12:04 BAUBRANCHE

Unia, Syna und Baukader Schweiz: Attraktivere Arbeitsbedingungen für Poliere

Teaserbild-Quelle: Skitterphoto, Pixabay, gemeinfrei

Baukader Schweiz, Unia und Syna sorgen sich um den Nachwuchs im Bauhauptgewerbe. In einem Offenen Brief an den Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) rufen sie dazu auf, den Polier-Beruf aufzuwerten. Poliere würden mit immer mehr Aufgaben betraut, gleichzeitig aber kaum entlastet.

Im Bauhauptgewerbe bestehe ein akuter Fachkräftemangel, halten sie in ihrem Offenen Brief an den Schweizerischen Baumeisterverband fest. „Schon heute fehlen Poliere im Ausmass von über zehn Prozent und in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren muss so gut wie die Hälfte der Polierstellen infolge Pensionierung neu besetzt werden. Gleichzeitig entscheiden sich immer weniger junge Menschen für einen Bauberuf.“ Nahmen im Jahr 2010 noch mehr als 1'200 junge Menschen eine Maurerausbildung in Angriff, sind es im 2019 gerade Mal noch 700 gewesen.

Die Kaderorganisation und die Gewerkschaften sehen klare Gründe für diese Entwicklung. „Die Termine auf der Baustelle werden stetig enger und der Zeitdruck nimmt zu. Dies wirkt sich auf die Gesundheit der Arbeitnehmenden, die Qualität der Arbeit und die Arbeitssicherheit aus.“ Dabei stünden die Poliere besonders unter Druck, da sie immer mehr Aufgaben erhalten, ohne dass sie entlastet werden.

Recht auf Teilzeitarbeit 

Damit sich dies ändert, braucht es laut den drei Organisationen eine Veränderung im Baustellenalltag. Damit mehr fähige Fachleute als Poliere gefunden werden können, muss der Beruf attraktiver gestaltet und die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Darüber, wie dies geschehen soll, haben sich die in Baukader, in der Syna und der Unia organisierten Poliere bereits Gedanken gemacht: Poliere sollen künftig ein Recht auf Teilzeitarbeit haben, bei der Terminplanung miteinbezogen werden und eine bezahlte Pause pro Tag erhalten.

„Gerne wollen wir gemeinsam mit dem Schweizerischen Baumeisterverband diese Fragen anpacken.“ Dank attraktiveren Arbeitsbedingungen sollen „Poliere ihre Führungsaufgabe mit Stolz und Freude ausüben“. (mai/mgt)

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