16:02 VERSCHIEDENES

Der künstliche «Kalimanjaro» aus Salz

Teaserbild-Quelle: onnola flickr CC BY-SA 2.0

Die Kleinstadt Heringer in Deutschland kann ein ungewöhnliches Wahrzeichen vorweisen. Der gerne genannte «Monte-Kali» ist aber nicht etwa ein normaler Berg: Er besteht aus Salzund ragt über 200 Meter über die Stadt hinaus.

Seit mehr als 100 Jahren wird in der Region der Kleinstadt Heringer Kaliabbau betrieben. Kalisalz, oder kurz Kali, ist eine fossile Ablagerung verschiedener Salzminerale, die hauptsächlich zu Düngemittel verarbeitet werden. Aber auch in der chemischen Industrie und in der Medizin findet es Verwendung.

Die Geschichte zum heutigen Berg begann mit der Eröffnung des Kaliwerkes Wintershall, das 1903 mit dem Bergbau begann und heute das grösste Kalibergwerk der Welt darstellt. Denn die Grösse des Betriebsgebietes ist vergleichbar mit der Fläche des Grossraums München. Beim Kalibergbau ensteht eine Mischung aus Kali und Natriumchlorid, die einen Kaliumgehalt von 20 bis 35 Prozent vorweist. Für jede gewonnene Tonne Kali werden also mehrere Tonnen Natriumchlorid produziert. Letzteres wird dabei an mehreren Standorten in der Region abgeladen.

Um 1973 fing der «Monte-Kali» an zu wachsen. Denn damals begann der Chemiekonzern K+S mit der Entsorgung des Natriumchlorids. Die heutige Halde hat dadurch eine Höhe von über 200 Metern erreicht und überragt das umliegende Land deutlich. Im Januar 2014 betrug seine Fläche ganze 93 Hektare. Die Halde enthält zudem etwa 188 Millionen Tonnen Salz, stündlichkommen weitere 900 Tonnendazu.

Der künstliche Berg trohnt neben der Grenze zu Thüringen und ist eine beliebte Sehenswürdigkeit. Die Einheimischen nennen ihn gerne «Kalimanjaro» – ein Wortspiel aus Kali und dem berühmten Vulkan Kilimanjaro.

Natürlich sind die Halden in der Region aber umweltschädlich. Die enorme Menge an Salz sickert dabei in den Boden und verschmutzt Flüsse und Grundwasser. Die umliegende Landschaft ist dadurch karg geworden und nur wenige, salzresistente Pflanzen können dort wachsen. Auch der Werra-Fluss ist dadurch für die Süsswasserorganismen unbewohnbar geworden. (pb)

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