08:08 BAUBRANCHE

Architekturpreis «Beton 21» für Werkhof auf Berninapass

Teaserbild-Quelle: Giuseppe Micciché, Architekturpreis BETON 21

Am Dienstagabend wurde der Architekturpreis «Beton 21» von Betonsuisse vergeben, der beispielhafte Betonbauten auszeichnet. Der mit 50‘000 Franken dotierte Preis ging an Bearth & Deplazes Architekten für ihren Neubau des Unterhaltsstützpunktes Berninapass. 

175 Eingaben wurden für den Architekturpreis «Beton 21» von Betonsuisse eingereicht, wie die Marketingfirma anlässlich der Preisverleihung mitteilte. Die Jury einigte sich für die Beurteilung auf fünf Kriterien: Gesucht wurden ein passender Umgang mit dem Ort, die Bedingtheit von architektonisch räumlicher Konzeption und Tragwerk, das Ausreizen der Materialeigenschaften von Beton, eine hohe Ausführungsqualität sowie Nachhaltigkeit. 

Werkhof auf dem Berninapass 

Diesjährige Preisträger sind die Bearth & Deplazes Architekten mit ihrem Projekt zum Unterhaltsstützpunk Berninapass. Dieses erfülle die von der Jury festgelegten Anforderungen exemplarisch, hiess es. Der Bernina gehöre zu den höchsten Alpenpässen der Schweiz, unweit der Passhöhe galt es im Projekt, ein Betriebsgebäude zu errichten. Die logischste Wahl für das extreme Klima, die Nutzung sowie ein möglichst materialsparendes Tragwerk sei Sichtbeton gewesen.

Der Werkhof ist laut Mitteilung für den Strassenunterhalt im Sommer und die Schneeräumung im Winter ausgelegt. Dank elementaren geometrischen Formen habe das Gebäude eine starke Beziehung zur Umgebung. Mehr noch, der Neubau sei «eins mit der Landschaft», hiess es. Dafür brauchten die Planer nur zwei Elemente: einen mit Beton ummantelten Siloturm und eine mit Rippen und Vordach verstärkte Mauer in Form eines Kreissegmentes. 

Alles wirke einfach und selbstverständlich, entfalte aber eine eindrückliche Wirkung. Die Jury war sich laut Mitteilung einig: Schöner lasse sich nicht illustrieren, wie Architektur mit einfachsten Mitteln einen gewöhnlichen Zweckbau veredeln könne. 

Neubau SRF Campus Zürich

Quelle: Giuseppe Micciché, Architekturpreis BETON 21

Penzel Valier erhielt für den Neubau des SRF-Campus in Zürich eine Auszeichnung.

Vier Auszeichnungen und Förderpreis für Jungarchitekten 

Je eine Auszeichnung erhielten zudem: 

  • Penzel Valier für den Neubau SRF Campus Zürich
  • Harry Gugger für den Umbau des Silos Erlenmatt in Basel
  • Nickisch Walder für das variabel nutzbare Zweifamilienhaus Sulten in Flims
  • Das interdisziplinäre Planungskollektiv des NFS Digitale Fabrikation um Matthias Kohler und Konrad Graser für die innovativen Ansätze im DFAB HOUSE auf dem NEST-Gebäude in Dübendorf

Die Projekte hätten unter anderem durch effiziente und expressive Tragstrukturen überzeugt, aber auch durch sensible Eingriffe in die historische Substanz, hohe Flexibilität, optimierten Materialeinsatz sowie durch die innovative Verwendung von Beton und neuartigen Betontechniken im Massstab 1:1.   

Der Förderpreis für Jungarchitektinnen und Jungarchitekten ging an das Tessiner Büro Inches Geleta Architetti für den Palazzo Pioda in Locarno. Die wesentliche Qualität dieses Projekts liege in der einfachen, langlebigen Bauweise mit einem bildhaft starken, aussen sichtbaren Tragwerk in Stahlbeton und leichten Füllungen, hiess es. 

Umbau Silo Erlenmatt in Basel

Quelle: Giuseppe Micciché, Architekturpreis BETON 21

Harry Gugger erhielt eine Auszeichnung für den Umbau des Silos Erlenmatt in Basel.

Verwendung von Beton in der Zukunft 

Im Rahmen des Architekturpreises war auch die künftige Verwendung von Beton ein Thema. Angesichts des Klimawandels und der Ressourcenknappheit lohne es sich, über gesellschaftspolitische Fragen in Architektur, Städtebau und Ingenieurwesen nachzudenken, hält Betonsuisse fest. Hierbei existierten bereits verschiedene Ansätze, etwa die Verminderung des Klinkeranteils im Zement, die Einlagerung von CO2 in Beton oder auch die Verwendung von Recyclingbeton. 

Daneben müssten aber auch materialtechnische Verbesserungen, die Verkürzung der Transportwege und die Steigerung der Effizienz von Betonstrukturen Teil einer umfassenden Strategie sein, so Betonsuisse. Gespräche in der Jury hätten gezeigt: Nur ein gezielter, möglichst haushälterischer, aus den Eigenschaften des Materials abgeleiteter Einsatz von Beton sei zukunftsfähig. 

Alle am Bau beteiligten Akteure seien gefordert. Genau dies zeichne die prämierten Projekte aus: Sie stünden für unterschiedliche Ansätze, die weiterentwickelt werden sollten. (mgt/pb)

Zweifamilienhaus Sulten in Flims

Quelle: Giuseppe Micciché, Architekturpreis BETON 21

Nickisch Walder erhielt eine Auszeichnung für das variabel nutzbare Zweifamilienhaus Sulten in Flims.

Palazzo Pioda in Locarno

Quelle: Giuseppe Micciché, Architekturpreis BETON 21

Der Förderpreis für Jungarchitektinnen und Jungarchitekten ging an das Tessiner Büro Inches Geleta Architetti für den Palazzo Pioda in Locarno.

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