11:04 BAUBRANCHE

Kanton Bern setzt im Kampf gegen Strassenlärm auf Flüsterbelag

Teaserbild-Quelle: Ulleo, Pixabay-Liznez

Über 200 Millionen Franken hat der Kanton Bern in den letzten 30 Jahren in den Lärmschutz investiert. Seit 2020 wird im Kampf gegen Strassenlärm vermehrt auf Flüsterbeläge gesetzt. Bislang wurden rund 70 Kilometer lärmmindernde Beläge auf Kantonsstrassen verbaut.

Stau (Symbolbild)

Quelle: Ulleo, Pixabay-Liznez

Der Kanton Bern hat in den letzten 30 Jahren über 200 Millionen Franken in den Lärmschutz investiert.

Rund 100‘000 Personen würden im Kanton Bern entlang der Kantonsstrassen unter schädlichem oder lästigem Strassenlärm leiden, heisst es in einer Mitteilung der kantonalen Bau- und Verkehrsdirektion von Dienstag. Als einer der ersten Kantone habe Bern deshalb schon vor 30 Jahren damit begonnen, entlang der Kantonsstrassen Schallschutzmassnahmen umzusetzen.

Am Dienstag zogen die Verantwortlichen der Bau- und Verkehrsdirektion nun eine Bilanz zu den bisherigen Massnahmen im Kanton und zeigten die Herausforderungen der Zukunft auf. Über 200 Millionen Franken hat der Kanton demnach in den letzten 30 Jahren in den Lärmschutz investiert. Der Bund beteiligte sich daran gemäss Mitteilung mit 72 Millionen Franken.

22 Kilometer Lärmschutzwände erstellt

Auf rund 260 Kilometern im Berner Strassennetz seien Lärmschutzmassnahmen nötig, wie die Direktion festhält. 95 Prozent dieser Abschnitte sind in den letzten Jahren saniert worden, wobei insgesamt rund 22 Kilometer Lärmschutzwände erstellt wurden. Auch Schallschutzfenster wurden durch den Kanton finanziert.

In Städten und Dörfern seien Lärmschutzwände aber nicht immer realisierbar, etwa wegen den Sichtweiten bei Ausfahrten, wegen des Ortbildschutzes oder aufgrund des schlechten Kosten-/Nutzenverhältnisses, heisst es weiter.

Lärmschutz bleibt Daueraufgabe

In den letzten Jahren habe der Kanton Bern den Lärmschutz entlang der Kantonsstrassen zwar massgeblich verbessert. Der Lärmschutz sei aber auch 35 Jahre nach Inkrafttreten des Umweltschutzgesetzes eine Daueraufgabe, betont Regierungsrat und Bau- und Verkehrsdirektor Christoph Neuhaus in der Mitteilung.

Darüber hinaus gehe der Fortschritt hinsichtlich des Lärmschutzes durch die stetige Zunahme des Strassenverkehrs und der Tendenz zu immer grösseren Autos mit breiteren Reifen teilweise verloren, weil die Abrollgeräusche auch bei Elektro- und Hybridfahrzeugen laut seien.

Zudem werde das Bevölkerungswachstum zu noch mehr Verkehr und damit auch zu mehr Strassenlärm führen. Viele Strassen müssten deshalb zusätzlich lärmsaniert oder nachsaniert werden.

Flüsterbeläge als Schutz vor Strassenlärm

Wie die Direktion weiter festhält, sind im Kanton in den letzten Jahren auch Massnahmen wie lärmmindernde Beläge und Geschwindigkeitsreduktionen in den Vordergrund gerückt. Mit diesen Zusatzmassnahmen würden auch Menschen ausserhalb des engeren Sanierungskorridors vom Lärm entlastet. Dieses Vorgehen entspreche der Strategie des Bundes und werde von ihm finanziell unterstützt.

Seit 2020 setzt Bern zudem prioritär auf Flüsterbeläge. Diese haben eine sehr feine poröse Oberflächenstruktur und «schlucken» einen Teil des Abrollgeräusches. Bisher wurden nach Angaben der Direktion bereits 70 Kilometer Flüsterbeläge auf Berner Kantonsstrassen verbaut. 

Allerdings verlieren diese mit der Zeit teilweise ihre akustische Wirkung und bedingen einen sorgfältigen Unterhalt. Der Kanton teste deshalb verschiedene Massnahmen, um ihre  Lebensdauer zu verlängern. (mgt/pb)

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