Bund unterstützt gemeinnützigen Wohnungsbau
Freie und erschwingliche Wohnungen werden in der Schweiz zunehmend knapp. Der Bund unterstützt deshalb den gemeinnützigen Wohnungsbau mit Darlehen und Bürgschaften. Dies ist auch eine Reaktion auf die SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz».
Quelle: SBL Wohnbaugenossenschaft Luzern
Überbauung Hochüsliweid, Luzern: Der Bund will den Fonds zur Förderung des Wohnbaus aufstocken.
Wohnraum ist in der Schweiz knapp: Zwischen 2020 und 2025 sank die Leerwohnungsziffer gesamtschweizerisch von 1,72 auf 1 Prozent. Gemäss Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) sind dabei nicht nur die grossen Städte und touristischen Zentren betroffen, sondern zunehmend auch kleinere Städte und Agglomerationen.
Da die Bautätigkeit nach wie vor der Nachfrage hinterherhinkt, ist Besserung nicht in Sicht. Vor allem im tiefen, aber zunehmend auch im mittleren Preissegment ist dabei eine zunehmende Verknappung festzustellen, da die Angebotsmieten um 3 bis 5 Prozent im Jahr steigen.
Quelle: Ben Kron
Genossenschaft Wohnen & mehr im Basler Westfeld: Die Wohnbaugenossenschaften halten die Aufstockung für ungenügend.
Reaktion auf SVP-Initiative
Wegen der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt und mit der SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» im Nacken beantragt der Bundesrat dem Parlament eine Aufstockung des Fonds de Roulement um 150 Millionen Franken für 2030 bis 2034. Der Fonds gewährt Darlehen für Neubauten, Erneuerungen und den Kauf von Liegenschaften.
Diese Darlehen laufen bis zu 25 Jahre lang und müssen verzinst werden. In den vergangenen zwanzig Jahren wurden im Durchschnitt pro Jahr Darlehen von knapp 48 Millionen Franken gewährt und knapp 1400 Wohnungen gefördert.
Quelle: Baugenossenschaft Oberstrass
Baugenossenschaft Oberstrass Zürich: Vor allem im tiefen und mittleren Preissegment sind Mietobjekte rar.
Höhere Nachfrage auffangen
In den letzten drei Jahren wurden gemäss BWO Darlehen von je rund 74 Millionen Franken nachgefragt. Für 2026 wird von einer ähnlichen Summe ausgegangen, was mit der aktuellen Aufstockung aufgefangen werden soll.
Rekordhoch ist die Nachfrage nach Angaben von Wohnbaugenossenschaften Schweiz, dem Verband der gemeinnützigen Wohnbauträger. Die vorgesehene Aufstockung genügt seiner Ansicht nach nicht: Nötig wären mindestens 300 Millionen Franken, um die Nachfrage zu decken.
Wohnraumförderung wird weitergeführt
Weiterführen will der Bundesrat auch das Bürgschaftsinstrument für die Wohnraumförderung. Indem der Bund für Anleihen der Emissionszentrale für gemeinnützige Wohnbauträger bürgt, verbessern sich die Finanzierungskonditionen. Der Zinsvorteil bedeutet laut dem BWO im Durchschnitt 1600 Franken pro Wohnung und Jahr.
Um diese Förderung fortzuführen, beantragt der Bundesrat einen Verpflichtungskredit von 1,92 Milliarden Franken für 2027 bis 2033. Auch hier kommt Kritik von den gemeinnützigen Wohnbauträgern. Um alle Finanzierungsgesuche berücksichtigen zu können, müssten es mindestens 2,3 Milliarden Franken sein, schreibt ihr Verband. (SDA/bk)