15:08 BAUBRANCHE

Willerzell: Längste Holzbrücke der Welt über den Sihlsee?

Teaserbild-Quelle: zvg

Der Viadukt über den Sihlsee zwischen den Schwyzer Ortschaften Willerzell und Einsiedeln muss für teures Geld saniert oder aber abgerissen werden. Jetzt hat ein einheimischer Ingenieur die Idee einer Holzbrücke ins Spiel gebracht. Mit etwas mehr als 1,2 Kilometern Länge wäre sie die längste Holzbrücke der Welt.

Der Willerzeller Viadukt ist der längere von zwei Viadukten, die über den Sihlsee im Kanton Schwyz führen. Nun ist die 1115 Meter lange Stahl-Beton-Konstruktion in die Jahre gekommen. Ein Abbruch steht im Raum. Dagegen wehren sich jedoch die Willerzeller und bringen nun eine Alternative ins Spiel, wie die NZZ berichtet. Demnach schlägt der ortsansässige Ingenieur Edgar Kälin vor, neben dem Viadukt eine Holzbrücke zu realisieren. Sie wäre etwas mehr als 1,2 Kilometer lang und damit die längste Holzbrücke der Welt. Ausserdem soll sie Energie liefern, indem sie vom Elektrizitätswerk des Kantons Zürich mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet wird. Die Kosten würden sich laut Kälin auf 10,5 Millionen Franken belaufen und von Privaten getragen werden. Eine Fachgruppe, die der Schwyzer Regierungsrat Anfang Juli eingesetzt hat, wird nun diese und weitere Varianten prüfen.

Schwyzer wollen Viadukt nicht übernehmen

Dass der Willerzeller Viadukt in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt ist, hängt mit dem Etzelwerk zusammen, das vom Sihlsee gespeist wird. Dessen Konzession ist im Mai dieses Jahres ausgelaufen. Derzeit laufen die Verhandlungen über eine Neukonzession zwischen den SBB als Konzessionsnehmer und den Kantonen Schwyz, Zürich und Zug sowie den Bezirken Einsiedeln und Höfe als Konzessionsgeber. Um den Betrieb währenddessen zu gewährleisten, ist eine Übergangskonzession in Kraft. Auch der Viadukt ist Teil der Verhandlungen. Sie SBB wollen ihr Eigentum laut NZZ bis 2022 an den Kanton Schwyz und den Bezirk Einsiedeln abgeben. Doch die wollen die Konstruktion nicht übernehmen. Das Bauwerk müsse dringend saniert und erneuert werden, was rund 86 Millionen Franken kosten würde, lautet die Begründung. Deshalb steht nun ein Abbruch im Raum. Dieser wiederum hätte unangenehme Konsequenzen für Willerzell und dessen benachbarte Ortschaften. Die Bewohner müssten dann nämlich über den Steinbach-Viadukt fahren, der 2014 durch einen Neubau ersetzt wurde – und der befindet sich am anderen Ende des Sihlsees. (mt/pd)

Hier finden Sie den kompletten NZZ-Artikel

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