07:02 BAUBRANCHE

Bauregion Nidwalden und Obwalden: Hochwasserschutz nützt Branche auch indirekt

Geschrieben von: Peter Weiss (pew)
Teaserbild-Quelle: zvg, Kanton Nidwalden

In Gebirgskantonen wie Obwalden und Nidwalden ist der Schutz vor Naturgefahren essenziell. Von den dafür nötigen Baumassnahmen kann die Bauwirtschaft nicht nur unmittelbar profitieren.

Baustelle Buoholzbachbrücke Wolfenschiessen Oberdorf

Quelle: zvg, Kanton Nidwalden

Ende 2027 soll das Hochwasserschutzprojekt am Buoholzbach im Kanton Nidwalden abgeschlossen sein (im Bild: der Bau der neuen Buoholzbachbrücke). Dadurch könnten zahlreiche Bauvorhaben in der jetzigen Gefahrenzone bewilligungsfähig werden.

20 Jahre nach dem verheerenden Unwetter, das im August 2005 schwere Schäden verursachte, wird der Hochwasserschutz in Ob- und Nidwalden noch immer ausgebaut. So genehmigten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger des damals zu weiten Teilen überfluteten Obwaldner Kantonshauptorts Sarnen neulich den Beitrag ihrer Gemeinde an den Kosten für das Hochwasserschutzprojekt Mosgräbli. Umfangreicher als das mit 1,6 Millionen Franken veranschlagte Vorhaben ist jenes in der Nachbargemeinde Alpnach, zu dem im Herbst der Spatenstich erfolgte. Für rund 35 Millionen Franken soll Alpnach dadurch künftig besser vor den Fluten der Kleinen Schliere geschützt werden. 

Zahlen Kanton Nidwalden
* Stand per 31.12.2023 bzw. 31.12.2024; Quelle: BFS

Weit fortgeschritten ist der Bau des mit einem Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Franken bisher teuersten Projekts in diesem Bereich im benachbarten Nidwalden. Der für Ende 2027 anvisierte Abschluss der Bauten am Buoholzbach nahe Wolfenschiessen ist auch für die Bauwirtschaft bedeutsam. Denn die lokalen Behörden konnten bis anhin zahlreiche Vorhaben nicht bewilligen, die in der dortigen Gefahrenzone geplant waren. 

Der kantonale Landwirtschafts- und Umweltdirektor Joe Christen sprach gegenüber der «Nidwaldner Zeitung» von Projekten für Hunderte von neuen Wohnungen, die das betreffe. Seit 1. Oktober 2025 können die Bewilligungen erteilt werden. Eine neue Bestimmung der Nidwaldner Planungs- und Bauverordnung erlaubt seither unter gewissen Auflagen, Bauten in Gefahrenzonen bereits zu bewilligen, während sich Schutzmassnahmen dort noch im Bau befinden.

Zahlen Kanton Obwalden
* Stand per 31.12.2023 bzw. 31.12.2024; Quelle: BFS

Nidwalden investiert

In Obwalden berät das Kantonsparlament derzeit eine Totalrevision des Baugesetzes. In der ersten Lesung erwies sich unter anderem die Solarpflicht für Neubauten als besonders umstritten.

Das Budget für das Jahr 2026 verabschiedete der Kantonsrat ohne grosse Änderungen im Vergleich zum Vorschlag der Regierung. Angesichts eines strukturellen Defizits von 20 Millionen Franken gilt die Finanzlage als angespannt. Der budgetierte Ertragsüberschusses von 2,3 Millionen Franken kam nur dank eines einmaligen Aufwertungsgewinns zustande. Entlastung schaffen nun aber die 11,7 Millionen, die 2026 als Anteil an der Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank nach Obwalden fliessen werden.

Das Oberstufenzentrum Pestalozzi in Stans NW in der Visualisierung.

Quelle: Render: luce.atelier

Das Didaktische Zentrum des Oberstufenzentrums Pestalozzi in Stans in der Visualisierung: Die Stimmbürgerschaft den Nidwaldner Kantonshauptorts hiess den Baukredit über 35,8 Millionen für die Sanierung und Erweiterung gut.

Für den Nachbarkanton beträgt der SNB-Zustupf 13,4 Millionen Franken. Nidwaldens budgetierter Einnahmenüberschuss fürs laufende Jahr wächst dadurch auf 7 Millionen. Das Eigenkapital dürfte sich gemäss der «Nidwaldner Zeitung» der 400-Millionen-Marke nähern. Die solide Finanzsituation erlaubt Investitionen in Bauvorhaben: Für 2026 sind 23,5 Millionen budgetiert, in den beiden Folgejahren ist jeweils gut doppelt so viel im Finanzplan vorgesehen.

Projekte ernten Zustimmung

Bis 2033 möchte der Flugzeughersteller Pilatus bis zu 400 Millionen Franken in diverse Neu- und Umbauten an seinem Hauptsitz in Stans investieren. Die dortige Gemeindeversammlung nahm die hierfür notwendige Teilrevision der Nutzungsplanung an. An der Urne sagte der Stanser Souverän «Ja» zum Baukredit über 35,8 Millionen für die Gesamterneuerung des Oberstufenzentrums Pestalozzi. In Stansstad schliesslich nahm das Überbauungs-Projekt auf dem Areal der Hotelruine Fürigen eine Hürde: Die Gemeindeversammlung stimmte dem Bebauungsplan zu.

BESSER_Fuerigen-Visualisierung

Quelle: Tellco Immobilien AG

So könnte es dereinst auf dem Areal des vor 15 Jahren stillgelegten Hotels Fürigen oberhalb von Stansstad aussehen: Das alte Häuschen der Bergstation bleibt erhalten, ebenso das Bauernhaus im Hintergrund. Die Gemeindeversammlung nahm den Bebauungsplan an.

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