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Zuger Lorzenebene ist die Landschaft des Jahres 2026

Teaserbild-Quelle: KEYSTONE / Gaëtan Bally

Die Lorzenebene im Kanton Zug ist zur «Landschaft des Jahres 2026» gekürt worden. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) würdigt das Gebiet als «grüne Lunge in einer boomenden Stadtlandschaft».

Lorzenebene Zug Landschaft des Jahres 2026

Quelle: KEYSTONE / Gaëtan Bally

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz zeichnet die Lorzenebene im Kanton Zug als «Landschaft des Jahres 2026» aus.

Trotz starkem Bevölkerungswachstum – seit 2000 ist der Kanton Zug um 34 Prozent gewachsen – sei die Lorzenebene unbebaut geblieben, heisst es in einer Mitteilung der SL von Mittwoch. Der Kanton habe der Siedlungsentwicklung hier mit «Weitblick» einen Riegel vorgeschoben, indem er bereits 2004 im kantonalen Richtplan eine Siedlungsbegrenzungslinie verankerte. Heute sei die Lorzenebene eine «grüne Lunge» in der Zuger Stadtlandschaft.

In den Naturschutzgebieten leben wertvolle Pflanzen und Tiere, während Menschen im Freiraum spazieren oder in der Lorze und im Zugersee baden. Gleichzeitig wird auf den wertvollen Böden Ackerbau und Viehwirtschaft betrieben. Um diese vielfältigen Interessen zu verhandeln, entwickelte eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Amts für Raum und Verkehr ein verbindliches Leitbild, das 2012 verabschiedet wurde. 

Darin wurde festgehalten, dass die Lorzenebene «kein Bauerwartungsland» ist und dauerhaft vor Überbauung geschützt werden soll. Zudem sollten keine neuen Verkehrsinfrastrukturen das Gebiet zerschneiden.

Pläne für Flugplatz, Flughafen und Autobahn

Frühere Nutzungspläne sahen für die Uferlandschaft unter anderem einen Militärflugplatz, einen Interkontinentalflughafen oder eine Autobahn vor. Alles Projekte, die letztlich nicht realisiert wurden. Stattdessen sprach sich die Zuger Regierung damals für die «Nordvariante» aus und verlegte die Lorze gemäss Mitteilung in ein «stark begradigtes, von Norden nach Süden verlaufendes Flussbett».

Die Lorzenebene weise hohe räumliche und landschaftliche Qualitäten auf, lasse vielfältige Nutzungen zu und sei für die Zugerinnen und Zuger identitätsstiftend, schreibt die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz. Die Planungspartner hätten den grosszügigen Freiraum dem Siedlungsdruck entzogen und ihn damit vor der Bebauung bewahrt. Wichtige Entscheide seien umsichtig politisch verankert worden.

Lorzenebene Zug Landschaft des Jahres 2026

Quelle: KEYSTONE / Gaëtan Bally

In der Lorzenebene treffen viele Ansprüche aufeinander: Menschen spazieren und baden in der Lorze und im Zugersee. Gleichzeitig liegen hier sehr gute Böden, auf denen die Landwirtschaft Ackerbau und Viehwirtschaft betreibt.

Lorzenebene als Vorzeigemodell

Während des ganzen Prozesses zogen die Korporation Zug, der Kanton Zug sowie die Gemeinden Baar, Cham und Steinhausen und die Stadt Zug am gleichen Strick. Sie holten sich den Rückhalt der Politik, um auch kontroverse Veränderungen wie die Schliessung eines Campingplatzes zu vollziehen. Die öffentlich-rechtlichen Körperschaften gingen laut SL vorausblickend und aktiv vor und sorgten dafür, dass die Ziele ihres Leitbildes und die Inhalte des Richtplans zügig Wirklichkeit wurden.

«Die Lorzenebene ist ein Modell dafür, wie Agrarlandschaften im Siedlungsgebiet – auch in Regionen mit wachsender Bevölkerung – gesichert und qualitätsvoll weiterentwickelt werden können», schreibt die Stiftung weiter. Vor diesem Hintergrund wird die Lorzenebene nun mit dem Titel «Landschaft des Jahres 2026» geehrt.

Ausgezeichnet werden laut Communiqué der Kanton und die Stadt Zug, die Gemeinden Baar, Cham und Steinhausen sowie die Korporation Zug als Vertreterin der Landeigentümerinnen und Landeigentümer. (mgt/pb)

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