11:20 BAUBRANCHE

Sika vor erster Bewährungsprobe nach der Akquisitionsphase

Teaserbild-Quelle: zvg

Der Bauchemiekonzern Sika wird kommenden Dienstag die Umsatzzahlen für das Geschäftsjahr 2025 vorlegen. Es ist ein Termin mit Signalwirkung: Erstmals seit mehreren Jahren rechnen Analysten damit, dass die Verkäufe zurückgehen werden.

Besonders im Fokus steht das organische Wachstum – also das Wachstum aus eigener Kraft, bereinigt um Zukäufe und Währungseinflüsse. Dieses war zuletzt rückläufig. Denn nach einer Phase kräftiger Expansion – getragen von den Grossakquisitionen Parex im Jahr 2019 und insbesondere MBCC im Jahr 2023 – fällt dieser Rückenwind nun weg.

Es waren die zwei bedeutendsten Zukäufe in Sikas Geschichte. Sie haben nicht nur das Portfolio und die Marktabdeckung des Unternehmens erweitert, sondern auch den Umsatz um rund 30 Prozent anschwellen lassen. Die Integration von MBCC ist mittlerweile weit fortgeschritten gilt als weitgehend abgeschlossen.

Schwache Baumärkte und Stellenabbau

Doch das Marktumfeld hat sich seither spürbar eingetrübt. Besonders belastend wirken die schwachen Baumärkte, allen voran in China. Dort leidet der Bausektor weiterhin unter der anhaltenden Immobilienkrise, was sich auch in der Nachfrage nach Bauchemie niederschlägt.

Sika hat auf die veränderten Rahmenbedingungen mit einem Stellenabbau reagiert: Werden weltweit bis zu 1500 Arbeitsplätze abgebaut, ein grosser Teil davon im Reich der Mitte.

Zusätzlichen Gegenwind bringt der starke Schweizer Franken. Als global tätiger Konzern erzielt Sika den Grossteil der Umsätze im Ausland, was die in Franken ausgewiesenen Erlöse bei einer starken Landeswährung schmälert. Auch 2025 dürfte der Währungseffekt die Umsatzentwicklung spürbar belasten.

Umsatzbericht als Gradmesser

Der Umsatzbericht vom Dienstag dürfte daher weniger als Anlass für Euphorie dienen, sondern vielmehr als Gradmesser dafür, wie gut Sika den Übergang von akquisitionsgetriebenem Wachstum zu einer Phase mit schwierigeren Märkten meistert. Analysten verweisen hier auf die strukturellen Stärken des Konzerns: eine breite geografische Präsenz, starke Marktpositionen und eine hohe Innovationskraft.

Sika ist der breiten Öffentlichkeit nicht zuletzt durch einen der spektakulärsten Übernahmekämpfe der Schweizer Wirtschaftsgeschichte bekannt. Der Bauchemiekonzern aus Baar wehrte sich zwischen 2014 und 2018 erfolgreich gegen eine feindliche Übernahme durch den französischen Baustoffriesen Saint-Gobain und bewahrte damit seine Unabhängigkeit. (awp sda)

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