07:27 BAUPRAXIS

Bahnverkehr am Jurasüdfuss voraussichtlich für mehrere Monate eingeschränkt

Teaserbild-Quelle: SBB CFF FFS

Wegen des schwierigen Grunds senkt sich der Bahndamm bei Pieterlen BE. Nachdem der Regionalverkehr zwischen Biel und Grenchen Süd seit Freitag letzter Woche eingestellt ist, will die SBB nun die für nächsten Sommer geplanten Sanierungsarbeiten vorziehen.

Bahndamm bei Pieterlen.

Quelle: SBB CFF FFS

Der Bahndamm bei Pieterlen senkt sich wegen des anspruchsvollen Grundes ab.

Konkret bedeutet dies, dass das nördliche Gleis der Strecke Biel und Grenchen Süd nicht mehr befahren werden darf. Auf dem südlichen Gleis können die Züge weiterhin unterwegs sein, aber mit reduzierter Geschwindigkeit. Ursache für die Probleme ist der anspruchsvolle Untergrund. «Es gibt Stellen, die mit Torf durchsetzt sind, und Stellen, die mit Seekreide durchsetzt sind», präzisiert Joël Casutt, Leiter Region West Überwachung I-VU der SBB. Der SBB sei dies bereits seit Jahrzehnten bekannt.

Laut Casutt hat sich die Situation in den letzten Jahren zugespitzt, der Untergrund bewegt sich. Die SBB überwacht deshalb das Gebiet seit August 2024 mit einem permanenten Messsystem. Wie Casutt erklärt, besteht dieses aus zwei Theodoliten: «Das sind Lasermessgeräte, die Zielscheiben, die wir an den Gleisen angebracht haben, halbstündlich verorten und eine sehr genaue Position sowohl längs, quer als auch horizontal herausgeben.» Anhand dieser Messungen lässt sich genau rekonstruieren, was an sich an der entsprechenden Stelle wie bewegt hat. «Unter dem Bahndamm befinden sich weiche Schichten», führt der Fachmann aus. Sie bestehen teils aus Torf, teils aus Seekreide und sind anfällig gegenüber Wetterveränderungen. «Insbesondere Seekreide kann sich bei genügend Druck sozusagen verflüssigen und dann den Boden, der auf ihr liegt, nicht mehr halten.»

Seit Sommer wird der Bahndamm täglich überprüft

Seit Sommer überprüfen Fachleute den Zustand des Bahndamms täglich vor Ort. Wie die SBB mitteilt, deuten die neusten Messresultate auf Risse im Untergrund hin. Man könne das Risiko nicht mehr verantworten und habe deshalb das betroffene Gleis gesperrt. «Die notwendigen Massnahmen erfolgen, um die Sicherheit des Bahnbetriebs jederzeit zu gewährleisten», wird Linus Looser, Mitglied der SBB-Konzernleitung und Leiter Infrastruktur, im Communiqué zitiert. Die Sicherheit von Reisenden und Mitarbeitenden habe oberste Priorität.

Wie die SBB weiter schreibt, arbeite man mit Hochdruck an einer Lösung. Dazu wird abgeklärt, ob und wie die für Sommer 2027 geplanten Sanierungsarbeiten vorgezogen werden könnten. Dabei handelt es sich um grossräumige Arbeiten, deren Planung noch nicht abgeschlossen ist. Genauere Aussagen sind gemäss SBB erst im Verlauf der nächsten Wochen möglich.(mai)


Vor allem Regionalverkehr betroffen

Von der Einschränkung des Bahnverkehrs ist vor allem der Regionalverkehr betroffen. Die Züge der S20 Biel/Bienne–Olten fallen bis auf Weiteres zwischen Biel und Grenchen Süd aus. Es verkehren Bahnersatzbusse. Die Reisezeit verlängert sich dadurch um 10 Minuten respektive um bis zu 30 Minuten bei einer Weiterreise mit dem Zug.

Die Züge des Fernverkehrs (IC51, IR56, RE56 und IC5) verkehren normal. Leichte Verspätungen sind möglich. Im Güterverkehr kann es zu Umleitungen und Verspätungen kommen. Reisende werden gebeten, den Online-Fahrplan zu konsultieren. Dieser wird laufend angepasst.(mgt)

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