08:12 BAUBRANCHE

Monatsstatistik November 2023: Wohnbau hemmt Entwicklung

Geschrieben von: Stefan Breitenmoser (bre)
Teaserbild-Quelle: Stefan Breitenmoser

Das Schweizer Bauhaupt- und Ausbaugewerbe muss auf einen durchzogenen Monat November zurückblicken. So fiel die auf Basis von Gesuchen ermittelte Hochbausumme im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat um 8,5 Prozent. In der Deutschschweiz ging die projektierte Bausumme abermals zurück (-17,6 %). Zulegen konnten dagegen die Romandie (+9,0 %) und das Tessin (+41,0 %).

Monatsstatistik November

Quelle: Stefan Breitenmoser

Wintereinbruch: Zurzeit werden nicht mehr so viele Mehrfamilienhäuser geplant, auch wenn sich diverse Projekte wie der Dälli Park im Furttal (im Bild) noch im Bau befinden.

Das Schweizer Bauhaupt- und Ausbaugewerbe muss auf einen äusserst durchzogenen Monat November zurückblicken. So fiel die auf Basis von Gesuchen ermittelte Hochbausumme im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat um 8,5 Prozent. Mit einem Minus von 2,1 Prozent nicht ganz so stark fiel auch die Zahl der Projekte, bewegte sich im langjährigen Vergleich jedoch nach wie vor auf hohem Niveau. 

Für den Jahresabschluss bedeutet dies trotzdem nichts Gutes. Denn die im Jahr aufgelaufene Summe (Year to date – YTD) befand sich nur noch marginal im Plus (+1,2 %), während die Anzahl der Baugesuche gegenüber dem Vorjahresstichtag sogar leicht ins Minus sackte (YTD: -2,6 %). Nach dem ebenfalls durchzogenen Oktober gibt das letzte Quartal bislang eher zu denken.

Deutschschweiz hinkt hinterher

Allerdings gab es wie in den Vormonaten starke regionale Unterschiede. Während in der Deutschschweiz die projektierte Bausumme abermals zurückging (-17,6 %), konnte diese sowohl in der Romandie (+9,0 %) als auch im Tessin (+41,0 %) ausgebaut werden. Somit setzte sich die negative Entwicklung in der Deutschschweiz fort. Denn die Romandie kann bislang Rekordzahlen fürs 2023 vorweisen (YTD: +15,6 %). Gleiches gilt fürs Tessin (YTD: +17,6 %). 

Die Deutschschweiz hingegen hängt nicht nur hinter dem abgelaufenen Jahr (YTD: -4,1 %), sondern auch hinter dem äusserst starken 2021 zurück. Im abgelaufenen Monat konnten zwar einige gewichtige Kantone wie Aargau (+88,7 %), Bern (+38,2 %), Graubünden (+35,4 %) oder St.Gallen (+11,1 %) ihre Bausummen im Vergleich zum Vorjahresmonat steigern. Doch insbesondere das Minus von Zürich (-44,7 %) als umsatzstärkstem Kanton wog zu schwer, wie die Zahlen der Docu Media Schweiz GmbH zeigen.

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Bedenklicher Wohnbau

Verantwortlich für das schwache Abschneiden im November war vornehmlich der Wohnbau mit einem Minus von 18,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Wie schon in den beiden Vormonaten ist der Rückgang der Wohnbausumme vor allem auf die Entwicklung bei den Mehrfamilienhäusern zurückzuführen (-20,1 %), welche rund drei Viertel der Summe ausmachen. 

Seit dem Hoch im August befindet sich der MFH-Bau im Sinkflug, was für eine Verunsicherung im Markt spricht. Auch die YTD-Summe für das Segment MFH befindet sich mittlerweile im Minus (-0,6 %). Ähnliches gilt auch für die Bausumme von Einfamilienhäusern (EFH), die sich nach einem überraschenden Plus im Oktober im November wieder abwärts bewegte (-12,7 %). Beim EFH-Bau spricht allerdings wenig für einen Umschwung, ist er doch schon länger in der Krise (YTD: -11,3 %).

Industriebau als Stütze

Dafür präsentiert sich der Industriebau schon das ganze Jahr über von seiner starken Seite (YTD: +18,0 %) und konnte im November im Vergleich zum Vorjahresmonat nochmals stark zulegen (+94,5 %). Das Gegenteil gilt für den Bürobau, der nicht nur ein schwaches bisheriges Jahr (YTD: -39,7 %), sondern auch einen schwachen November eingezogen hat (-44,1 %). 

Immerhin hat die öffentliche Hand im November wieder mehr Projekte in Angriff genommen, was sich in der Erhöhung der Bausummen in den Segmenten Bildung (+9,6 %) und Gesundheit (+72,2 %) widerspiegelt. Überraschend gut schnitt auch das Segment Gesellschaft, Kultur und Freizeit mit einem Plus von 103,8 Prozent ab. So gab es insgesamt doch kleine Lichtblicke, auch wenn der Wohnbau und die Entwicklung in der Deutschschweiz Anlass zur Sorge geben dürften. Man darf jedenfalls gespannt sein, ob sich diese Dynamik bis zum Jahresende noch ändert.

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Freier Mitarbeiter für das Baublatt.

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