichzeitig auf eine einzigartige Weise erweitern“. Somit wurde das Äussere wieder hergestellt und das Innere mit einer völlig neuen Struktur versehen.

Leichter, kostengünstiger Bambus

Da das Baumaterial aus der Region stammen sollte, setzten die Architekten auf Bambus: „Wir hatten uns einige lokale Materialien wie Ziegel oder Stein angeschaut, aber schliesslich entschieden wir uns für Bambus.“ Dies, weil Bambus in der Region leicht zugänglich sei. Auf diese Weise reduzierten sich sowohl Bauzeit als auch Budget. Überdies lasse sich das Holz aufgrund seines geringen Gewichts von wenigen Arbeitern anheben und problemlos mit einem Kran auch in die oberste Etage transportieren, so die Architekten weiter.

Damit dürfte das Gebäude zu einer Art Markenzeichen seiner Umgebung geworden sein: Das Dach besteht aus einer von Weitem sichtbaren Bambuskuppel, worunter sich auch das Café sowie ein Club befindet. Der Raum wird von zehn Bambussäulen getragen, die die vorhandene Struktur verbergen und von vier weiteren Säulen ergänzt werden. Sie sind laut den Architekten so angelegt, dass sie unterschiedliche, separate Bereiche schaffen: „Der höhlenartige Raum kann nie in seiner Gesamtheit erlebt werden, aber dafür hat man  von überall Sicht auf die umliegende Stadt.“

Zur Innenarchitektur des Jahres gekürt

Kürzlich wurde das Projekt im Rahmen des diesjährigen Architecture Masterprize zum Interior Design des Jahres gekürt. Zum Architekturdesign des Jahres erklärte die Jury das Kunstmuseum von He in der südchinesischen Provinz Guangdong aus der Feder von Tadao Ando.

Hinter dem Preis steht die internationale Farmani Group, die verschiedene Preise in den Bereichen Architektur, Design und Fotografie vergibt. (mai)

Weitere Bilder auf der Website des Preises: https://architecturprize.com/winners

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