11:04 BAUBRANCHE

Baublatt-Monatsstatistik März: Durchzogener Frühlingsauftakt

Teaserbild-Quelle: Gabriel Diezi

Das Schweizer Bauhauptgewerbe legte im März eine etwas gemächlichere Gangart ein. Zwar stieg die Anzahl der Baugesuche im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,2 % an. Zum Eingabenplus trugen aber offenbar überproportional viele kleinere Projekte bei, wie der deutliche Rückgang der geplanten Bausumme um -11,5 % auf den tiefsten Märzwert seit 2015 zeigt.

Trotz solider Februar-Zahlen mit vielen Grossprojekten fiel damit der gleitende Dreimonatsdurchschnitt bei der Bausumme schwächer aus als im Vorjahresquartal (-4,1 %), während die Anzahl der Gesuche stagnierte (+0,5 %). Hauptverantwortlich für die tiefere Gesamtbausumme im März war die Romandie mit einem Minus von 14,5 % gegenüber Vorjahr. Dem rückläufigen Trend konnten aber auch die deutsch- (-10,9 %) und die italienischsprachige Schweiz (-5,7 %) nichts entgegensetzen. Hingegen nahm die Anzahl der Baugesuche sowohl in der Südschweiz (+14,4 %) als auch in der Deutschschweiz (+4,4 %) deutlich zu. 

Weniger Baueingaben hatte im Vorjahresvergleich einzig die Westschweiz zu beklagen (-8,3 %). Alle Sprachgebiete blicken somit auf einen durchzogenen Jahresstart zurück. Zwar gingen die gewichtigen Baueingaben in der Deutschschweiz nur leicht zurück (Bausumme YTD: -1,6 %; Anzahl YTD: +3,0 %). Deutlichere Rückgänge verzeichneten die Romandie (-3,3 %; -7,6 %) und noch in weit stärkerem Ausmass auch die Südschweiz (-40,6 %; -1,1 %). In der Gesamtschweiz entwickelten sich die Baugesucheingaben im laufenden Jahr somit leicht rückwärts (-4,1 %; +0,5 %).

Renditeobjekte bleiben eine Stütze der Schweizer Baukonjunktur – auch wenn die Baugesuche im März auf hohem Niveau abnahmen (Bild: Europaallee Zürich).

Quelle: Gabriel Diezi

Renditeobjekte bleiben eine Stütze der Schweizer Baukonjunktur – auch wenn die Baugesuche im März auf hohem Niveau abnahmen (Bild: Europaallee Zürich).

Gemessen am gleitenden Dreimonatsdurchschnitt der Baueingaben dennoch äusserst dynamisch unterwegs waren die Kantone Graubünden (Bausumme: +42,4 %; Anzahl: +9,8 %), Bern (+37,2 %; -5,5 %), St. Gallen (+27,0 %; +3,7 %), Aargau (+20,9 %; +12,3 %), Solothurn (+19,3 %; +12,8 %) und Wallis (+18,4 %; +13,4 %). Diese Regionen trotzten dank überproportional vielen Gesuchen für Grossprojekte erfolgreich dem schweizweiten Trend. Mit deutlichen Rückgängen bei den gewichtigen Baueingaben konfrontiert waren hingegen die Kantone Basel-Stadt (Bausumme: -72,7 %; Anzahl: -4,3 %), Tessin (-41,1 %; -3,6 %), Schwyz (-33,6 %; -8,8 %), Zürich (-30,9 %; +3,1 %) und Genf (-25,7 %; -27,4 %). 

Bürobau stark rückläufig

Nach zwei positiven Vormonaten schwächelte das Wohnbausegment im März auf hohem Niveau. Bei den Eingaben für mehrgeschossige Renditeobjekten sank die geplante Bausumme zwar um -16,5 %, dies allerdings im Vergleich zum äusserst starken Vorjahresmonat. Davon einmal abgesehen resultierte dennoch das beste Resultat seit März 2012. Der Rückgang bei der Anzahl Gesuche für Renditeobjekte betrug -7,8 %. Damit tendierte das für die Bauwirtschaft wichtige Segment gemäss gleitendem Dreimonatsdurchschnitt seitwärts (Bausumme: -0,5 %; Anzahl: -5,9 %). 

Bei den Einfamilienhäusern sank im März die geplante Bausumme um -1,6 %, trotz eines Anstiegs bei der Anzahl Baugesuche um 5,2 %. Auch im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt dieses Wohnsegments sank die geplante Bausumme um 2,0 %, während gleichzeitig 3,9 % mehr Baueingaben eingingen als im Vorjahresquartal. Deutlich zurückhaltender bezüglich Bauinvestitionen zeigte sich der Industrie- und Gewerbesektor. So nahm im März die geplante Bausumme gegenüber Vorjahr um 12,8 % ab, nachdem noch im Vormonat eine Zunahme um 22,8 % verzeichnet wurde. Der gleitende Dreimonatsdurchschnitt blieb denn auch deutlich im positiven Bereich (+7,2 %). Die rückläufige Tendenz im Bürobau akzentuierte sich im März: Die geplante Bausumme brach mit -66,5 % richtiggehend ein (Vormonat: -11,6 %). Der gleitende Dreimonatsdurchschnitt fiel auf -38,4 %.

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