Salärstudie: Ingenieurlöhne steigen auf 126'666 Franken
Schweizer Ingenieure und Architekten verdienen 2026 im Median 126'666 Franken – rund 4'600 Franken mehr als im Vorjahr. Das zeigt die Salärstudie 2026/27 von Swiss Engineering. Ein Spezialteil widmet sich zudem der Nachwuchsförderung: Nur die Hälfte der Unternehmen gilt den Befragten zufolge als attraktiv genug für junge Fachkräfte.
Wie Swiss Engineering am Dienstag mitteilte, bringt die diesjährige Salärstudie neben den Lohnzahlen auch einen Spezialteil zur Nachwuchsförderung: Gefragt wurde, wie gut es Schweizer Unternehmen gelingt, junge Fachkräfte zu gewinnen und auf den Berufseinstieg vorzubereiten. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: das Bildungssystem erhält gute Noten, bei der Praxisnähe und der Attraktivität einzelner Branchen sehen die Befragten aber Verbesserungsbedarf.
Gute Noten für Bildungssystem
Insgesamt 2'094 Ingenieure und Architekten aus der ganzen Schweiz nahmen gemäss Mitteilung an der Erhebung teil. Nachwuchsförderung hat für viele Unternehmen einen hohen Stellenwert: 53 Prozent der Befragten beurteilen das Thema in ihrem eigenen Unternehmen als eher oder stark relevant, bei Unternehmen mit mehr als 1'000 Mitarbeitenden sind es sogar 61 Prozent.
Grundsätzlich stellen die Befragten dem Schweizer Bildungssystem ein gutes Zeugnis aus: 70 Prozent beurteilen die bestehenden Bildungswege als eher oder sehr gut. Bei der Nachwuchsgewinnung setzen die Unternehmen auf unterschiedliche Wege – die Berufslehre spielt mit 58 Prozent die wichtigste Rolle, gefolgt von Fachhochschulen mit 52 Prozent und Universitäten mit 42 Prozent.
Auch die Kompetenzen der Berufseinsteigenden werden in vielen Bereichen positiv beurteilt. Besonders gut schneiden die digitalen Kompetenzen ab: 74 Prozent bewerten sie als eher oder sehr gut. Positiv beurteilt werden zudem Teamfähigkeit und Fachwissen. Kritischer sehen die Befragten dagegen die Praxiserfahrung und die Kundenorientierung. In der offenen Befragung werde ein stärkerer Praxisbezug entsprechend häufig als Verbesserungsmöglichkeit der Ausbildung genannt.
Auch Unternehmen sind gefordert
Die Ergebnisse zeigen gemäss Swiss Engineering aber auch Handlungsbedarf auf Seiten der Arbeitgeber: Nur die Hälfte der Befragten beurteilt die eigene Branche als attraktiv für junge Fachkräfte. Besonders gut schneiden die Informatik sowie die Chemie- und Pharmabranche ab, deutlich kritischer werden dagegen der Bau sowie die Maschinen- und Metallindustrie beurteilt.
Als Gründe für die mangelnde Attraktivität nennen die Befragten vor allem Arbeitsbelastung und Lohnniveau – je 41 Prozent sehen darin ein Hemmnis für die Gewinnung junger Fachkräfte. Entsprechend stehe ein höheres Lohnniveau an erster Stelle möglicher Massnahmen, so Swiss Engineering. Daneben gehören laut der Studie aber auch flexible Arbeitszeiten und Homeoffice zu den am häufigsten angebotenen und zugleich am positivsten bewerteten Benefits.
Medianlohn steigt auf 126'666 Franken
Nach dem leichten Rückgang im Vorjahr sind die Löhne der Ingenieure und Architekten wieder gestiegen. Hochgerechnet auf ein Vollzeitpensum liegt der Medianlohn 2026 bei 126'666 Franken, wie Swiss Engineering mitteilte. Im Vorjahr waren es noch 122'000 Franken.
Wie hoch das Salär ausfällt, hängt stark von Position, Branche und Fachrichtung ab: Die höchsten Medianlöhne werden in der öffentlichen Verwaltung mit 145'000 Franken erzielt, gefolgt von Informatik (135'000 Franken), Chemie/Pharma (132'000 Franken) sowie Lehre und Forschung (131'400 Franken). Im Bau sowie in der Maschinen- und Metallindustrie liegt der Median jeweils bei 120'000 Franken.
Auch für Berufseinsteiger präsentiert sich der Arbeitsmarkt gemäss der Studie weiterhin erfreulich: Über alle Branchen und Fachrichtungen hinweg liegt ihr mittleres Einstiegssalär bei 90'000 Franken. Die Erwartungen an den Einstiegslohn stimmen dabei laut Mitteilung weitgehend mit den tatsächlich erzielten Löhnen überein.
Die Salärumfrage 2026 wurde vom Marktforschungsinstitut Demoscope im Auftrag von Swiss Engineering durchgeführt. Unterstützt wurde die Erhebung durch ETH Alumni, SIA, SVIAL, SVIN und Swiss Leaders. (mgt/pb)