07:05 BAUBRANCHE

Monatsstatistik April 2019: Verhaltene Entwicklung

Teaserbild-Quelle: Kecko, CC BY 2.0

Die Schweizer Baukonjunktur lief im April mit leicht gedrosseltem Motor. Während die Anzahl der Baugesuche im Vergleich zum Vorjahresmonat stagnierte (+0,1 %), sank die geplante Bausumme um 14,2 % zum zweiten Mal in Folge deutlich. Den durchzogenen Frühlingsauftakt widerspiegelt auch der gleitende Dreimonatsdurchschnitt. Gegenüber dem Vorjahresquartal gab die Bausumme um 7,0 % nach, während die Anzahl der Gesuche unverändert blieb.

Stadler-Rail-Werk St. Margrethen im Bau

Quelle: Kecko, CC BY 2.0

Entgegen des allgemeinen Trends gingen im April mehr industrielle Baugesuche ein (Bild: Neubau Stadler-Rail-Werk in St. Margrethen SG).

Auffallend bei der Gesamtbausumme war im März der Einbruch in der Deutschschweiz (-22,7 %), dies allerdings im Vergleich zum starken Vorjahresmonat. Den rückläufigen Trend bestätigte auch die Südschweiz (-4,8 %), während die Romandie mit einer Zunahme der Bausumme um 9,5 % glänzte. In der Westschweiz erhöhte sich zudem gleichzeitig die Anzahl der eingereichten Baugesuche um 2,0 %, während diese in der Deutschschweiz stagnierte (-0,1 %) und in der Südschweiz um 4,5 % abnahm.

Somit fiel der Jahresstart für alle Sprachregionen durchwachsen aus. In der Deutschschweiz waren die gewichtigeren Baueingaben dünner gesät, obwohl insgesamt mehr Gesuche als in der Vorjahresperiode eingingen (Bausumme YTD: -6,8 %; Anzahl YTD: +2,2 %). Im Gegensatz dazu rettete in der Romandie der Zuwachs bei den geplanten Grossprojekten die Bilanz (+0,4 %; -5,3 %). Deutliche Rückgänge musste die Südschweiz hinnehmen (-35,4 %; -2,0 %). In der Summe gingen hierzulande insbesondere die gewichtigen Baugesuche zurück (-6,5 %; +0,4 %). 

Gemessen am gleitenden Dreimonatsdurchschnitt der Baueingaben dynamisch unterwegs waren insbesondere die Kantone Wallis (Bausumme: +23,9 %; Anzahl: +14,5 %), Bern (+22,0 %; -4,7 %), Graubünden (+21,3 %; +14,9 %), Waadt (+13,9 %; -3,8 %) und Aargau (+12,9 %; +14,5 %). Diese Regionen profitierten von überproportional vielen Gesuchen für Grossprojekte. Deutliche Rückgänge bei den gewichtigen Baueingaben verzeichneten hingegen die Kantone Baselland (Bausumme: -41,0 %; Anzahl: -13,3 %), Tessin (-37,2 %; -11,7 %), Thurgau (-26,9 %; -1,2 %), Luzern (-26,7 %; -6,7 %) und Zürich (-23,4 %; +8,4 %).

«Normalisierung» im Wohnbau

Das Wohnbausegment bildete im April einmal mehr das solide Fundament der baukonjunkturellen Entwicklung, obwohl es sich wie bereits im Vormonat auf eine langjährige Durchschnittsgrösse zurückbildete. Bei den Eingaben für mehrgeschossige Renditeobjekte sank die geplante Bausumme um 14,4 %, dies allerdings im Vergleich zum äusserst starken Vorjahresmonat. Davon einmal abgesehen resultierte dennoch das beste Resultat seit April 2013. Die Anzahl Gesuche für Renditeobjekte waren mit -10,1 % ebenfalls auf hohem Niveau rückläufig. Gemäss dem gleitenden Dreimonatsdurchschnitt akzentuierte sich damit im für die Bauwirtschaft wichtigen Segment eine gewisse «Normalisierung» (Bausumme: -7,9 %; Anzahl: -13,4 %; jeweils im Vergleich zur ausgezeichneten Vorjahresperiode). 

Bei den Einfamilienhäusern brach die geplante Bausumme im April um 14,4 % ein, trotz eines Anstiegs bei der Anzahl der Baugesuche um 1,7 %. Auch im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt sank die geplante Bausumme damit um 4,5 %, während dagegen 4,4 % mehr Baueingaben eingingen als im Vorjahresquartal. 

Wieder deutlich investitionsfreudiger präsentierte sich der Industrie- und Gewerbesektor. So nahm im April die geplante Bausumme gegenüber Vorjahr um 4,3 % zu, nachdem noch im Vormonat ein Rückgang um 12,8 % zu verzeichnen war. Der gleitende Dreimonatsdurchschnitt lag bei +1,2 %. Weiterhin volatil präsentierte sich die Entwicklung im Bürobau: Der gleitende Dreimonatsdurchschnitt von -8,9 % deutet jedoch auf einen rückläufigen Trend.

Autoren

Stv. Chefredaktor Baublatt

Seine Spezialgebiete sind Baustellen-Reportagen sowie Themen der Digitalisierung, neue Bauverfahren und Geschäftsmodelle.

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