14:09 BAUBRANCHE

Erneuerbare Energien: Schweizer Strom-Liefermix mit 75% Ökostrom

Teaserbild-Quelle: Ximonic, Simo Räsänen - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Der Strom, der in der Schweiz aus den Steckdosen kommt, stammte 2019 zu rund 75 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen, vor allem aus Grosswasserkraft. Der Anteil von Strom aus Sonne, Wind und Biomasse beläuft sich auf gut 8 Prozent. AKW lieferten ein knappes Fünftel der Energie. Das zeigen Zahlen des Bundesamts für Energie (BFE) zum Strom-Liefermix der Schweiz.

Grimselsee

Quelle: Ximonic, Simo Räsänen - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Mit einem Volumen von etwa 100 Millionen Kubikmetern gehört der Grimselsee zu den grösseren Stauseen der Schweiz. Das höchste Fassungsvermögen hat der Lac des Dix mit rund 400 Millionen Kubikmetern.

Gegenüber dem Vorjahr hat der Ökostrom in der Schweiz leicht zugenommen, 2018 waren es noch 74 Prozent. Aufgesplittet in die einzelnen Energiequellen zeigt sich anteilsmässig folgendes Bild für 2019:
  • Grosswasserkraft: 66% (2018: 66 %)
    Die Wasserkraft stammte ebenfalls wie im Vorjahr zu 76% aus der Schweiz.
  • Kernkraft: 19.1% (2018: 17.3%)
    Diese Zahl ist tiefer als der Anteil der Kernenergie am Schweizer Produktionsmix (35%). Die gelieferte Kernenergie stammte wie im Vorjahr fast ausschliesslich aus der Schweiz.
  • Sonne, Wind, Biomasse und Kleinwasserkraft 8.4 Prozent (2018: 7.85%) 
    Davon wurden rund 95% in der Schweiz produziert und gut drei Viertel durch das Einspeisevergütungssystem (ESV) gefördert.
  • Nicht überprüfbar: 4.3% (2018: 6.3%)
    Nachdem im Januar 2018 die Volldeklaration eingeführt worden ist, sind nicht überprüfbare Energieträger nicht mehr zulässig. Ausser es handelt sich um mehrjährige Lieferverträgen, die vor dem 1. November 2017 abgeschlossen worden sind; Für diese gilt eine Übergangsfrist bis zum Lieferjahr 2020). Wie erwartet habe der Anteil der nicht überprüfbaren Energieträger durch die Volldeklaration abgenommen, teilt das BFE mit. Stromintensive Unternehmen beschaffen neu so genannte Ersatznachweise für Strom aus fossilen und nuklearen Quellen aus europäischen Kraftwerken, für welche keine regulären Herkunftsnachweise ausgestellt werden.
  • Fossile Energieträger 2% (2018: 1.7%).

Produktionsmix ist nicht gleich Liefermix

Die Zusammensetzung des in der Schweiz produzierten Stroms ist nicht deckungsgleich mit dem Liefermix, weil auch Strom aus dem Ausland bezogen wird. Zudem exportiert die Schweiz auch dem Strom exportiert. - Der Produktionsmix setzte sich 2019 folgendermassen zusammen:

  • Wasserkraft: 56.4%
  • Kernkraft: 35.2%
  • Sonne, Wind, Biomasse und Kleinwasserkraft 6 %
  • Fossile Energien: 2.6%

(mai/mgt)

Stromkennzeichnung seit 2018

Die Daten zum Schweizer Strom-Liefermix (Strommix ab Steckdose) werden jährlich erhoben und auf www.stromkennzeichnung.ch im Stromkennzeichnungs-Cockpit veröffentlicht. Die aktuell publizierten Daten geben Aufschluss über die Stromlieferungen von 2019.

Für die Stromkennzeichnung gilt seit 2018 die Pflicht zur Volldeklaration. Das heisst: Strom unbekannter Herkunft oder vielmehr so genannter Graustrom ist nur noch in Ausnahmefällen und bis zum Lieferjahr 2020 zulässig ist.

Weil in den meisten Nachbarländern keine Herkunftsnachweise für Strom aus konventionellen Kraftwerken ausgestellt werden, hat die Schweiz so genannte Ersatznachweise eingeführt. So kann Kohlestrom aus dem Ausland als solcher deklariert werden und muss nicht mehr unter Graustrom zusammengefasst werden. Der Anteil Kohlestrom, welcher über solche Ersatznachweise importiert wurde, hat sich zwischen 2018 und 2019 auf ein halbes Prozent halbiert. (mgt)

Anzeige

Dossier

Die Flughafenregion im Fokus

Die Flughafenregion im Fokus

Die Flughafenregion Zürich (FRZ) veröffentlicht im August gemeinsam mit dem Baublatt eine Sonderausgabe. In diesem Dossier werden alle damit verbundenen Fachbeiträge sowie weitere Hintergrundartikel zum Thema gesammelt. Die Ausgabe stellt neben anderem laufende oder geplante Projekte vor und beleuchtet die aktuelle Situation der Region.

Newsletter abonnieren

Mit dem Baublatt-Newsletter erhalten Sie regelmässig relevante, unabhängige News zu aktuellen Themen der Baubranche.