14:04 BAUPROJEKTE

Sanierung: Stausee Gigerwald im Taminatal wird komplett entleert

Teaserbild-Quelle: Thomas Giger, https://www.flickr.com/photos/swisspics/2700284835/in/set-72157606363749021/, CC BY-SA 3.0,

Die Stauanlage Gigerwald im Taminatal wird in den nächsten Monaten saniert, dazu wird ihr Stausee komplett entleert. Wie die Kraftwerke Sarganserland AG (KSL) und die Axpo mitteilen, sind die Arbeiten nötig, weil bei der Staumauer Gigerwald die Verlandung die Höhe des Grundablasseinlaufs erreicht hat. Beim Grundablass handelt es sich um die unterste, verschliessbare Öffnung einer Stauanlage.

Gigerwaldsee

Quelle: Thomas Giger, https://www.flickr.com/photos/swisspics/2700284835/in/set-72157606363749021/, CC BY-SA 3.0,

Der Gigerwaldsee soll kommenden Winter vollständig geleert werden.

Noch kann die Anlage wie üblich betrieben werden. Doch werden in nächster Zeit keine Massnahmen ergriffen, könnte es laut Axpo zu Betriebseinschränkungen kommen.

Die Verlandung wie im Fall der Anlage Gigerwald betrifft die meisten Wasserkraftanlagen: Da Flüsse Sedimente wie Kies und Sand mit sich führen, lagern sich diese nach und nach in den Stauanlagen ab. Je nachdem werden sie ausgebaggert, oder der Stausee wird ausgespült. Im Fall der Anlage Gigerwald kommt aber beides nicht infrage. Wie die Axpo schreibt, sei hier die Variante „Höherlegung des Grundablasses“ zielführend. Konkret bedeutet dies, dass das Einlaufbauwerk zum Grundablass sowie zum Triebwasser – das Wasser, das durch die Turbine fliesst -  etwa 20 Meter nach oben versetzt wird.

Die nötigen Bewilligungen für das rund 25 Millionen schwere Bauvorhaben sind laut Axpo bereits Ende 2020 erteilt worden.

Grossbaustelle im Winter          

Weil der Stausee Gigerwald für die Sanierung komplett entleert werden muss, wird der Betrieb des Wasserkraftwerks Mapragg während der Bauarbeiten eingestellt. Die Bauarbeiten laufen im Winter, zumal in dieser Zeit weniger Wasser fliesst, das durch die Baustelle geleitet werden muss. Hinzu kommt noch, dass im Sommer die Produktionsverluste grösser wären.

Erste Vorbereitung sind für die Sanierung schon letzten Herbst getroffen worden. Dies gilt etwa für die Umleitung des Verkehrs, Kranmontagen, die Installation einer Betonanlage, die Anlieferung von Baumaterialien und die Erstellung eines Camps für das Personal. Während der Bauarbeiten sind im Winter zirka 50 Personen auf der Baustelle tätig. Anfangs Oktober wird der Stausee Gigerwald dann vollständig entleert und das Kraftwerks Mapragg ausgeschaltet.

Voraussichtlich dauern die Arbeiten an der Stauanlage bis Ende April 2023.  Läuft alles nach Plan, kann die Anlage im Frühsommer 2023 den Betrieb wieder aufnehmen. (mai/mgt)

 

 



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