11:05 BAUBRANCHE

Baumaterial in der Schweiz: 95 Prozent Backstein, Beton und Co.

Teaserbild-Quelle: Kurt Michel / pixelio.de

In der Schweiz werden in der Regel noch immer die klassischen Massivbaustoffe verwendet: Backstein, Beton, Zement und Stahl. Laut einer dieser Tage veröffentlichte Studie von Branchenverbänden haben sie einen Marktanteil von 95 Prozent. Allerdings hat sich der Anteil von Holz seit 2010 von 4.4 auf 5.3 Prozent erhöht.

Bretter, Symbolbild

Quelle: Kurt Michel / pixelio.de

Die Verwendung von Holz aus Bauamterial hat in den letzten rund zehn Jahren zugenommen.

Der Anteil an Backstein, Beton und Co. ist seit 2010 relativ stabil geblieben, er hat sich also nicht gross verändert. Diese Marktentwicklungen verlaufen sehr graduell. Daher sei es wahrscheinlich, dass der Materialmix auch Mitte des Jahrhunderts in etwa gleich aussehen wird, schreiben die an der Studie beteiligten Verbände respektive der Schweizerische Baumeisterverband (SBV), die Ziegelindustrie Schweiz, der Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie (FSKB) und der Schweizerische Stahl- und Haustechnikverband (SSHV).

Baustoffe nachhaltig kombinieren

Den Schlüssel für nachhaltiges Bauen sehen die Verbände in der Kombination von verschiedenen Baustoffen: So bietet in erster Linie einheimisches Holz als nachwachsender Rohstoff grosse Vorteile und wird schon heute mit Ziegeln, Beton und Stahl kombiniert. 

Weil im Zuge steigender Temperaturen im Zusammenhang mit dem Klimawandel die Kühlung an Bedeutung gewinnt, könnte das Kühlen von Gebäuden im Sommer bald mehr Energie benötigen als das Heizen im Winter. Massive Baustoffe wie Backstein und Beton haben ideale energetische Eigenschaften für den sommerlichen Wärmeschutz, wodurch sich Gebäude nicht so stark aufwärmen wie bei anderen Materialien und entsprechend weniger Energie für die Kühlung benötigt wird.

Ausserdem verweisen die Verbände darauf, dass Materialien des Massivbaus zu einem Grossteil im Inland produziert werden, was lange Transportwege und damit CO2-Emissionen spart. Es werde viel Forschung betrieben, um das Baumaterial weiterzuentwickeln.

Hohe Recycling-Quote

Mit neuartigen Technologien lässt sich auch der Recyclinganteil steigern: So werden heute bereits 16% des Materials, das für den Bau benötigt wird, durch wiederverwerteten Bauschutt gedeckt. Vor ein paar Jahren waren es laut Studie erst 13%. Zudem werden vom anfallenden Bauschutt 70% wiederverwertet. Die Recyclingquote ist damit relativ hoch. Das restliche Potenzial liesse sich zum Beispiel mit neuen Entwicklungen wie robotergesteuerten Sortieranlagen erschliessen.

Ersatzneubauten seien kein Nullsummenspiel, rechnen die Verbände in ihrer Mitteilung vor. Moderne Gebäude seien vier- bis siebenmal so energieeffizient wie alte Gebäude, die vor 1980 errichtet wurden.

So entstehen mit Ersatzneubauten deutlich mehr neue Wohnungen als dass alte verloren gehen: Laut Bundesamt für Statistik entstehen jährlich etwa 60’000 neue Wohnungen, während gleichzeitig 5’000 Wohneinheiten rückgebaut werden (Daten von 2018). Ersatzneubauten tragen den neuen Ansprüchen der Bevölkerung Rechnung, die mehr Wohnfläche pro Person und mehr Einzelhaushalte wünscht. (mgt/mai)

Die Studie kann hier heruntergeladen werden.


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