11:06 KOMMUNAL

Die Stadt Luzern erhält zusätzlichen mobilen Hochwasserschutz

Teaserbild-Quelle: Feuerwehr der Stadt Luzern

Intensive Regenfälle sorgten am Vierwaldstättersee im letzten Sommer einmal mehr für Hochwasser und Überschwemmungen. Nun bezahlt die Mobiliar-Versicherung der Feuerwehr Stadt Luzern ein mobiles Deichsystem. Dieses wird im Ereignisfall an der Bahnhofstrasse entlang der Reuss zum Einsatz kommen. Es ergänzt das bisherige Beaver-Schlauchdammsystem.

Foto Schulung Feuerwehr 3

Quelle: Feuerwehr der Stadt Luzern

Die Feuerwehr Luzern wird geschult für das neue System.

Im Sommer 2021 verursachten laut Gebäudeversicherung Unwetter und intensive Niederschläge im Kanton Luzern Schäden von rund 400 Millionen Franken. Die Bewältigung solcher Schäden wird immer auch zum Kraftakt für die Versicherer. Allein der Mobiliar Versicherungsgesellschaft wurden in diesem Zeitraum über 8000 Schadenfälle gemeldet.

 Hochwasser-Hotspots der Schweiz

Getreu dem Motto «Schäden bezahlen ist gut, Schäden verhindern ist besser», schenkt die Mobiliar der Stadt Luzern nun ein mobiles Deichsystem. Damit kann die Feuerwehr Stadt Luzern Gebäude noch effizienter vor Hochwasser schützen.

Luzern ist eine von zehn Gemeinden, die seit 2019 von der Mobiliar ein mobiles Deichsystem erhalten hat. Die Orte, etwa Zofingen, Sion, Interlaken oder Locarno, sind nicht zufällig gewählt: Das Mobiliar-Lab für Naturrisiken an der Universität Bern hat die Hochwasser-Hotspots der Schweiz identifiziert. Einer davon ist Luzern. Die Feuerwehr Stadt Luzern erhält damit ein zusätzliches effizientes System im Kampf gegen Hochwasser

Ergänzung zum System «Beaver»

 Der mobile Container besteht aus modularen, insgesamt 400 Meter langen Schutzdämmen. Die Deichelemente werden mit Wasser gefüllt und halten in Ufernähe Überschwemmungen auf. Sie eignen sich auch zum Sperren und Ableiten von fliessenden Gewässern. Das Deichsystem ergänzt das bisherige System «Beaver». Dieses kam in Luzern seit 2005 bei Hochwassern links der Reuss erfolgreich zum Einsatz. Künftig können beide Reussseiten innerhalb kürzester Zeit mit Schlauchsystemen geschützt werden: Der Beaver-Schlauchdamm kommt in modifizierter Form auf der Altstadtseite zum Einsatz, die neuen Schläuche der Mobiliar auf der Neustadtseite entlang der Bahnhofstrasse. (mtg./cet.)

Mobiliar-Lab für Naturrisiken

Das Mobiliar Lab für Naturrisiken ist eine Forschungsinitiative der Mobiliar und des Oeschger-Zentrums der Universität Bern. Es erforscht und quantifiziert Naturgefahren sowie deren Auswirkungen und arbeitet an der Nahtstelle von Wissenschaft und Praxis. Die interaktive Karte www.schadenpotenzial.ch – entwickelt am Mobiliar Lab – zeigt, welch hohe Schäden durch Hochwasser entstehen können. Die Karte geht über die bekannte Abbildung von Gefahrenkarten hinaus: Sie zeigt das konkrete Schadenpotenzial in den jeweiligen Regionen auf. Denn die Gefahr alleine sagt noch nichts über mögliche Schäden aus. Seit 2006 hat die Mobiliar über 150 Projekte aus dem Überschussfonds der Genossenschaft zum Schutz vor Naturgefahren unterstützt. In der Region Luzern zum Beispiel in Willisau, in Wolhusen oder in Buttisholz. Jeweils als Anschub- oder Teilfinanzierung. (mtg.)

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