Swissgrid senkt Tarife für 2027
Die Stromnetzbetreiberin Swissgrid senkt ihre Tarife für Private wie auch für Unternehmen. Dies wird möglich dank umfangreicher Massnahmen, um die Kapazitäten im Netz zu überwachen und nutzen zu können.
Quelle: Wikimedia Commons – Netpilots – eigenes Werk
Starkstromleitung der Swissgrid: Der nationale Netzbetreiber sorgt für den sicheren Betrieb und zugleich die Modernisierung und den Ausbau des Höchstspannungsnetzes.
Die Stromkonsumentinnen und -konsumenten bezahlen im Jahr 2027 weniger für die Leistungen von Swissgrid. Ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt (Verbrauch von 4500 Kilowattstunden pro Jahr) muss mit rund 54 Franken rechnen (2026: 64 Franken), was rund 4,5 Prozent der gesamten erwarteten Stromkosten des Haushalts entspricht. Unternehmen, die jährlich 90000 Kilowattstunden verbrauchen, profitieren dadurch von einer Kostenreduktion von 15,6 Prozent und zahlen nur noch 1086 Franken (2026: 1286 Franken).
Möglich wird diese Preissenkung durch umfangreiche Massnahmen, die der nationale Stromnetzbetreiber ergreift, um die Tarife senken zu können. So setzt Swissgrid sie Erlöse aus der Versteigerung der Grenzkapazitäten zu 35 Prozent tarifsenkend ein, gemäss entsprechendem Entscheid der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom.
Quelle: Kuster Frey
Massnahmen in den Bereichen Engpassmanagement und Systemdienstleistungen haben unter anderem die Tarifsenkung möglich gemacht.
Netz optimal nutzen
Weiter hat Swissgrid Massnahmen in den Bereichen Engpassmanagement und Systemdienstleistungen ergriffen, die zu tieferen Kosten und damit auch Tarifen führen: Beim Tarif Netznutzung senkte Swissgrid die Kosten beispielsweise dank dem Einsatz von Dynamic Line Rating. Dabei handelt es sich um ein Überwachungssystem, das die Belastbarkeit von Stromleitungen abhängig von den Wetterbedingungen in Echtzeit ermittelt.
Dank diesem System kann Swissgrid Kapazität der Leitungen dynamisch anpassen das bestehende Netz optimal nutzen. So können Engpässe und damit der Einsatz von kostspieligen Eingriffen in den Kraftwerksbetrieb vermieden werden. Im Bereich Systemdienstleistungen zeigen die Massnahmen zur Effizienzsteigerung ebenfalls Wirkung: So wurde etwa die Teilnahme für neue Akteure wie Batteriespeicher oder gebündelte kleinere Anlagen am Markt erleichtert. Dies vergrössert das Angebot für die Vorhaltung von Regelleistung und dämpft die Kosten. (SDA/bk)