10:07 BAUPRAXIS

Ein nachhaltiges Rezept für die Entsorgung von Asbest?

Autoren: Ben Kron (bk)
Teaserbild-Quelle: Festex AG

Seit zwei Jahren verfestigt die Solothurner Menz AG asbesthaltige Bauabfälle zu einem inerten Abfallstoff. Die Lösung: Mit einem speziellen Rezept werden die gefährlichen Fasern in Zementblöcke eingegossen, die man ohne Probleme in Endlagern entsorgen kann.

Förderband

Quelle: Festex AG

Vom Förderband (unten) werden die Säcke hochgehoben, in den Brecher entleert, dort zerkleinert, und anschliessend wird das Material mit Zement, Wasser und Zuschlagstoffen zu einem dicken Brei vermengt.

Seit 1990 sind Asbestfasern in der Schweiz verboten. Doch schon einige Jahre früher gerieten die mineralischen Fasern unter Verdacht, Krebs verursachen zu können. So gab der Bund Mitte der 1980er Jahre eine Publikation heraus, worin auf die Gefahren von Asbest in Schulhäusern und Sportanlagen hingewiesen wurde. Erste Gemeinden begannen darauf, ihre betroffenen Gebäude und Anlagen zu sanieren.

Die Menz AG im solothurnischen Luterbach gehört zu den Unternehmen, die schon damals solche Asbestsanierungen durchführten. «Wir haben vor über dreissig Jahren Methoden und Schutzkonzepte erarbeitet, in Zusammenarbeit mit dem arbeitshygienischen Institut in Neuenburg», erinnert sich Firmeninhaber Christoph Menz. «Wir arbeiteten von Anfang an mit Unterdruck, Schutzanzügen und speziellen Masken, so dass wir unsere Methoden im Laufe der Zeit nur gering-fügig anpassen mussten.»

Deponieplatz wird knapp

Gar nichts geändert hat sich lange Zeit am Umgang mit dem rückgebauten, asbesthaltigen Material: Dieses wurde und wird in Plastiksäcke verpackt und auf Deponien vom Typ E gelagert, früher Reaktordeponien genannt. Diese Art der Endlagerung bringt vor allem dann grosse Probleme mit sich, wenn die Deponie eines Tages rückgebaut werden muss. Zudem ist der Platz auf solchen E-Lagerstätten in der Schweiz begrenzt; aktuell gibt es 24 ausgewiesene Deponien.

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