15:04 VERSCHIEDENES

Homeoffice steigert Wohnansprüche gemäss Studie des BWO

Teaserbild-Quelle: Spacejoy, Unsplash

Weil seit der Pandemie viel mehr Menschen zuhause arbeiten, steigen die Ansprüche ans Wohnen. Der Wunsch nach mehr Wohnfläche macht gemäss einer BWO-Studie gut erreichbare Mittel- und Kleinzentren mit nahen Versorgungsangeboten attraktiver. 

Homeoffice, Symbolbild

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Die ausserordentliche Situation während der Pandemie hat vielen, die plötzlich von daheim arbeiteten, die Wichtigkeit eines guten Wohnumfeldes aufgezeigt. (Symbolbild)

Homeoffice oder auch das Arbeiten an anderen Orten, respektive von Unterwegs (Remote-Work oder multilokales Arbeiten), sei seit der Pandemie für viele zum Alltag geworden, heisst es in einer Mitteilung des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO) von Donnerstag.

Verbrachten im Jahr 2001 noch weniger als ein Prozent der Erwerbstätigkeiten 50 Prozent oder mehr ihrer Arbeitszeit im Homeoffice, waren dies während des ersten Lockdowns im Frühling 2020 rund 50 Prozent der Erwerbstätigen. 30 Prozent arbeiteten sogar ausschliesslich von zu Hause aus.

Wie das BWO weiter schreibt, sei davon auszugehen, dass rund 40 Prozent der Beschäftigten in den nächsten zehn Jahren regelmässig multilokales Arbeiten nutzen wird.

Einfluss auf Wohnungsstandort

Verliert der Arbeitsstandort an Bedeutung, kann dies auch einen Einfluss auf den Wohnstandort haben. Die Studie «Wie Remote Work beeinflusst, wo und wie wir in Zukunft wohnen» zeigt laut BWO vor diesem Hintergrund auf, welche Faktoren mitspielen, wenn die Arbeit weniger an einen festen Ort gebunden ist, und wie sich dies auf den Raum auswirkt.

Die Möglichkeit von Remote Work allein führe kaum zu mehr Umzügen, heisst es weiter. Sogenannte «räumliche Anker», wie beispielsweise das soziale Umfeld, würden wichtige Faktoren bei der Auswahl des Wohnorts bleiben. Schweizerinnen und Schweizer ziehen in der Regel kleinräumig um. Dieses Muster wird sich laut BWO auch in Zukunft wenig ändern.

Mittel- und Kleinzentren im Aufschwung

Die Entwicklung dürfte aber zu einer stärkeren Dezentralisierung beitragen. Denn wer mehr von zu Hause aus arbeitet, wünscht sich unter Umständen mehr Wohnfläche oder ein eigenes Heim. Wohneigentum sei jedoch knapp und für viele nur noch an peripheren Standorten erschwinglich, schreibt das Bundesamt weiter.

Insbesondere Mittel- und Kleinzentren als «preisgünstigere Städte» mit guter Erreichbarkeit dürften aufgrund der Möglichkeiten des multilokalen Arbeitens eine Steigerung der Nachfrage verzeichnen. Eine höhere Nachfrage werde aber auch in weniger dichten Agglomerationsräumen sowie in touristischen Räumen zu beobachten sein.

Dort könnte laut BWO eine verstärkte Nutzung von Zweitwohnungen zu einer Steigerung der Wertschöpfung und zu einer ausgeglicheneren Auslastung übers Jahr beitragen. Auf der negativen Seite stehe aber ein Immobilienmarkt mit hohen und steigenden Preisen für Erstwohnende.

Kleinräumigere Nutzungsdurchmischung

Halte man sich tagsüber öfter und länger zuhause auf, steige auch das Bedürfnis nach attraktiven Aussenräumen und wohnungsnahen Versorgungsangeboten. Gefragt sei eine stärkere und kleinräumigere Nutzungsdurchmischung, die alltägliche Dienstleistungen und Einrichtungen anbietet, die in kurzer Distanz erreichbar sind.

Dies könne mittelfristig zu einer verstärkten Bindung an den Wohnort und damit letztlich zu einem stärkeren Engagement in der Wohngemeinde führen. Monofunktionale Wohngemeinden oder reine Schlafquartiere würden dagegen an Attraktivität verlieren – auch bei guter Erreichbarkeit.

Die Studie wurde vom Planungs- und Beratungsunternehmen EBP im Auftrag des BWO, der Kantone Freiburg, Graubünden, Luzern, Solothurn, Wallis, der Pensimo und Swiss Life sowie des Basler Fonds verfasst. Die Erkenntnisse stützen sich gemäss Mitteilung auf eine breite Literaturrecherche, die Analyse unterschiedlicher Daten, Expertengespräche sowie Workshops. (mgt/pb)

Zur Studie des BWO: www.bwo.admin.ch

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