10:55 VERSCHIEDENES

Schweizer Robotik-Sparte entwickelt sich dank ETH und EPFL rasch

Teaserbild-Quelle: Cash Macanaya, Unsplash

Die sich rasant entwickelnde Robotik stellt eine Chance auch für die Schweiz dar. Laut dem aktuellen Raiffeisen-Wirtschaftsmonitor verfügt das Land nicht zuletzt dank seiner beiden technischen Hochschulen über ein kleines aber innovatives Robotik-Ökosystem.

Rund um die diversen Einsatzmöglichkeiten der Roboter existiere in der Schweiz heute ein Ökosystem von 217 Unternehmen mit rund 7000 Beschäftigten, heisst es im heute Dienstag veröffentlichten Raiffeisen Wirtschaftsmonitor. Dabei habe die Gründungsdynamik in den letzten Jahren klar zugenommen: Alleine von 2023 bis 2025 seien jährlich mindestens zehn neue Unternehmen entstanden.

Die Robotik habe in in der jüngsten Zeit einen "gewaltigen Entwicklungsschub" durch die künstliche Intelligenz (KI) erhalten, stellt Raiffeisen-Chefökonom Fredy Hasenmaile fest. Moderne Roboter könnten heute nicht mehr nur vorprogrammierte Abläufe ausführen. "Mithilfe von Kameras, Sensoren und KI können sie ihre Umgebung immer mehr in Echtzeit erfassen, Objekte zuverlässig erkennen und flexibel auf neue Situationen reagieren."

Die Industrierobotik ist schon heute mit weltweit über 5 Millionen eingesetzten Robotern ein globaler Massenmarkt. Immer mehr zum Einsatz kommen auch sogenannte Serviceroboter in Feldern wie Logistik, Medizin, Landwirtschaft, Reinigung und Inspektion. Dazu kommen "Robotaxis" sowie eine zunehmende Verbreitung von humanoiden Robotern - also Roboter, die dem menschlichen Körperbau nachempfunden sind.

Schweiter Robotik-Branche von Start-ups und Spin-offs geprägt

Die Schweizer Robotik-Branche werde noch von Start-ups, von Spin-offs sowie von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt, heisst in der Studie. Darunter fallen aber auch einige rasch gewachsene
Unternehmen, die ihre Produkte erfolgreich international vermarkteten. Zahlreiche internationale Robotikunternehmen verfügten zudem über Niederlassungen in der Schweiz, insbesondere im Grossraum Zürich.

Mit ABB hat gar einer der weltweit führenden Anbieter von Industrierobotik seinen Hauptsitz in der Schweiz, schreibt Raiffeisen. Allerdings finde ein grosser Teil der Wertschöpfung im Ausland statt, zudem hat der Industriekonzern den Verkauf der Sparte an die Finanzinvestorin Softbank mitgeteilt.

Hotspots um die die ETH und die EPFL

Geographisch vereinen die Kantone Zürich und Waadt rund drei Viertel der Schweizer Robotikunternehmen auf sich - dies dank der Nähe zur ETH Zürich respektive der Lausanner EPFL. Robotik-Start-ups fänden in der Schweiz auch früh Investoren und träfen auf gute Bedingungen, so Raiffeisen. Das zeigt sich in der
Statistik: Mit 3,8 Robotik-Start-ups pro Million Einwohner liege die Schweiz vor den USA und vielen europäischen Ländern.

Der Schritt vom Start-up zum international tätigen Unternehmen bleibe aber schwierig. Rund 87 Prozent der Schweizer Robotikfirmen beschäftigen weniger als 100 Personen. Für Finanzierungen sei man auf ausländisches Kapital angewiesen: Tatsächlich komme bei grossen Finanzierungsrunden von mehr als 100 Millionen US-Dollar mehr als die Hälfte der Gelder aus den USA und nur 12 Prozent aus der Schweiz.

Schweiz beim Einsatz von Robotiklösungen unter führenden Ländern

Nicht nur bei der Entwicklung, auch beim Einsatz von Robotiklösungen ist die Schweiz vielen Ländern voraus: Mit 29 Industrierobotern auf 1000 Industriebeschäftigte gehöre sie zu den zehn führenden Ländern. Bei professionellen Servicerobotern liege sie unter den europäischen Ländern sogar an der Spitze, so
Raiffeisen.

Roboter dürften denn auch angesichts knapper werdender Arbeitskräfte als Produktivitätshebel an Bedeutung gewinnen, stellen die Ökonomen fest. Gerade in Berufen mit hohem Fachkräftemangel würden sie die Beschäftigten meist unterstützen und nur selten ersetzen. (sda awp/mai)

Auch interessant

Anzeige

Firmenprofile

Abacus Business Solutions AG

Finden Sie über die neuen Firmenprofile bequem und unkompliziert Kontakte zu Handwerkern und Herstellern.

Reports

construction-report

Die neuen Baublatt Reports

Neben dem Report Baublatt Project Categories (ehem. Baublatt Analyse), bieten wir ab sofort zwei weitere brandneue Reports als Zusatz. Erfahren Sie hier was Baublatt Top Players und Baublatt Regional Projects zu bieten haben – wie gewohnt digital, prägnant und graphisch auf den Punkt gebracht.

Dossier

Spannendes aus Print und Online für Abonnenten
© James Sullivan, unsplash

Spannendes aus Print und Online für Abonnenten

Dieses Dossier enthält die Artikel aus den letzten Baublatt-Ausgaben sowie Geschichten, die exklusiv auf baublatt.ch erscheinen. Dabei geht es unter anderem um die Baukonjunktur, neue Bauverfahren, Erkenntnisse aus der Forschung, aktuelle Bauprojekte oder um besonders interessante Baustellen.

Bauaufträge

Alle Bauaufträge

Newsletter abonnieren

newsico

Mit dem Baublatt-Newsletter erhalten Sie regelmässig relevante, unabhängige News zu aktuellen Themen der Baubranche.