09:09 BAUPROJEKTE

Hochwasserprojekt Sarneraatal wird wegen schwieriger Geologie teurer

Teaserbild-Quelle: zvg, Kanton Obwalden

Das Obwaldner Hochwasserschutz-Projekt im Sarneraatal wird teurer als geplant: Geologische Schwierigkeiten führen zu Mehrkosten von 64,1 Millionen Franken. Die Regierung hat beim Parlament einen entsprechenden Zusatzkredit beantragt. 

Wasserzutritte Hochwasserstollen Sarneraatal Obwalden

Quelle: zvg, Kanton Obwalden

Wasserzutritte im Bereich Tunnelmeter 1454.

Beim Hochwasser von 2005 entstanden im Kanton Obwalden rund um den Sarnersee und entlang der Sarneraa Schäden in Höhe von mehr als 250 Millionen Franken. Im September 2014 genehmigte das Stimmvolk einen Baukredit von 111 Millionen Franken für das Projekt «Hochwassersicherheit Sarneraatal mit Hochwasserstollen Ost». Zusammen mit den bereits bewilligten Planungskrediten ergab sich damit ein Gesamtkredit von 115 Millionen Franken für das Projekt. 

Im August 2020 berichtete der Regierungsrat dem Kantonsrat, dass er mit Mehrkosten von 29,1 Millionen Franken gegenüber dem Gesamtkredit 2014 rechnet. Zu diesem Zeitpunkt waren die ersten 185 Meter des Hochwasserentlastungsstollens im Sprengvortrieb bereits abgeschlossen. 

Schwierige Geologie bei Vortrieb

Inzwischen ist der Vortrieb mit der Tunnelbohrmaschine bis 5294 Meter erfolgt, was rund 80 Prozent der Gesamtstrecke entspricht, wie aus einer Mitteilung des Kantons von Mittwoch hervorgeht. Während des Vortriebs traten jedoch weitere erhebliche geologische Schwierigkeiten auf, die trotz Sondierbohrungen nicht prognostiziert waren. 

Als Gründe für die Hauptabweichungen werden ein höherer Anfall von Bergwasser, markant höhere Druckfestigkeiten des Gebirges sowie eine grössere Anzahl Störzonen genannt, die teurere Sicherheitsmassnahmen erfordern. Die grössten finanziellen Auswirkungen haben die Wasserzutritte, die um das sieben- bis achtfache höher sind als prognostiziert. «Diese sorgten für Vortriebsunterbrüche und eine aufwendige Wasserhaltung musste installiert werden», erklärt Baudirektor Josef Hess in der Mitteilung. 

Störzone Hochwasserstollen Sarneraatal Obwalden

Quelle: zvg, Kanton Obwalden

Grössere Störzone bei Tunnelmeter 2014.

All diese geologischen Schwierigkeiten hätten den Vortrieb um mehrere Monate verzögert und erfordern deshalb nun ein längeres Vorhalten der Tunnelbohrmaschine sowie weiterer Maschinen und Installationen der Baustelle mit entsprechenden Mehrkosten. Allein beim Stollen führen die geologischen Schwierigkeiten gemäss Mitteilung zu zusätzlichen Kosten von insgesamt rund 26,8 Millionen Franken gegenüber dem Bericht vom August 2020. 

Zusatzkredit wird benötigt 

Die inzwischen weiter fortgeschrittene Detailplanung beim Ein- und Auslaufbauwerk sowie der Massnahmen entlang der Sarneraa zeigen zudem laut Kanton, dass auch bei diesen Teilprojekten für die Realisierung höhere Kosten anfallen werden als 2014, respektive 2020 angenommen. Insgesamt ergibt sich gegenüber dem genehmigten Gesamtkredit 2014 von 115 Millionen Franken ein notwendiger Zusatzkredit von 64,1 Millionen Franken.

Der Zusatzkredit wird – wie bereits der Gesamtkredit von 2014 – über eine Zwecksteuer finanziert und belastet den ordentlichen Staatshaushalt somit nicht. Für den nun beantragten Zusatzkredit muss diese vier Jahre länger, voraussichtlich bis ins Jahr 2031, erhoben werden. Das Kantonsparlament soll Ende Oktober über das Geschäft beraten. (mgt/pb)


Interessiert an weiteren Bauprojekten im Kanton Obwalden?


Auch interessant

Anzeige

Dossier

Spannendes aus Print und Online für Abonnenten
© James Sullivan, unsplash

Spannendes aus Print und Online für Abonnenten

Dieses Dossier enthält die Artikel aus den letzten Baublatt-Ausgaben sowie Geschichten, die exklusiv auf baublatt.ch erscheinen. Dabei geht es unter anderem um die Baukonjunktur, neue Bauverfahren, Erkenntnisse aus der Forschung, aktuelle Bauprojekte oder um besonders interessante Baustellen.

Bauaufträge

Alle Bauaufträge

Newsletter abonnieren

Mit dem Baublatt-Newsletter erhalten Sie regelmässig relevante, unabhängige News zu aktuellen Themen der Baubranche.