14:10 KOMMUNAL

Corona: Luftreiniger an Schulen reduzieren Infektionen nicht

Teaserbild-Quelle: NIAID flickr CC BY 2.0

In einem Pilotprojekt der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (SBKS) ist die Wirksamkeit von Luftreinigungsgeräten gegen Coronainfektionen an kantonalen Schulen untersucht worden. Es zeigte sich: Die Geräte reduzieren offenbar weder Coronainfektionen noch haben sie eine signifikante Verbesserung der Raumluftqualität zur Folge. Der Kanton verzichtet deshalb auf einen flächendeckenden Einsatz der Geräte.

Vergangenen Februar hatte die Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) ein Pilotprojekt mit Luftreinigungsgeräten in den Unterrichtsräumen von Schulen der Sekundarstufen eins und zwei gestartet. Dies mit dem Ziel  Erkenntnisse  darüber gewinnen, wie viel solche Geräte zur Verhinderung von Coronainfektionen beitragen. Dazu sind an fünf Standorten  225 Geräte installiert worden. Untersucht wurde ihre Wirkung  gestützt auf die erhobenen Infektionszahlen und auf die Resultate von Online-Befragungen von Lehrpersonen in Zusammenarbeit mit dem Kantonsarzt Thomas Steffen.

Wie die BKSD in ihrer Medienmitteilung schreibt, haben wissenschaftliche Studien zwar ergeben, dass Luftreinigungsgeräte unter Laborbedingungen die Aerosolkonzentration im Raum senken können. Es lässt sich daraus  nicht auf einen besseren Schutz vor Ansteckungen in Schulzimmern mit mobilen Luftreinigern schliessen. Das Infektionsrisiko aufgrund von wechselnder Belegung, längeren Kontakten mit wenig Abstand oder sogar direktem Anhusten verringere sich nicht, heisst es weiter. 

Tatsächlich zeigte sich  für die untersuchten Zeiträume auch kein Unterschied in den coronabedingten Absenzen zwischen den Schulen mit respektive ohne Luftreinigungsgeräten.

Lüften ist für Raumluftqualität zentral

Die allgemeinen Schutz- und Hygienemassnahmen wie Händewaschen, Maskentragen, Abstand oder reduzierte Personendichte lassen sich demnach nicht durch mobile Luftreiniger ersetzen, wie die BSDK weiter schreibt. Darüber hinaus bleibe das manuelle Lüften für die Versorgung von Unterrichtsräumen mit Frischluft unumgänglich. Dieses sei  für die Raumluftqualität von zentraler Bedeutung.   

Basierend auf den Ergebnissen der Pilotstudie verzichtet der Kanton nun auf eine flächendeckende Ausstattung seiner Schulen mit Luftreinigungsgeräten.

Die vorhandenen Geräte können jedoch bei Interesse von den Versuchsschulen übernommen werden. Ansonsten werden sie weiteren Schulen und Verwaltungseinheiten angeboten. Die Kosten für Betrieb und Wartung der Luftreiniger müssen ab kommenden Februar  von den jeweiligen Nutzern selbst getragen werden. (mgt/mai)

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