14:05 KOMMUNAL

Schweizer wohnen in der Stadt oder in der Agglo

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Knapp drei Viertel der Bevölkerung der Schweiz leben in der Agglo oder der Stadt. 1950 traf dies mit 42 Prozent für weniger als die Hälfte zu. Wie sich die Schweiz gewandelt hat und wandelt, zeigt die aktuelle „Statistik der Städte“ des Bundesamts für Statistik (BFS) und des Schweizerischen Städteverbandes (SSV).

Kuppelgewölbe des Bundeshauses in Bern, Symbolbild.

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Die Schweiz, ein Land von Städtern? Die grosse Mehrzeit der Schweiz lebt in urbanen Gebieten. (Kuppelgewölbe des Bundeshauses in Bern, Symbolbild)

Agglomerationen stehen selten im Rampenlicht, auch wenn sie ähnliche Herausforderungen die Kernstädte zu bewältigen haben. Die aktuelle, alljährlich vom Schweizerischen Städteverband und vom Bundesamt für Statistik (BFS) erstellte «Statistik der Schweizer Städte» zeichnet ein umfassendes Bild der Situation von Städten und Agglomerationen. Sie basiert auf Daten aus 171 Städten und Gemeinden zu Bevölkerung, Arbeit und Erwerb, Bau, Wohnungswesen, Tourismus und Mobilität.

Gemäss BFS-Definition umfasst eine Agglomeration sowohl die Kernstädte als auch die Gemeinden im Agglomerationsgürtel. Bereits hieraus lässt sich schliessen, wie sich die urbane Landschaft in den letzten 70 Jahren gewandelt hat: So gab es 1950 in der Schweiz 24 Agglomerationen, in denen 2,1 Millionen Menschen (45% der damaligen Schweizer Wohnbevölkerung) lebten, zählt die Schweiz heute 49 Agglomerationen. In diesen Gebieten sind 73% der über 8,5 Millionen Einwohner der Schweiz zu Hause.

Betrachtet man hingegen die Bevölkerung des ganzen Raums mit städtischem Charakter, kommt die urbane Schweiz gar auf einen Bevölkerungsanteil von 83%. Laut BFS haben die Agglomerationen vor allem seit der Jahrtausendwende zugelegt und mit einer Zunahme von 17,7% sogar das gesamtschweizerische Bevölkerungswachstum von 17,2% übertroffen. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung in den Agglomerationen ist 2018 bei 27,7% gelegen, somit leicht über dem Schweizer Durchschnitt von 25,1%.

Immobilien: Zwei Drittel aller Wohnungen in den Agglomerationen

So befindet sich denn auch das Gros der Wohnungen in den Agglomerationen, mit mehr als 3,2 Millionen Wohnungen sind dies 70,7% aller Wohnungen der Schweiz. Den stärksten Zuwachs an Neubauwohnungen verzeichneten zwischen 2000 und 2009 die Agglomerationen mit mehr als 500'000 Einwohnern. So wuchs in der Agglomeration Zürich der Wohnungsbestand um 64'048 Wohnungen, und in der Agglomeration Genf kamen 20'603 und in der Agglomeration von Basel 16'907 neue Wohnungen hinzu. Auch zwischen 2010 und 2017 lagen Zürich, Basel und Genf bezüglich baulichem Zugang an der Spitze. Bemerkenswert sei, dass zwischen 2000 und 2017 allein in den fünf grössten Agglomerationen in etwa gleich viele Wohnungen gebaut worden seien wie im Rest der Schweiz, kommentieren das BFS und SSV die Entwicklung in ihrer Medienmitteilung.

Arbeitsmarkt und Wirtschaft: Am meisten Jobs in Zürich, Basel und Genf

Der Schweizer Arbeitsmarkt umfasst 5,2 Millionen Beschäftigte, davon befinden sich 4,1 Millionen in den Agglomerationen. Dass die Agglomerationen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle spielen, zeigt laut BFS und SSV auch Tatsache, dass knapp drei Viertel (72,6%) der Arbeitsstätten in den Agglomerationen liegen. So sind alleine in der Agglomeration Zürich ein Sechstel der Schweizer Arbeitsstätten untergebrach. 80,2% der Beschäftigten in den Agglomerationen sind im dritten- oder im Dienstleistungs-Sektor tätig. Im industriellen Sektor arbeiten 18,3% und im landwirtschaftlichen 1,5%.

Bei den Arbeitslosen zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei den Beschäftigten: Rund 80% der Arbeitslosen der Schweiz sind in einer der 49 Agglomerationen zu Hause, davon wiederum befinden sich 43% in Zürich, Genf und Basel.

Politik: FDP und SP am stärksten vertreten

Die «Statistik der Schweizer Städte» beinhaltet jeweils auch Daten zur städtischen Politik. Wie in den letzten Jahren ist die FDP 2019 mit einem Sitzanteil von 28,1% am stärksten in den städtischen Exekutiven vertreten. Die SP folgt mit 20,7%. Die CVP hat gegenüber dem Vorjahr mit 0,5% leicht verloren und hält noch 15,3% der Sitze. Die SVP bleibt mit 11,6% auf Platz vier, die Grünen kommen auf 6,9%. In den Parlamenten hält die FDP 23,6% der Sitze, gefolgt von der SP mit 21,7% und der SVP mit 15,7%. An vierter Stelle rangiert die CVP mit 10,2% der Sitze und die Grünen kommen auf einen Sitzanteil von 9,8%. (mai/mgt)

Schweizer Städte-Statistik digital

Nebst Daten zu den Agglomerationen enthält die 81. Ausgabe der «Statistik der Schweizer Städte» erneut zahlreiche Informationen und Fakten zu Themen wie Bevölkerung, Arbeit und Erwerb, Finanzen, Mobilität oder Bildung. Die Inhalte sind auch digital, mit interaktiven Grafiken in einer App und als Webpublikation verfügbar. Die der Publikation zugrundeliegenden Daten werden zudem über die Datenkataloge des BFS und über die Plattform opendata.swiss einem breiten Publikum zur weiteren Verwendung zur Verfügung gestellt. (mgt)

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