14:57 VERSCHIEDENES

Bellinzona stimmt über umstrittene Aufwertung seiner Burgen ab

Teaserbild-Quelle: Christian David - Eigenes Werk, wikimedia, CC BY-SA 4.0

Bellinzona entscheidet kommenden Sonntag über die Zukunft seiner Wahrzeichen. Für über 19 Millionen Franken sollen die drei Burgen und die Stadtmauer aufgewertet und neu «Fortezza» («Festung») heissen. Gegen das Vorhaben wurde das Referendum ergriffen. 

Castello di Montebello in Bellinzona

Quelle: Christian David - Eigenes Werk, wikimedia, CC BY-SA 4.0

Blick auf das Castello di Montebello in Bellinzona TI.

Bis 2030 soll die zweistufige Aufwertung der drei Burgen «Castel Grande», «Montebello», «Sasso Corbaro» und der historischen Stadtmauer dauern. 4,5 der insgesamt 19,1 Millionen Franken würden bei einer Annahme der Vorlage von der Stadt getragen, der Rest ginge zulasten von Bund und Kanton, wie es auf der Internetseite der Stadt Bellinzona heisst.

Treibende Kraft hinter dem Referendum ist der ehemalige Stadtpräsident Brenno Martignoni Polti. Das frühere FDP- und SVP-Mitglied ist heute Gemeinderat der oppositionellen Bürgerbewegung «Il Noce» («der Nussbaum»).

Martignoni Polti argumentiert, der Begriff «Festung» verwische den historischen Bezug zu den drei einzelnen Burgen. Zudem kritisiert das Referendums-Komitee den kostenpflichtigen Zugang zum im Herzen der Tessiner Hauptstadt gelegenen Innenhof des Castel Grande für Touristen.

Besucherzahlen verdoppeln

Der heutige Stadtrat will 26 Jahre nach der Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe die Burgen und die Stadtmauer modernisieren, das museale Angebot erweitern sowie die Zugänge und die Sicherheit verbessern. Auch sollen die vier Bauwerke – nicht nur durch den neuen Namen – stärker miteinander verbunden werden.

Mit der Aufwertung der historischen Festung möchte die Stadt auch mehr Besucher anlocken. Heute verzeichnet die Stätte rund 40'000 zahlende Besucher pro Jahr in den bereits kostenpflichtigen Bereichen wie Ausstellungen und Museen. Diese Zahl soll mindestens verdoppelt werden.

Die Debatte um die Zukunft der berühmten Burgen sorgt über Bellinzona hinaus für Diskussionen. Vergangene Woche lud die Bellinzoneser Exekutive Einwohnerinnen und Einwohner unter dem Titel «Schluss mit den Kanonenschüssen auf die Festung» zu einer «Begegnung» ein.

Von den Gegnern seien im Abstimmungskampf teils «irreführende und falsche Argumente» vorgebracht worden, heisst es auf der Internetseite der Stadt zum Anlass. Zudem sei die Debatte bewusst vom eigentlichen Abstimmungsgegenstand – den Inhalten des Projekts zur Aufwertung – auf die Namensgebung verlagert worden. (sda)

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