15:25 BAUBRANCHE

ABB-Chef warnt vor Jobverlusten in Europa und kritisiert Überregulierung

Teaserbild-Quelle: ChatGPT/mai

Die EU müsse dringend deregulieren, sagte ABB-Chef Morten Wierod in einem Gespräch mit der Financial Times. Der Chef des Schweizer Technologiekonzerns warnte vor einem deutlichen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit Europas und möglichen Massenentlassungen. 


Paragraphen im Papierkorb. ((llustration GPT)

Quelle: ChatGPT/mai

Geht es nach Wierod, sollten die Regulierungen nicht vereinfacht, sondern Vorschriften ganz abgeschafft werden.

Laut dem gestern Sonntagabend publizierten Beitrag kritisierte Wierod, dass europäische Gesetzgeber bei Reformen "kein Gefühl der Dringlichkeit" gezeigt haben. Der vom italienischen Ex-Premier Mario Draghi vorgelegte Reformplan liege seit fast zwei Jahren auf dem Tisch, umgesetzt worden sei jedoch wenig.  Wierod dazu: "Ich hoffe, dass wir nicht erst eine viel grössere Krise mit Massenarbeitslosigkeit erleben müssen. So weit sollte es nicht kommen müssen, damit die notwendige Dringlichkeit erkannt wird."

Er forderte klare Verbesserungen: "Der Binnenmarkt oder die EU müssen mehr Regulierung abbauen, und zwar nicht nur vereinfachen, sondern Vorschriften ganz abschaffen und den Binnenmarkt weiter vorantreiben. Das wird das Wirtschaftswachstum ankurbeln." Zugleich warnte Wierod vor möglichen Nebenwirkungen neuer EU-Vorgaben zur Verringerung der Abhängigkeit von ausländischer Technologie. ABB befürworte den freien Handel, "Made in Europe"-Regeln könnten jedoch unbeabsichtigte Folgen haben und Kosten erhöhen.

Europas Vorteil sind gut ausgbildete Arbeitskräfte, ein Nachteil Europas sind die gestiegenen Gaspreis

Als Stärke von Europa bezeichnete Wierod die gut ausgebildeten Arbeitskräfte, hochwertige Bildungssysteme und die Fähigkeit zum Krisenmanagement. Die rasche Verringerung der Abhängigkeit von russischem Gas habe dies gezeigt. Allerdings verweist er darauf, dass sich  wegen des Iran-Kriegs und höherer Gaspreise die Wettbewerbsfähigkeit Europas gegenüber den USA verschleichtert: Gas werde verfügbar bleiben, aber zu höheren Preisen. Die gestiegenen Preise dürften laut Wierod auch 2026 und 2027 anhalten. Dies belaste Europa stärker als die USA, die über eigene Gasvorkommen verfügten.

Mit seinen Aussagen reiht sich Wierod in eine wachsende Zahl von Unternehmenschefs ein, die von der EU weniger Bürokratie und raschere Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit fordern. Schon im vergangenen Herbst hatten die Chefs von Totalenergies und Siemens in einem offenen Brief den Abbau von EU-Vorschriften verlangt. (awp sda/mai)

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