07:07 BAUBRANCHE

Quartalsbericht 2/2021: Im Takt der Gesamtwirtschaft

Teaserbild-Quelle: Stefan Schmid

Einfamilienhäuser boomen, die Preise für Mehrfamilienhäuser steigen. Die Industrie investiert kräftig, doch trotz ­Nachholeffekten dürfte die geplante Summe für ­Gewerbebauten den Zenit überschritten haben. Der Bürobau ist von Unsicherheit über den künftigen Flächen­bedarf geprägt mit einer entsprechend volatilen Bausumme.

Baustelle Ersatzneubau Swiss Re Zürich

Quelle: Stefan Schmid

Die geplante Investitionssumme in Bürobauten hat sich nach guten Vorgaben im Schlussquartal erneut abgeschwächt. Im Bild der Ersatzneubau der Swiss Re in Zürich.

Das Schweizer Bauhauptgewerbe konnte im 2. Quartal die guten Vorgaben der beiden Vorquartale nicht bestätigen. Die auf Basis von Gesuchen ermittelte Summe schwächte sich im Vergleich zum Vorjahr gesamthaft um 2,4 Prozent ab. Auch lag die aggregierte Summe 5,5 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. 

In den Vorquartalen verzeichneten sowohl die Zahl der geplanten Hochbauten als auch die Bausumme noch zweistellige Wachstumsraten. Im vergangenen Quartal entkoppelte sich zudem die Entwicklung der Gesuche von der Bausumme. Die Zahl der Bauprojekte erhöhte sich um 17,7 Prozent auf den Höchststand der letzten zehn Jahre. Einer grösseren Zahl von Objekten steht somit ein kleineres Investitionsvolumen gegenüber, was die durchschnittliche Projektsumme reduziert.

Rasantes EFH-Wachstum

Das starke Wachstum bei der Zahl der Projekte ist seit dem 3. Quartal letzten Jahres zu beobachten, was mit der Entwicklung bei den Einfamilienhäuser (EFH) zusammenhängen dürfte. Damals boomte das Segment, doch so hoch wie im vergangenen Quartal waren die Wachstumsraten bisher nie. Satte 30,7 Prozent legte die geplante EFH-Bausumme gegenüber dem Vorjahresquartal zu. Das ist umso erstaunlicher, weil die geplante Summe bereits im entsprechenden Vorjahresquartal ein Plus verzeichnen konnte. 

Anhaltend war im 2. Quartal die Nachfrage nach einem Haus mit Umschwung, obwohl das Angebot in diesem Segment weiterhin sehr knapp ist, wie Martin Neff, Chefökonom der Raiffeisenbank, konstatiert. Die Transaktionspreise erhöhten sich laut Statistiken der Bank entsprechend. Im Vergleich zum ersten Jahresviertel 2021 betrug der Preisanstieg bei den Einfamilienhäusern (EFH) durchschnittlich 2,1 Prozent. Im Vorjahresvergleich am stärksten angestiegen sind die EFH-Preise in der Region Genfersee (+11,3  %), in der gesamten Westschweiz betrug das Plus 2,7 Prozent. 

Für Einfamilienhäuser deutlich mehr auf den Tisch legen mussten EFH-Käufer im 2. Quartal gegenüber dem Vorjahr auch in der Ostschweiz (+9,3 %) und in der Innerschweiz (+9,1 %). Geringer war der Preisanstieg bei den EFH in der Südschweiz (+2,4 %) und in der Region Bern (+1,2 %), so die Bank. Die ausserordentliche Nachfrage wird sich sowohl auf das Neubau- als auch auf das Um- und Ausbaugeschäft auswirken, wie aus Zahlen der Docu Media Schweiz GmbH hervorgeht. Angestiegen ist die Summe für geplante Um- und Anbauten vor allem im Waadtland, aber auch im Kanton Genf. Die Umbauquoten stagnierten dagegen in der Ostschweiz, weniger Umbauten geplant sind in der Innerschweiz.

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