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Ausflugstipp: Stilvoll nächtigen im Sonnenblumenhaus

Teaserbild-Quelle: Gataric Fotografie

Mit dem Max Burkhardt Haus steht neuerdings ein Jugendstil-Bijou für Feriengäste offen. Die bis ins Detail erhaltene Künstlervilla verströmt in Arbon TG nostalgischen Charme.

Das würfelförmige blaue Haus mutet südländisch an. Und doch steht es mitten im Villenquartier von Arbon. Denn hier in der Thurgauer Stadt am Bodensee verwirklichte Max Burkhardt zu Beginn des 20. Jahrhunderts seinen Traum von einer Künstlervilla. 

Dabei überliess der ausgebildete Dekorationsmaler und spätere Fotograf nichts dem Zufall: Er entwarf seine Wohn- und Arbeitsstätte eigenhändig und kümmerte sich mit viel Liebe zum Detail persönlich um dessen Ausstattung. Zwischen 1904 und 1910 entstand so an der Arboner Rebenstrasse ein eigentliches Jugendstil-Gesamtkunstwerk aus Architektur, Innenausstattung und Fassadenmalerei.

Dekorative Gestaltung

Auch über hundert Jahre später ist dies für den Betrachter des Max Burkhardt Hauses augenfällig. Schon von aussen gibt es viele schöne Jugendstil-Details zu entdecken. Insbesondere die Sonnenblumen, die nicht nur Eingangstüre und Balkongeländer zieren, sondern als bandartige Fassadenmalerei unterhalb des Flachdachs rund ums ganze Gebäude verlaufen. 

Nicht umsonst nennt der Arboner Volksmund die weitestgehend original erhaltene Künstlervilla also Sonnenblumenhaus. Stilecht präsentiert sich zudem das Innere. Im Salon steht ein kostbares Ensemble von aufeinander abgestimmten Jugendstilmöbeln, im Schlafzimmer die ursprüngliche Ausstattung des Hauserbauers und seiner Gattin.

Persönliche Zeitreisen

Wer hier wohnt, fühlt sich in die Jahrhundertwende zurückversetzt. Eine Erfahrung, die seit kurzem auch zahlende Gäste auf Initiative der Stadt Arbon machen können. Im Auftrag der kommunalen Eigentümerin vermietet nämlich die Stiftung Ferien im Baudenkmal jeweils von April bis Oktober eine 2-Zimmer-Wohnung im Sonnenblumenhaus für gut 1000 Franken die Woche. 

Der Stadt Arbon ist es auch zu verdanken, dass das Max Burkhardt Haus 1993 keinem Neubau weichen musste. Sie stellte es damals kurzerhand unter Denkmalschutz, im Rahmen einer Kompromisslösung entstanden zwei separate Wohnungen. Doch der Umgang mit der ehrwürdigen Villa blieb lange ein politischer Zankapfel. Erst 2018 lehnte es das Stadtparlament ab, das Sonnenblumenhaus aus finanziellen Gründen zu verkaufen.

Weitere Informationen unter: ferienimbaudenkmal.ch/max-burkhardt-haus

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Stv. Chefredaktor Baublatt

Seine Spezialgebiete sind Baustellen-Reportagen sowie Themen der Digitalisierung, neue Bauverfahren und Geschäftsmodelle.

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