08:06 BAUBRANCHE

Bauprognose: Kräftige Umsatzsteigerungen für Zentralschweizer Bodenleger

Geschrieben von: Jörg Schläpfer
Teaserbild-Quelle: Rainer Sturm, pixelio.de

In der Zentralschweiz bleibt der Baumarkt dynamisch: Im 2022 ist mit einer Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr von über 10 Prozent zu rechnen, wobei dies teils auf die Bauteuerung zurückzuführen ist. Positiv sind auch die Aussichten für 2023. Zudem dürfte bei den Bodenlegern das Wachstum überdurchschnittlich ausfallen. Dies zeigt eine Bauprognose, die das auf Bau- und Immobilienmärkte spezialisierte Beratungsunternehmen Wüest Partner gestützt auf Daten der Docu Media Schweiz GmbH erstellt hat.

Bodenleger

Quelle: Rainer Sturm, pixelio.de

Bodenleger haben in der Zentralschweiz viel zu tun.

Besonders dynamisch zeigt sich der Zentralschweizer Baumarkt in den Jahren 2022 und 2023 für Bodenleger im Kanton Luzern. Im Kanton Schwyz ist die Dynamik noch im 2022 sogar noch höher als in Luzern, kühlt kommendes Jahr dann aber deutlich ab. Prägend für beide Kantone ist ein Wachstum 2022 bei den neuen Wohnbauten in allen Bezirken ausser Küssnacht.

Rückläufig ist das Wachstum im Kanton Uri. Hier zeigt sich, dass viele grosse Baustellen in Andermatt, welche das Pro Kopf Bauvolumen zuletzt in die Höhe getrieben haben, mittlerweile beendet sind. Vor diesem Hintergrund sind auch die Wachstumsaussichten für 2022 im Vorjahresvergleich im Kanton Uri negativ für Wohnbauten sowie für das Gastgewerbe. Das spüren Bodenleger direkt. Der Umsatzanteile der Bodenleger an der Gesamtbausumme sind im Neubau relativ hoch bei Einfamilienhäusern oder auch dem Gastgewerbe.

Baupreiswachstum

Aktuell erhöhen mehrere Baumarktakteure ihre Preise. Und so trägt auch die Entwicklung der Baupreisteuerung zur erwarteten Umsatzsteigerung bei. Zurückzuführen ist die Baupreisteuerung auf kräftige Anstiege bei Materialeinkaufspreise etwa Holz, Stahl oder Dämmstoffe sowie Lieferschwierigkeiten. 

Im Oktober 2021 lag der BFS Baupreisindex für Hochbauten in der Region Zentralschweiz um 4,7 % höher als im Vorjahresmonat. Den stärksten Anstieg verzeichneten Neubauten von Mehrfamilienhäusern aus Holz mit 7,1 Prozent, den tiefen Anstieg Renovationen von Bürogebäuden mit 3,6 %. Die Preise für Materialien wie Holz oder Dämmstoffe sind deutlich an-gestiegen und wirken sich entsprechend auf die Kosten von neuen Bauprojekten aus.

Hochbauinvestitionen in der BFS Grossregion Zentralschweiz

Quelle: BFS

Hochbauinvestitionen in der BFS Grossregion Zentralschweiz nach Neu und Umbau.

Baupreisindex

Quelle: BFS

Baupreisindex: Veränderung Oktober 2020 zu Oktober 2021 in Prozent. Region Zentralschweiz nach Komponenten des Hochbaus.

Einordnung des Wachstums

Der Ausblick ist also positiv für den Baumarkt ist in der Region Zentralschweiz. Die Stärke des Baumarkts ist nicht überraschend. Auch in der Region Zentralschweiz profitieren die Baufirmen davon, dass das Vertrauen in die Wirtschaft ungeachtet der Zinsanstiege noch immer vorhanden ist, und dass die Bevölkerung laufend ansteigt. Darüber hinaus werden Bauinvestitionen gefördert, da Politik und Gesellschaft immer höhere Ansprüche an den Gebäudepark stellen. So sind die Auftragsbücher bei vielen Baufirmen voll.

Die Bauinvestitionen werden in den Jahren 2022 und 2023 ansteigen. Die Wüest Partner Expertenrunde geht für die Schweiz für das Jahr 2022 von einer Erhöhung von 7 Prozent pro Jahr aus. Dieser Anstieg ist vor allem auf die Bauteuerung zurückzuführen. In der Bauprognose wurde sie für das Jahr 2022 auf 5 Prozent angenommen, und ist damit für den grössten Teil des absehbar wachsenden Umsatzvolumens verantwortlich. Im Jahr 2023 dürfte das Baupreiswachstum weniger hoch als aktuell liegen, dies weil einige Faktoren der Baupreisteuerung nur vorübergehend ist. Da andere Effekte verzögert auftreten, ist auch 2023 mit einem Anstieg der Baupreise zu rechnen.

Da die Bevölkerung kontinuierlich anwächst und die Beschäftigungslage stabil bleibt, kann man davon ausgehen, dass in der Schweiz ungeachtet der jüngsten Zinsanstiege die Nachfrage nach Bauten hoch bleibt. Die laufend erhöhten Ansprüche von Politik und Gesellschaft an den Gebäudepark beispielsweise im Bereich der Nachhaltigkeit führen dazu, dass gerade in Umbauprojekten in den Jahren 2022 und 2023 besonders viel investiert wird. Bei Neubauten ist 2022 bei Einfamilienhäusern und Geschäftsflächen mit einem kräftigen Wachstum zu rechnen. Während Einfamilienhäuser auch 2023 ein Revival erleben, ist der Ausblick für Geschäftsflächen 2023 allerdings negativ. 

Hochbauprognose

Die Hochbauprognose ist eine Kombination von zwei unterschiedlichen Ansätzen. In einem ersten Schritt werden Daten zu Baugesuchen und Baubewilligungen detailliert untersucht. Für jedes Projekt wird angenommen, wann die Bauarbeiten beginnen und wann sie enden. In einem zweiten Schritt werden die Ergebnisse mit Daten zu den Arbeitsvorräten und statistischen Analysen der vergangenen Investitionen angereichert. Darüber hinaus erfolgt in einer Expertenrunde ein Abgleich mit der gesamtwirtschaftlichen Lage in der Schweiz. Reflektiert und in die Prognose miteinbezogen wurden zuletzt etwa der Anstieg der Baupreise, punktuelle Lieferschwierigkeiten oder auch das Vertrauen in die Wirtschaft in Zeiten steigender Zinsen.

Bauberufsprognosen etwa für Bodenleger oder Bauteilprognosen beispielsweise für Böden sind auf der Hochbauprognose aufgebaut. Für jede Bauwerksart wird beurteilt, welchen Anteil an der gesamten Bausumme eines Gebäudes ein Bauberuf für sich verbuchen kann.

Die Prognose dient dazu, die Auftragslage in einer Region und einem Marktsegment sehr spezifisch für die nahe Zukunft einzuschätzen, was bei der Ressourcenplanung Vorteile bringt. Bisher verliess man sich auf lokale und segmentspezifische Einschätzungen. Intuition und der persönliche Austausch sind zwar weiterhin wichtig. Doch mit Bauprognose von Wüest Partner und der Docu Media Schweiz GmbH steht umfangreiches Datenmaterial zur Verfügung, das aufgrund von Analysen die Basis bietet für fundierte Entscheidungen.

Die Prognosen können bei der Docu Media Schweiz GmbH bezogen werden. Die Standardprognosen mit Zahlen für eine vorgegebene Region und Zahlen für die Jahre 2022 sowie 2023 kosten zwischen 490 und 1490 Franken. Massgeschneiderte Prognosen können auf Anfrage für jede spezifische Region, Bauteile oder Bauberufe bestellt werden.

Weitere Informationen unter: www.docu.ch

Wie werden Bauprognosen erstellt?

Jörg Schläpfer, Leiter Makroökonomie bei Wüest Partner AG, wird an der Suisse Floor am 24. Juni in einem Referat am BodenFORUM die Methodik und die verwendeten Daten hinter der Bauprognose vorstellen. Weitere Informationen unter: www.suissefloor.ch



Suisse Floor: Auf dem Boden der Inspiration

Parkett

Quelle: Beazy, Unsplash

Vom 22. bis 24. Juni steht die Messe Luzern ganz im Zeichen der Bodenbranche: Dann präsentieren - nach pandemiebedingter Pause – an der Suisse Floor nationale und internationale Aussteller Neuigkeiten rund um das Thema Boden.

Nebst einer breiten Palette aktueller Produkte und Dienstleistungen soll dem Fachpublikum ein Branchentreffpunkt geboten werden, der Information und Inspiration liefert und hilft, die richtigen Partner für künftige Projekte zu finden.

Ein vielfältiges Rahmenprogramm rundet die Messe ab: Expertinnen und Experten vermitteln am Bodenforum Fachwissen zu Architektur, Innenarchitektur und Handwerk. Keynote Speaker beleuchten die aktuellsten Fokusthemen der Branche und passend dazu präsentieren Aussteller interessante Lösungen. Unter anderem geht es dabei etwa um Nachhaltigkeit, um schlaue digitale Helfer oder um Sanierungsthemen.

Wichtige persönliche Kontakte

«Lange mussten wir aus bekannten Gründen darauf warten, die Fachmesse durchführen zu können», sagt Messeleiterin Ursula Gerber. Wegen der Pandemie habe in den vergangenen beiden Jahren der persönliche Kontakt nur bedingt stattfinden können. «Dies hat vor Augen geführt, wie wichtig dieser für erfolgreiche Bauprojekte sowie Geschäftsanbahnungen ist.»

Dennoch: Die Suisse Floor ist seit der letzten Austragung weiterentwickelt worden und wurde damit digitaler. «Wir stellen die Aussteller und ihre Kompetenzen noch mehr ins Zentrum», so die Messeleiterin. Und zwar nicht nur an der Suisse Floor selbst, sondern auch davor und danach auf den neuen digitalen Kanälen. 

«Unsere Aussteller gewinnen damit an Aufmerksamkeit beim Zielpublikum, erreichen neue Kunden und mehr Besucheraufkommen an ihrem Stand.» – Man kann sich bereits vor dem Besuch auf der Messewebsite über die Neuheiten informieren, die dann an der Suisse Floor präsentiert werden. (mgt/mai)

Zur Webseite der Suisse Floor: www.suissefloor.ch

Geschrieben von

Leiter Makroökonomie bei Wüest Partner AG

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© James Sullivan, unsplash

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