19:02 KOMMUNAL

Energieverbund «CoolCity»: Zentrum von Zürich soll mit Seewasser beheizt werden

Teaserbild-Quelle: Henrique Ferreira, Unsplash

Wärme und Kühlung aus dem Zürichsee für die Zürcher Innenstadt: Möglich machen soll es der  Energieverbund «CoolCity» des EWZ. Das Projekt ist für die Stadt Zürich ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel, der Stadtrat hat dafür über 300 Millionen Franken bewilligt.

Zürichsee im Sommer

Quelle: Henrique Ferreira, Unsplash

Der Zürichsee soll die Innenstadt künftig kühlen.

Die Liegenschaften im Gebiet des Energieverbunds sollen künftig alle mit erneuerbarer Energie respektive mit Zürichseewasser beheizt und gekühlt werden. Das Gebiet erstreckt sich vom Hauptbahnhof bis zum Bürkliplatz und umfasst damit die Perimeter City, den Energieverbund Fraumünster und die Altstadt. Begrenzt wird es von der Limmat, der Sihl und vom Schanzengraben. - Laut Stadt handelt es sich bei «CoolCity» einen der grössten Seewasserverbunde der Schweiz.

Für das Projekt hat der Stadtrat aus dem vom Zürcher Stimmvolk vor rund zwei Jahren abgesegneten 573-Millionen-Franken-Rahmenkredit «Thermische Netze» 303,7 Millionen Franken bewilligt. - Der Ausbau der thermischen Netze sei einer der grössten Hebel, den die Stadt in der Hand habe, um den CO2‑Ausstoss auf Stadtgebiet bis 2040 auf Netto‑Null zu reduzieren, heisst es in der Medienmitteilung weiter.

Herz des Energieverbundes wird Energiezentrale im ehemaligen EWZ‑Unterwerk Selnau

Damit der Verbund realisiert werden kann, braucht es  unter anderem der Bau einer Seewasser- und einer Energiezentrale: Dazu wird auf der Höhe des Zürichhorns in einer Tiefe von 28 Metern das Seewasser gefasst. Von dort soll dann eine zwei Kilometer lange Leitung das Wasser durch das weniger tiefe Seebecken führen, sodass dann mittels Pumpen in die Seewasserzentrale in der Kurt-Guggenheim-Anlage gesogen werden kann. Hier werden Wärmeaustauscher dem Wasser Energie entziehen, die dann über eine Leitung zum EWZ‑Unterwerk Selnau transportiert wird. Anschliessend leitet eine Rückgabestelle in der Umgebung des Bauschänzli das  Seewasser in die Limmat zurück.

Das Herz des Energieverbundes bildet dereinst die Energiezentrale im ehemaligen EWZ‑Unterwerk Selnau bei der Sihlporte: Hier soll die aus dem Seewasser gewonnene Wärme oder Kälte mit Hilfe von Wärmepumpen und Kältemaschinen auf die notwendige Temperatur gebracht. 

Wie die Industriellen Betriebe mitteilen, hat das EWZ unterschiedliche Versorgungskonzepte untersucht und mögliche Standorte nach wirtschaftlichen, technisch machbaren und sinnvollen Kriterien bezüglich des Bus geprüft. Das ewz‑Unterwerk Selnau erfülle die technischen und standortrelevanten Anforderungen für die Energiezentrale am besten. Es sei bereits ein Infrastrukturbau, befindet sich im Eigentum des ewz, liegt im Versorgungsperimeter an einem zentralen Standort, verfügt über das notwendige Gebäudevolumen und ermögliche, das Netto‑Null‑Ziel 2040 in diesem Gebiet bereits früher zu erreichen.

Verbund wird etappenweise zwischen 2025 und 2039 gebaut

Umgesetzt werden soll der Energieverbund etappenweise, in den Jahren 2025 bis 2039,  koordiniert mit den Strassen- und Werkleitungsprojekten des Tiefbauamts. Läuft alles nach Plan kann 2031 die erste Energielieferung erfolgen. Danach wir der Verbund laufen ausgebaut, bis das Versorgungsgebiet- ohne den Perimeter «Altstadt» - 2035 grösstenteils erschlossen sein soll. Danach wird die Erschliessung des Versorgungsgebiet «Altstadt» in Angriff genommen, voraussichtlich in den Jahren zwischen 2035 und 2039.

Vergangenes Jahr hatte der Stadtrat bereits aus dem Rahmenkredit 8,5 Millionen Franken für Vorinvestitionen bewilligt. Das EWZ hat mit ersten Bauarbeiten bereits begonnen und errichtet ein Verbindungsbauwerk zwischen den Energieverbunden «CoolCity» und Fraumünster. Diese Arbeiten sollen im Frühling 2025 abgeschlossen sein.  (mai/mgt)

Mehr zum Projekt auf https://www.ewz.ch/de/geschaeftskunden/immobilien/referenzen-projekte/seewasserverbunde-zuerichsee/coolcity.html

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