09:09 BAUBRANCHE

Erstmals seit zwölf Jahren wieder weniger leerstehende Wohnungen

Teaserbild-Quelle: Michel Gaida, Pixabay-Lizenz

Die Zahl der leer stehenden Wohnungen hat in der Schweiz erstmals seit über einer Dekade wieder abgenommen. Konkret standen am per Stichtag 1. Juni 2021 laut den neusten Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) im Vergleich zum Vorjahr 7467 weniger Wohnungen leer. 

Gebäude (Detail)

Quelle: Michel Gaida, Pixabay-Lizenz

Gebäudedetail. (Symbolbild)

Die Leerwohnungsziffer sei innert Jahresfrist um 0,18 Prozentpunkte von 1,72 Prozent auf 1,54 Prozent zurückgegangen, wie das BFS am Montag mitteilt. In sechs der sieben Grossregionen wurden am Stichtag 1. Juni 2021 weniger leer stehende Wohnungen angeboten als noch ein Jahr zuvor. «Die grössten Rückgänge der Leerstandsquoten im Vergleich zum Vorjahr wurden in den Grossregionen Ostschweiz und Nordwestschweiz beobachtet», heisst es dazu. Einzig die Grossregion Tessin habe einen leichten Anstieg der Leerwohnungsziffer um 0,12 Prozentpunkte auf 2,83 Prozent verzeichnet.

Kanton Solothurn mit höchster Leerwohnungsziffer

Den kleinsten Bestand an leeren Wohnungen weist der Kanton Zug mit 0,34 Prozent auf. Unter der Ein-Prozent-Marke blieben zudem auch die Kantone Genf (0,51%), Zürich (0,72%), Graubünden (0,87%), Obwalden (0,96%), Basel-Landschaft (0,97%) und Schwyz (0,99%). Insgesamt lagen die Leerwohnungsziffern in elf Kantonen unter dem schweizweiten Mittel, heisst es weiter.

Trotz einem leichten Rückgang wies der Kanton Solothurn mit 3,15 Prozent erneut die schweizweit höchste Leerwohnungsziffer aus und war laut Mitteilung auch der einzige Kanton über der Drei-Prozent-Marke. Hohe Leerstandsquoten waren zudem in den Kantonen Tessin (2,83%), Appenzell Innerrhoden (2,59%) und Jura (2,56%) festzustellen.

Weniger leer stehende Wohnungen im Angebot

In absoluten Zahlen wurden im Vergleich zum Vorjahresstichtag insgesamt 7467 leer stehende Wohnungen weniger angeboten. Am stärksten ging der Leerstand in den Kantonen Aargau (–1724 Einheiten), Bern (–1366 Einheiten) und Zürich (–1331 Einheiten) zurück. Die meisten unbesetzten Wohnungen wurden mit 9312 Einheiten im Kanton Bern und der grösste Anstieg von leer stehenden und auf dem Markt angebotenen Wohnungen im Kanton Tessin (+378 Einheiten) gezählt. Insgesamt nahmen die Leerstände laut BFS in 16 Kantonen ab und in zehn Kantonen zu.

Am Stichtag 1. Juni 2021 wurden insgesamt 60‘775 unbewohnte Wohnungen zur Miete angeboten. Dies entspreche im Jahresvergleich einem Rückgang von 5545 Mietwohnungen, beziehungsweise einem Minus von 8,4 Prozent. Markant war laut Mitteilung der Rückgang mit 15,4 Prozent bei den angebotenen Eigentumswohnungen. Insgesamt waren am Stichtag noch 10‘590 (–1922 Einheiten) leer stehende Wohnungen zum Kauf ausgeschrieben.

Weniger leerstehende Einfamilienhäuser

7066 leer stehende Neubauwohnungen (nicht älter als zwei Jahre) waren am Stichtag in der Schweiz zur Dauermiete oder zum Kauf ausgeschrieben und damit 2261 Einheiten, respektive 24,2 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Auch die Zahl der am 1. Juni angebotenen und unbewohnten Einfamilienhäuser nahm im Jahresvergleich um 1371 Einheiten (18,8 Prozent) ab. Insgesamt standen am Stichtag schweizweit noch 5940 Einfamilienhäuser leer.

Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich der Leerwohnungsbestand bei allen Wohnungskategorien (Anzahl Zimmer), ausser den 1-Zimmerwohnungen. Am stärksten nahm das Angebot bei den Grosswohnungen mit vier und mehr Zimmern ab (zwischen –16,5 und –20,7 Prozent). Einzig die Zahl der 1-Zimmerwohnungen nahm gegenüber dem Vorjahr mit 559 Einheiten, respektive 9,2 Prozent leicht zu. Die meisten Leerwohnungen weisen laut Mitteilung drei (24‘029 Einheiten) oder vier Zimmer (18‘919 Einheiten) auf. (mgt/pb/sda)

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