Quaggamuscheln im Rotsee gefunden
Im Luzerner Rotsee sind erstmals Spuren der invasiven Quaggamuschel gefunden worden. Noch ist unklar, ob sie sich dort bereits angesiedelt hat.
Quelle: Gemeinde Ebikon
Rotsee bei Ebikon: Erstmals wurden im Gewässer Spuren der invasiven Quaggamuschel gefunden.
Der Rotsee, nördlich der Stadt Luzern auf dem Gemeindegebiet von Luzern und Ebikon gelegen, konnten Forscher erstmals Spuren von Quaggamuscheln feststellen: Der Nachweis basiert auf der sogenannten eDNA-Methodik. Diese weist DNA-Spuren im Wasser nach, sagt aber noch nicht sicher, ob sich die Muschel bereits fest angesiedelt hat. Klarheit gibt erst der Fund von «ausgewachsenen Quaggamuscheln», so das Amt «Umwelt Zentralschweiz».
Spuren der invasiven und nicht einheimischen Muschelart wurden bereits im Zugersee, Zürichsee und Vierwaldstättersee nachgewiesen. Weil Wasser aus dem Vierwaldstättersee via Reuss und Reuss-Rotsee-Kanal in den Rotsee fliesst, hat eine Ausbreitung der Muschel in den Rotsee befürchtet werden müssen.
Quelle: Eawag, Linda Haltiner
Um eine weitere Ausbreitung der Quaggamuschel zu verhindern, gelten eine Reihe von Schutzmassnahmen.
Einige Seen noch nicht betroffen
Kein Nachweis der Quaggamuschel liegt gemäss Mitteilung für den Ägerisee, Lauerzersee, Sihlsee, Wägitalersee, Hirschlen-See, Lungerersee und Sarnersee vor. Auch im Baldeggersee und im Sempachersee wurde keine Quaggamuschel-DNA gefunden, dies trotz grösserer Wasserproben und einer besonders «sensitiven» Nachweismethode.
Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, bleiben Schutzmassnahmen zentral: Dazu gehört vor allem die Pflicht, Boote und Ausrüstung vor dem Wechsel in andere Gewässer gründlich zu reinigen, zu entleeren und zu trocknen. (SDA/bk)
Quaggamuschel
Die Quaggamuschel, die ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum stammt, wurde 2014 in der Schweiz zum ersten Mal nachgewiesen. Sie breitet sich schnell aus und kann Ökosysteme stark verändern. Sie beeinflusst sowohl die Lichtverhältnisse im Wasser als auch das Nahrungsnetz, was unter anderem dazu führt, dass Fische weniger Nahrung finden. Zudem kann sie technische Probleme verursachen, etwa durch Verstopfungen in Leitungen und Anlagen.