07:08 BAUBRANCHE

Zürich will 330 Millionen Franken in die Fernwärme investieren

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Der Zürcher Gemeinderat hat am Mittwoch 330 Millionen Franken für den Ausbau der Fernwärme gesprochen. Damit sollen die Quartiere Wipkingen, Oberstrass, Unterstrass, Aussersihl sowie die Gebiete Guggach und Sihlquai ans Fernwärmenetz angeschlossen werden. Das letzte Wort hat im November das Volk.

Microtunneling für Erweiterung der Fernwärmeversorgung Zürich

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Aufnahme von Juni 2020: Für die Sicherstellung der Fernwärmeversorgung von Zürich-West wurde zwischen der Gerstenstrasse und der Kaverne Strickhof ein neuer, über zwei Kilometer langer Microtunnel erstellt. (Symbolbild)

Der Ausbau ist etappenweise auf die Jahre 2022 bis 2040 geplant, wie aus der stadträtlichen Vorlage hervorgeht. Durch die Erweiterung lassen sich 36'000 Tonnen CO2 jährlich einsparen. Die Fernwärme, die bei der Verbrennung des Kehrichts ohnehin entsteht, wird mithelfen, dass die Stadt Zürich spätestens 2050 nur noch eine Tonne CO2 pro Einwohner und pro Jahr ausstösst. Die Vorlage wurde mit 102 zu 17 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. 

GLP wollte Laufzeit verkürzen 

Die GLP stellte im Vorfeld den Antrag, den Rahmenkredit zu reduzieren und die Laufzeit auf 2030 festzulegen. Die Fernwärme sei ein offensichtliches Mittel zur Erreichung der Umweltziele, sagte ihr Sprecher. «Aber wir wollen nicht, dass der Stadtrat auf 20 Jahre plant ohne die Möglichkeit zum Marschhalt oder zu Anpassungen.» 

Rot-Grün liess diesen Einwand allerdings nicht gelten, das etappenweise Vorgehen erlaube solche Anpassungen. Das sah auch Tiefbauvorsteher Richard Wolff (AL) so. Der Rahmenkredit dürfe zudem nicht unterteilt werden, der Stimmbürgerschaft müsse die Gesamtsumme unterbreitet werden. Der Änderungsantrag der GLP wurde mit 78 zu 42 Stimmen abgelehnt. 

Fernwärme ist «Dinosauriertechnologie» 

Die SVP stellte sich generell gegen den Fernwärmeausbau. So bestehe mit dem Stromnetz bereits eine Infrastruktur zur Energieverteilung. Zudem sei Fernwärme eine «Dinosauriertechnologie», sagte ihr Sprecher. «Es ist ein zentralistisches Gebilde, das an die kommunistischen Staaten erinnert.» 

Wolff konterte, die Energie aus der Abfallverbrennung erst in Strom umzuwandeln, um diesen dann in Wärme zu verwandeln, bedeutete gleich zweimal einen Energieverlust. Dazu sei die Technologie noch immer modern, moderner wäre nur, keinen Abfall mehr zu produzieren.

Selbst wenn der Abfall ausginge, könnte das Fernwärmesystem mit anderen Materialien gespeist werden. «Das Leitungsnetz ist nicht abhängig davon, wie die Wärme produziert wird.» (sda) 

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