Neu-Vergabe der Pantanal-Voliere im Zoo Zürich kurz vor Abschluss
Der Zoo Zürich sucht derzeit ein neues Unternehmen für den Bau der Pantanal-Voliere: Die Vergabegespräche stehen kurz vor dem Abschluss. Genauere Informationen gibt der Zoo derzeit aber nicht bekannt.
Quelle: Zoo Zürich, Region Five Media
Die gesamte Last der zehn Stahlbögen sowie des 13'500 Quadratmeter grosse Gitternetz mit einem Gesamtgewicht von rund 1400 Tonnen liegt später auf dem Volierenrand.
Verwaltungsratspräsident Martin Naville informierte am Donnerstag die Medien, dass bereits seit Monaten «die roten Lämpchen geleuchtet hätten». Zoodirektor Severin Dressen bestätigte dies und bemängelte, dass seitens der Stahlbaufirma Baltensperger Fristen nicht eingehalten und finanzielle Forderungen gestellt wurden. Zudem sei nicht kommuniziert worden.
Wegen dieser schwierigen Zusammenarbeit entschied sich der Zoo dazu, einen Leistungsverzicht mit der Firma zu deklarieren. Die Arbeiten an der Grossvoliere stehen seither still.
Verhandlungen im Januar gescheitert
Bereits im Dezember hatte der Zoo Zürich mitgeteilt, dass er die Zusammenarbeit mit der Baltensperger AG beendet hat. Grund dafür sei gewesen, dass es dem Unternehmen trotz mehrfacher Fristverlängerungen und zusätzlicher Unterstützung durch externe Fachleute nicht gelungen sei, die erforderliche Präzision für die Unterkonstruktion der Stahlbögen zu erreichen. Der Zoo sprach von «schwerwiegenden Vertragsverletzungen».
Weiter teilte der Zoo Mitte Januar mit, dass auch die nachgelagerten Verhandlungen mit der Stahlbaufirma beendet wurden. Ziel der Gespräche war insbesondere, die Weiterverwendung bereits vorproduzierter Stahlbogen-Teile zu ermöglichen. Diese Bemühungen seien jedoch an «unterschiedlichen finanziellen Vorstellungen» gescheitert, hiess es im Communiqué.
Quelle: Zoo Zürich, Region Five Media
Visualisierung der fertigen Pantanal Voliere.
Stahlbaufirma wehrt sich gegen Vorwürfe
Die Baltensperger AG wies die Vorwürfe des Zoos in einer Stellungnahme zurück. Das Projekt sei deutlich komplexer als in der Ausschreibung beschrieben worden, und die vom Zoo geforderten Toleranzen seien gemäss unabhängigen Experten teilweise physikalisch nicht einhaltbar oder nur mit unverhältnismässig hohem Aufwand realisierbar. Die Firma betonte zudem, ihre gefertigten Bauteile entsprächen den technischen Anforderungen.
Ebenfalls im Dezember wurde bekannt, dass sich die Baltensperger AG in provisorischer Nachlassstundung befindet. Das Bezirksgericht Bülach gewährte diese bis April 2026. Je nach Verlauf kommt es zu einer definitiven Nachlassstundung, die mit der Sanierung der Firma oder dem Konkurs des Unternehmens enden kann. Mehr als 70 Arbeitsplätze sind potenziell betroffen. Die Firma hat jedoch signalisiert, dass der Betrieb voraussichtlich über eine Auffanggesellschaft weitergeführt werden soll.
Voliere mit 1400-Tonnen-Stahlnetz
Die Pantanal-Voliere ist das erste von mehreren Grossprojekten, die der Zoo Zürich im Rahmen seines Masterplans bis zum Jahr 2050 umsetzen will. Auf einer Fläche von rund 11'000 Quadratmetern soll das südamerikanische Feuchtgebiet Pantanal nachgebildet werden. Geplant ist ein rund 1400 Tonnen schweres Stahlnetz, getragen von zehn Stahlbögen, die bis zu 35 Meter hoch sind und ohne Stützpfeiler auskommen. (pb/mgt/sda)