13:11 BAUBRANCHE

Endgültiges Aus für Alno

Teaserbild-Quelle: Flickr

Der insolvente deutsche Küchenbauer Alno stellt den Betrieb endgültig ein. Auch der letzte potenzielle Investor habe am Ende kein Kaufangebot abgegeben. Damit sei der Verkaufsprozess ohne Ergebnis beendet. Das verbleibende Vermögen werde, so weit möglich, in den kommenden Monaten verkauft, teilte das Unternehmen in Pfullendorf mit. Dies hat auch Folgen für Alno (Schweiz): die Firma ist ebenfalls Konkurs.

Der Küchenbauer hatte im Juli einen Insolvenzantrag gestellt. Um Alno stand es schon länger schlecht. Seit dem Börsengang 1995 schrieb der Küchenkonzern bis auf ein Jahr stets Verluste. Auch der Einstieg der bosnischen Investorenfamilie Hastor 2016 brachte keine Wende. Zuletzt konnte Alno einen grossen Teil der Beschäftigten nicht mehr bezahlen. Rund 400 wurden daher freigestellt, ihnen wurde aber noch nicht gekündigt. 170 blieben übrig, um für den Verkaufsprozess nötige Arbeiten zu erledigen. Zuletzt war noch mit einem möglichen Investor verhandelt worden, der dem Vernehmen nach aus dem asiatischen Raum kam.

Alno (Schweiz) ebenfalls konkurs

Die Pleite des deutschen Konzerns hat auch hierzulande Auswirkungen: Alno (Schweiz) erwies sich in der provisorischen Nachlassstundung ebenfalls als nicht sanierbar. Über die Firma mit rund 45 Mitarbeitern wurde am 5. Oktober der Konkurs eröffnet. Die Eingabefrist für Forderungen lief Ende letzter Woche ab. Nun soll das Inventar verkauft werden. Alno (Schweiz) war für den Vertrieb von Alno-Küchen in der Schweiz zuständig. Die Firma hatte sechs eigene Läden in Zürich, Wallisellen ZH, Meilen ZH, Reinach BL, Ebikon LU und Biel.

Beim Schweizer Küchenbauer Bruno Piatti, der ebenfalls zum deutschen Alno-Konzern gehört, wurde bereits Mitte September der Konkurs eröffnet. Die Frist für die Gläubiger, ihre Forderungen anzumelden, sei soeben abgelaufen, sagte ein Verantwortlicher der ausseramtlichen Konkursverwalterin Provida Consulting in Wetzikon auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Man habe noch keinen Überblick, wie viele Forderungen eingegangen seien. Der nächste Schritt sei jetzt der Kollokationsplan. Dabei entscheidet die Konkursverwaltung, welche Forderungen in welchem Rang (pfandgesichert; 1. bis 3. Rang) zugelassen (im Fachbegriff:kolloziert) werden können und welche abgewiesen werden müssen.

Liquidierung läuft noch

Vom Konkurs von Bruno Piatti waren rund 150 bis 180 Mitarbeiter betroffen. Es hätten sich Interessenten für die Marke Bruno Piatti gemeldet, hiess es bei der Konkursverwalterin. Zudem laufe die Liquidierung von Vermögenswerten noch. Wie viel Geld diese bringe, sei noch sehr unklar. Man habe zwar das Inventar erstellt. Bei einer Liquidation wisse man aber nie, welchen Wert ein Gegenstand wie beispielsweise ein Tisch noch einbringe, sagte der Verantwortliche der Provida Consulting. Zudem laufe noch das Inkasso von den Baustellen, an die Bruno Piatti die Küchen geliefert hatte. Die Bruno Piatti AG ist die einstige AFP Küchen AG mit den Marken Forster Küchen und Piatti. Seit 2014 ist sie eine Tochter der deutschen Alno. Die damalige AFG, die heute Arbonia heisst, hatte AFP Küchen an den zweitgrössten deutschen Küchenhersteller verkauft. (sda)

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