14:06 BAUBRANCHE

Haus der Statistik in Berlin: Neues Leben für DDR-Ikone

Geschrieben von: Ben Kron (bk)
Teaserbild-Quelle: Haus der Statistik

Nachhaltige Formen der urbanen Entwicklung verlangen den Einbezug aller Akteure in die Planung und Umsetzung. Ein modellhaftes Projekt in Sachen Bürgerbeteiligung und Gemeinwohlorientierung ist die Sanierung «Haus der Statistik» in Berlin, wo Planer, Bauherr und zukünftige Benutzer auf Augenhöhe kooperieren.

Haus der Statistik in Berlin

Quelle: Haus der Statistik

Das Haus der Statistik in Berlin, hier bereits mit dem Namenszug der Genossenschaft, welche die Umnutzung und Sanierung des ehemaligen Verwaltungsgebäudes mit plant und umsetzt.

Der Energiebedarf unserer Gebäude muss massiv sinken, wenn wir den Klimawandel langfristig bekämpfen wollen. Doch die Diskussion konzentriert sich vor allem darauf, wie Neubauten energiesparend konzipiert und erstellt werden können. In der Sanierung des Bestandes liegt indes der Hund begraben: 63 Prozent der Wohnungen in der Schweiz wurden vor 1980 gebaut, daneben existieren auch zahlreiche ältere Industrieareale. Die Instandstellung solcher bestehender Gebäude ist, bei einer langfristigen Betrachtung auch der Grauen Energie, sparsamer in Sachen Verbrauch und Emissionen als der allermodernste Ersatzneubau.

Doch bei der Sanierung von Bestandsbauten sind Zielkonflikte vorprogrammiert: zwischen Architektur und Denkmalpflege, zwischen Renditeerwartungen und sozialen Vorgaben, oder schlicht zwischen Mietern und Investoren. Im Rahmen des «Forum Wohnungsbau» der ETH Zürich widmete sich die Architektin und Stadtplanerin Regula Lüscher der Frage, wie diese unterschiedlichen Interessen unter einen Hut gebracht werden könnten. Sie war bis vor Kurzem Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin für Stadtentwicklung in Berlin und in dieser Funktion an einem Sanierungsprojekt beteiligt, das in Sachen Planung und Bürgerbeteiligung neue Wege beschreitet: dem «Haus der Statistik».

Hotspot Stadtentwicklung

Das Gebäude, architektonisch beispielhaft für den modernen Baustil der DDR, steht gleich hinter dem Alexanderplatz und damit an einem Hotspot der Berliner Stadtentwicklung. Das 1972 erstellte Gebäude beherbergte zu DDR-Zeiten die «staatliche Zentralverwaltung der Statistik», nach der Wiedervereinigung hatte darin der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes seinen Dienstsitz, die so genannte Gauck-Behörde, die den 45 000 Quadratmeter grossen Gebäudekomplex bis 2008 nutzte. Seither steht das Haus leer. «Bei der Sanierung und Umnutzung dieses Gebäudes wurde nun versucht, spezielle Formen der Beteiligung umzusetzen, ein Projekt im Bestand mit geteilter Autorenschaft zu realisieren, und zugleich eine am Gemeinwohl orientierte Stadtentwicklung zu praktizieren.»

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