Bauholz: Libanon-Zeder als Alternative
Der Klimawandel setzt der Forstwirtschaft zu, vor allem standortfremde Fichtenwälder werden immer anfälliger für Schädlinge oder Windwurf. Nun haben Versuche ergeben: die Libanon Zeder könnte eine Alternative sein.
Quelle: Fanghong, eigenes Werk
Stellt die Zeder bald eine alternative Quelle für Bauholz dar?
Das wichtigste Holz für Forst- und Holzwirtschaft ist die Fichte: Sie ist leicht und stabil und daher - wie auch die Tanne - gut als Bauholz geeignet. Buche und Eiche sind hierfür zu schwer. In den Alpen gibt es denn auch grosse natürliche Verbreitungsgebiete der Fichte, die auch in Zukunft Bauholz liefern werden.
Problematisch sind hingegen durch den Menschen angelegte Fichtenwälder in tieferen Lagen, auch «Fichtenacker» genannt, die Schwierigkeiten mit den immer häufiger werdenden langen Trockenperioden haben: Sie sind anfällig für Schädlingsbefall oder Windwurf. Nun testen Förster in Österreich eine mögliche Alternative: die Libanon-Zeder. Auch ihr Holz hat Eigenschaften, die sie für die Bauindustrie spannend machen könnten.
3000 Bäumchen gepflanzt
Die Uni Wien will deshalb herausfinden, welche Zederntypen sich für den Anbau in Mitteleuropa eignen: Im Rahmen des Projekts «Cedrus4Clim» wurden acht verschiedene Ökotypen der-Libanon Zeder und zwei der Atlas-Zeder, insgesamt rund 3000 Bäumchen. Auf weiteren Flächen in Niederösterreich und dem Burgenland gibt es ähnliche Versuchsanordnungen. Die Idee: Das Burgenland hat mediterran-kontinentales Klima, Oberösterreich ist schon atlantisch und somit gemässigter und feuchter. So kann die frostempfindliche Zeder unter unterschiedlichen Bedingungen studiert werden.
Dass die Zedern einst die Fichten ablösen werden, erwarten die Forschenden indes nicht. Eine Zedernpflanze ist deutlich teurer als die heimischen Nadelhölzer. Behelfen kann man sich eventuell mit der Douglasie aus Nordamerika, die wie die Zeder ein wertvolles Holz liefern. (mgt/bk)