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Rettungsgrabung gewährt Einblick in Stans vor Dorfbrand um 1713

Teaserbild-Quelle: zvg

Am Dorfplatz in Stans NW läuft derzeit eine archäologische Rettungsgrabung. Dabei werden Gebäudereste aus der Zeit vor dem Dorfbrand um 1713 sichergestellt. Diese liefern Aufschluss darüber, wie Stans vor dem Ereignis ausgesehen hat.

Grabungsstätte Dorfplatz Stans

Quelle: zvg

Am Dorfplatz in Stans NW werden zurzeit Gebäudereste aus der Zeit vor dem Dorfbrand um 1713 sichergestellt. Diese geben Einblick ins mittelalterliche Stans.

Am Dorfplatz 4/5 in Stans entsteht zurzeit ein Neubau. Eine vorgängige archäologische Sondierung hatte gezeigt, dass auf dem Areal Gebäudereste aus der Zeit vor dem Dorfbrand 1713 vorhanden sind, heisst es in einer Mitteilung der Nidwaldner Fachstelle für Archäologie von Mittwoch.

Da das geplante Kellergeschoss des Neubaus diese Überreste tangiert, ist aktuell eine Rettungsgrabung im Gang. Durch die Grabung könne der Befund dokumentiert werden, bevor er dem neuen Gebäude weichen wird. Die Arbeiten dauern gemäss Mitteilung noch bis Ende Monat.

Einblick ins mittelalterliche Stans

Die Rettungsgrabung ist laut der Fachstelle von Bedeutung, da das heutige Ortsbild von Stans grossmehrheitlich von Häusern geprägt ist, die nach der Brandkatastrophe erstellt wurden. Wie die Gemeinde vor dem Ereignis ausgesehen hatte, sei bislang nur sehr wenig bekannt.

Die vom Regierungsrat angeordnete Grabung biete nun Gelegenheit, einen Einblick in die bauhistorische Entwicklung des Hauptortes zu erhalten, heisst es weiter. Nach dem fachmännischen Abtragen der oberen Erdschichten werden nach und nach die Überreste des mittelalterlichen Stans vor dem Dorfbrand sichtbar. 

Bis jetzt sind ein gepflasterter Platz, eine Wasserleitung mit einer gemauerten Grube und ein während des Brandes zerstörter Kachelofen zum Vorschein gekommen. Daneben geben Funde, wie etwa Tonpfeifen und Keramikscherben, Einblicke in den Alltag zurück bis ins 14. Jahrhundert. Noch können laut der Fachstelle nicht alle Befunde interpretiert werden. Das werde Aufgabe der Auswertung im Anschluss sein.

Tag der offenen Grabung

Am 21. Oktober bietet sich der interessierten Bevölkerung die Gelegenheit, die Grabung zu besuchen und den Archäologen über die Schultern zu schauen. Die Experten erklären dabei auf kostenlosen Führungen, welche Funde sie entdeckt haben und welche Schlüsse auf das Leben der Stanserinnen und Stanser vor dem Dorfbrand Anfang des 18. Jahrhunderts gezogen werden können. Der Anlass ist kostenlos. (mgt/pb)

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