Zürich: Gelockerter Ortsbildschutz macht Weg frei für 4000 Wohnungen
Nachdem der Bundesrat die Verordnung zum Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) angepasst hat, können in der Stadt Zürich nun 4000 Wohnungen realisiert werden. Dies berichtete das "Regionaljournal Zürich-Schaffhausen" von Radio SRF.
Für die Stadt Zürich bedeutet der bundesrätliche Entscheid laut Martin Schneider, stellvertretender Direktor des Amts für Städtebau, eine grosse Erleiichterung. "Der Entscheid ist für uns ein ganz wichtiger Durchbruch", so Schneider gegenüber dem Regionaljournal. Es handle sich um die Lösung für ein Problem, das viel Mühe gekostet habe.
In der Vergangenheit hatte die strenge Anwendung des ISOS dazu geführt, dass in Zürich viele Bauvorhaben blockiert gewesen sind. Wie Schneider erklärte, galt das Inventar nicht nur für historische Plätze und Gebäude, sondern für drei Viertel der gesamten Stadtfläche. Selbst kleine Vorhaben wie der Bau einer Tiefgarage oder einer Solaranlage boten Angriffsfläche für Rekurse. Betroffen gewesen sind auch viele genossenschaftliche und damit preisgünstige Wohnungen, die in der Stadt dringend benötigt werden.
Neuen Schub für stockenden Wohungsbau?
Um den stockenden Wohnungsbau und die Verdichtung nach innen zu fördern, passte der Bundesrat die Verordnung nun an. Die neuen Bestimmungen sollen laut Bund die Planungs- und Bewilligungsverfahren vereinfachen und beschleunigen, ohne dabei den Schutz der Ortsbilder unverhältnismässig einzuschränken.
Die revidierten Vorgaben treten am 1. November 2026 in Kraft. In Zürich können Baugesuche ab diesem Datum nach den neuen Regeln eingereicht werden. Die Stadt rechnet damit, dass viele Projekte künftig ohne die bisherigen massiven Einschränkungen innerhalb von einem halben bis ganzen Jahr bewilligt werden können. (sda/mai)