14:06 BAUPRAXIS

Baumanagement: Digital schneller auf dem Laufenden

Teaserbild-Quelle: zvg

Bei grösseren Bauprojekten sind in der Regel viele Unternehmen involviert. Deshalb ist bei der Abwicklung von Gewerken ein systematischer Informationsfluss entscheidend. Dabei lässt sich das Planungs- und Baumanagement mittels digitaler Kollaboration optimieren und der Aufwand in Planungs- und Bauphasen reduzieren. Wie das geht, zeigte ein SIA-Webinar.

Bei grösseren Planungs- und Bauprojekten ist es angesichts einer Vielzahl von beteiligten Vertragsparteien und Unternehmen oft kompliziert und mühsam, die Übersicht über den gesamten Informationsfluss zu bewahren. Während der Realisierung gehen Mails mit oftmals rechtlich verbindlichem Inhalt hin und her. Dann kann es passieren, dass in der über verschiedene Kanäle anschwellenden Informationsflut Nachrichten untergehen und entscheidungsbefugte Personen nicht vollumfänglich Kenntnis haben über die aktuelle Lage ihres Projekts.

Den Informationsfluss optimieren und zugleich den administrativen Aufwand reduzieren, ist das erklärte Ziel des auf Planungs- und Baumanagementsysteme spezialisierten Unternehmens Smino. Gegen eine Lizenz können Projektverantwortliche mit einer Reihe von Lösungen die gesamte relevante Kommunikation über eine Plattform abwickeln. Ob klein oder gross, Smino eignet sich für alle Planungs- und Bauprojekte. Zu den Zielgruppen gehören alle in einem Projekt involvierten Beteiligten, wie Ämter, Projektentwickler, Bauherrenvertreter, Architekten, Fachplaner und General- und Totalunternehmen sowie Handwerkerbetriebe.

Bei einem Webinar, das der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) zusammen mit Smino, durchgeführt hat, wurde die Kollaborationsplattform vorgestellt. Titel des Webinars: Digitale Kollaboration in Planungs- und Bauprojekten. Die Vermittlung und den Austausch von Fachwissen über den digitalen Kanal will der SIA im Rahmen der Kommunikationsstrategie künftig übrigens intensiver nutzen.

Journal mit Wetterdaten

Quelle: zvg

Im Nachhinein können sich Diskussionen über bestimmte Entscheidungen wie den wetterbedingten Unterbruch von Bauarbeiten ergeben. Beim Journal sind deshalb wichtige Informationen wie die Wetterdaten hinterlegt.

Auch Subunternehmen dabei

Zentrale Bestandteile der Smino-Plattform sind das Protokollwesen, die Modell-und Planablage sowie die Aufgabenabwicklung. Ein Administrator erstellt beispielsweise zuerst eine Liste von Projekten, deren Zahl mit entsprechender Lizenz übrigens unlimitiert ist. Dazu lädt er Beteiligte ein und ordnet je nach Zuständigkeit und Verantwortlichkeit Berechtigungen zu.

Firmen und Kontaktpersonen lassen sich direkt erfassen. Kontaktangaben, die auch über eine App auf dem Smartphone abrufbar sind, werden laufend automatisch aktualisiert. Kollaborativ ausgestaltet können bei allen Modulen Schreib- und Leserechte gezielt individuell vergeben und angepasst werden, wobei die Funktionen in der Regel auch mittels Smartphones angesteuert werden können.

Sitzungsprotokolle werden oft noch mit gängigen Textverarbeitungsprogrammen erfasst und verschickt in Erwartung einer Rückmeldung, die man dann unter Umständen aber gleichwohl mehrmals anfordern muss. Zur Verwirrung beitragen kann auch, wenn mehrere Versionen eines Protokolls und den dazugehörigen Pendenzenlisten verschickt werden. Im Smino erhalten alle berechtigten Sitzungsteilnehmer automatisch eine Kopie, sodass die Informationen zu Aufgaben und Entscheiden für alle sichtbar sind und als «erledigt» oder «offen» gekennzeichnet sind.

Jede Änderung am Protokoll wird automatisch gespeichert. Für Besprechungen können Sitzungsreihen definiert werden, die eine Übersicht aller Einladungen und Aufgaben sowie der Termine enthalten. Anhänge mit Markierungen auf einem Planausschnitt zeigen auf, welche Gebäudeteile die Entscheide betreffen. Aufgaben erstellen lassen sich sowohl mittels 2-D- Plänen als auch 3-D-Modellen.

Der Einbezug möglichst vieler Beteiligter macht laut Rebecca Büsser, bei Smino verantwortlich für Marketing und Finanzen, den Vorteil der Software und der gemeinsam genutzten Plattform aus. Dabei können auch Unternehmen oder Personen ohne Lizenz in den Informationsfluss einbezogen werden, wie sie beim Webinar ausführte. Nach Zuweisung des Administrators könnte ein Subunternehmer beispielsweise die Möglichkeit erhalten, die Erledigung einer Aufgabe zu quittieren. Der Export von Daten ist zwar möglich, doch widerspricht das der Smino-Logik, dass der Informationsaustausch vor allem über die Plattform erfolgen soll. Dies ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft der papierlosen Planungs- und Bauprojekte.

Ab hier ist dieser Artikel nur noch für Abonnenten vollständig verfügbar.

Jetzt einloggen

Sie sind noch nicht Abonnent? Übersicht Abonnemente

Autoren

Redaktor Baublatt

Seine Spezialgebiete sind wirtschaftliche Zusammenhänge, die Digitalisierung von Bauverfahren sowie Produkte und Dienstleistungen von Startup-Unternehmen.

Tel. +41 44 724 78 61 E-Mail

Anzeige

Dossier

Die Flughafenregion im Fokus

Die Flughafenregion im Fokus

Die Flughafenregion Zürich (FRZ) veröffentlicht im August gemeinsam mit dem Baublatt eine Sonderausgabe. In diesem Dossier werden alle damit verbundenen Fachbeiträge sowie weitere Hintergrundartikel zum Thema gesammelt. Die Ausgabe stellt neben anderem laufende oder geplante Projekte vor und beleuchtet die aktuelle Situation der Region.

Newsletter abonnieren

Mit dem Baublatt-Newsletter erhalten Sie regelmässig relevante, unabhängige News zu aktuellen Themen der Baubranche.