12:38 BAUPROJEKTE

Luzern, Nidwalden, Obwalden: Was derzeit geplant und gebaut wird

Geschrieben von: Pascale Boschung (pb)
Teaserbild-Quelle: PD / Team Masotti

Welche Bauprojekte stehen in Luzern, Nidwalden und Obwalden an, wo laufen Wettbewerbe, und welche Vorhaben wurden bereits realisiert? Ein Überblick über aktuelle Projekte und Entwicklungen in den drei Kantonen.


Projekte in Planung

Sursee_Visualisierung_Aussenansicht_BBZW+G

Quelle: zvg

Neubau für die Berufsbildung in Sursee

Sursee LU – Mit dem Projekt «Insieme» wird der gemeinsame Standort der Berufsbildungszentren Gesundheit und Soziales (BBZG) sowie Wirtschaft, Informatik und Technik (BBZW) in Sursee erweitert und teilweise erneuert. Das Siegerprojekt stammt vom Generalplanerteam unter Leitung von Bob Gysin Partner und sieht einen siebenstöckigen Neubau vor. Die Baukosten sind auf rund 97,4 Millionen Franken veranschlagt, die Inbetriebnahme ist für 2035 geplant.

Visualisierung der neuen Dreifachturnhalle in Stans

Quelle: PD

Visualisierung: So soll die neue Dreifachsporthalle dereinst aussehen.

Stans erhält neue Dreifachturnhalle

Stans NW – Die kantonale Mittelschule Kollegium St. Fidelis erhält eine neue Dreifachturnhalle als Ersatz für die bestehenden Hallen aus den Jahren 1957 und 1977. Der Nidwaldner Landrat hat für den Neubau einen Kredit von 26 Millionen Franken gesprochen, im Juni 2026 ist eine Volksabstimmung geplant. Stimmt diese zu, sollen die Bauarbeiten 2027 starten. Der Entwurf stammt von Roman Hutter Architektur GmbH und Fahrni Landschaftsarchitekten GmbH.

Überbauung auf der Hofmattwiese in Sarnen OW

Quelle: Blickpunkt Lebensraum

Auf der Hofmattwiese ist eine Überbauung mit insgesamt 85 Wohnungen geplant.

85 neue Wohnungen auf der Hofmattwiese für Sarnen

Sarnen OW – Auf der Hofmattwiese zwischen der Sarneraa und der Pfarrkirche ist eine Überbauung mit insgesamt 85 Wohnungen geplant. Grundlage dafür bildet der Quartierplan Hofmatt, für den 2025 ein Mitwirkungsverfahren durchgeführt wurde. Vorgesehen sind mehrheitlich drei- und viergeschossige Gebäude sowie ein fünfgeschossiges Haus. Das bestehende Ökonomiegebäude bleibt erhalten. Bauherrin und Besitzerin des Areals ist die Stadtbauentwicklungs AG. Der Entwurf geht aus einem Studienauftrag hervor und stammt von Seiler Linhart Architekten sowie Lütolf und Scheuner Architekten. Die Baueingabe ist nach der Genehmigung des Quartierplans für Ende 2026 vorgesehen, der Baustart 2027.

Überbauung auf dem Wellisareal in Willisau LU

Quelle: Gemeinde Willisau

Die Stadt Willisau plant auf dem Wellisareal eine etappenweise Arealentwicklung mit insgesamt rund 330 Wohnungen.

45-Meter-Hochhaus und 330 Wohnungen

Willisau LU – Die Stadt Willisau plant auf dem rund 27700 Quadratmeter grossen Wellisareal eine etappenweise Arealentwicklung mit insgesamt rund 330 Wohnungen sowie Gewerbe- und öffentlichen Nutzungen. Herzstück des Projekts ist ein verschlanktes Hochhaus, das anstelle eines Lagergebäudes mit mehr Abstand zur Wigger realisiert und 45 Meter hoch werden soll. Der Entwurf für das Projekt stammt von Herzog&de Meuron. Das Bebauungskonzept lag bis Mitte Dezember öffentlich auf. Gemäss der Projektwebseite www.wellisareal-willisau.ch entscheidet die Gemeindeversammlung im Mai über den Bebauungsplan und die Teilzonenplanänderung. Anschliessend soll im Herbst die Projektierung starten, der Spatenstich für die erste Bauetappe ist für 2029/30 geplant.

Visualisierung Neubau Medizinisches Zentrum Stans

Quelle: PD

Visualisierung des Siegerprojekts «Sommervogel» der Giuliani Hönger AG und des Holzbauingenieurbüros Merz Kley Partner für den 30-Millionen-Franken-Neubau des Medizinischen Zentrums in Stans.

Spital Nidwalden setzt auf Neubau

Stans NW – Die Spital Nidwalden Immobilien Gesellschaft (SNIG) plant seit 2023 unter dem Projektnamen «Sommervogel» den Bau eines neuen Ambulatoriums sowie die Sanierung des bestehenden, 60-jährigen Spitals in Stans. Der Entwurf dazu stammt von der Giuliani Hönger AG und dem Holzbauingenieurbüro Merz Kley Partner. Nachdem die SNIG im Frühjahr 2025 noch eine Denkpause eingelegt hat, ist sie inzwischen zum Schluss gekommen, dass das bisherige Projekt den künftigen Anforderungen nicht mehr genügt und eine Sanierung des bestehenden Spitals zu kostenaufwändig wäre. Stattdessen wird nun ein Neubauprojekt verfolgt. Wo das neue Spital gebaut wird und wie viel es kosten soll, ist derzeit noch offen. Die SNIG wird den Neubau mit eigenen Mitteln finanzieren.



Aktuelle Wettbewerbe

Rathaus in Stans

Quelle: Kanton Nidwalden

Mit dem Wettbewerb soll das geschichtsträchtige Gebäude überzeugend ins 21. Jahrhundert überführt werden.

Modernes Kleid für altes Rathaus in Stans

Stans NW – Mit Umbaumassnahmen, einer subtilen Neugestaltung und möglichen räumlichen Erweiterungen sollen im Rathaus Stans die Arbeits- und Platzverhältnisse für die Nidwaldner Landräte verbessert sowie der Landratssaal zeitgemäss weiterentwickelt werden. Mit dem laufenden, selektiven Wettbewerb soll das geschichtsträchtige Gebäude überzeugend ins 21. Jahrhundert überführt werden. Das Siegerprojekt soll im Mai 2026 bekanntgegeben werden.

Justizvollzugsanstalt (JVA) Wauwilermoos

Quelle: Kanton Luzern

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Wauwilermoos soll erweitert werden.

Erweiterung der JVA Wauwilermoos in Egolzwil

Egolzwil LU – Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Wauwilermoos soll auf 100 Vollzugsplätze erweitert werden. Die baulichen Massnahmen schliessen verschiedene Sanierungen, Neubauten und Erweiterungen inklusive den erforderlichen Infrastrukturen und Massnahmen im Freiraum ein. Mit dem offenen, einstufigen Projektwettbewerb soll ein geeigneter Generalplaner gewählt werden. Das Ergebnis wird voraussichtlich im Herbst oder Winter 2026 bekannt gegeben.

Neue Reussquerung «Nordpol» in Luzern

Quelle: PD / Team Masotti

Seit November steht das Siegerprojekt aus dem Studienauftrag «Neue Reussquerung» der Stadt Luzern fest.

Neue Reussquerung «Nordpol» in Luzern

Stadt Luzern – Seit November steht das Siegerprojekt aus dem Studienauftrag «Neue Reussquerung» der Stadt Luzern fest. Vorgesehen ist eine neue Fuss- und Velobrücke beim Nordpol, die die rechte Stadtseite mit dem Seetalplatz verbindet und den stark frequentierten Xylophonweg entlastet. Das Projekt des Tessiner Planerteams Masotti überzeugte durch seine ganzheitliche Gestaltung, die Tragkonstruktion sowie die Berücksichtigung ökologischer Aspekte. Derzeit wird an der weiteren Planung der Brücke gearbeitet. Bis Ende 2027 soll die Projektbewilligung vorliegen.


Fertiggestellte Projekte

Dierikon LU: Neues Schulhaus «Titlis»

Projektdaten
Hornberger Architekten AG

  • Bruttogeschossfläche: 6180 Quadratmeter
  • Volumen: 22’081 Kubikmeter
  • Kosten: 22 Millionen Franken
  • Fertigstellung: Oktober 2025 (Schulhaus «Titlis»)

Mit der Inbetriebnahme Mitte Oktober 2025 wurde das neue Schulhaus «Titlis» in Dierikon LU erfolgreich fertiggestellt. Der Neubau ist Teil eines Schulentwicklungsprojekts, dass die Sanierung von zwei bestehenden Schulhäusern, den Neubau eines zusätzlichen Schulhauses sowie den Neubau einer Kleinturnhalle vorsieht. Dadurch sollen zusätzliche Schulräume bereitgestellt und gleichzeitig die bestehenden Gebäude «Pilatus» und «Rigi» entlastet werden.

Der Entwurf für die neue Schulanlage stammt von Hornberger Architekten, Generalunternehmerin ist die Erne AG Holzbau. Das neue Schulhaus wurde als dreigeschossiger Holzbau errichtet, der teilweise vorgefertigt wurde. Mit dem Erweiterungsbau werden die bestehenden Schulhäuser zu einer Gesamtschulanlage zusammengeführt. Durch die Setzung des Neubaus an der südöstlichen Arealgrenze entsteht eine hofartige Anlage, dessen Zentrum der neue Pausenplatz als gemeinsamer Treffpunkt bildet.

Neue Turnhalle und Schulhaus-Sanierung Parallel zum neuen Schulhaus wird aktuell noch die neue Kleinturnhalle erstellt. Die Aussenwände sind bereits weit hochgezogen, Mitte März wird voraussichtlich das Dach der Halle dicht sein. Daneben läuft die Sanierung des «Rigi»-Schulhauses. Der Abschluss des gesamten Bauvorhabens ist nach Angaben der Gemeinde Dierikon für August 2026 vorgesehen.

Weitere Informationen zum Projekt unter: www.dierikon.ch

Sursee LU: Sekundarschule Zirkusplatz

Projektdaten
BUR Architekten AG

  • Lage des Objekts: St.Urban-Strasse 5a, 6210 Sursee
  • Grundstücksfläche: 25’201 Quadratmeter
  • Geschossfläche: 10’680 Quadratmeter
  • Kosten (BKP 1–9): 45 Millionen Franken
  • Fertigstellung: Juli 2024

Am Rand der Surseer Altstadt, unmittelbar neben der Stadthalle, ist aufgrund der steigenden Schülerzahlen vor bald zwei Jahren ein neues Sekundarschulhaus auf dem Zirkusplatz gebaut worden. Mit dem Projekt entstanden zwölf Klassenräume, Fach- und Nebenräume sowie eine Dreifachturnhalle mit Pausen- und Sportplätzen. Der Entwurf stammt von der BUR Architekten AG. Durch die Setzung des Neubaus zwischen dem grünen Band des Sure-Flusslaufs und einer ehemaligen Remise der Sursee-Triengen-Bahn schuf das Team einen grosszügigen Platz, der zum einen als Zentrum des Schulhauses dient, zum anderen als Freiraum für die Stadt Sursee.

Flexible Nutzung

Das Volumen des neuen Schulhauses gliedert sich in zwei Gebäudeteile sowie einem darüber liegenden, schwebenden Dachgeschoss. Dazwischen liegt eine gedeckte Pausenhalle, die den Pausenplatz im Süden mit dem Allwetterplatz im Norden verbindet. Alle Klassenzimmer sind auf einer Ebene im Dachgeschoss organisiert. Weiter wird der gesamte Raum durch alternierende sheddach-artige Oberlichter und flache Decken gegliedert. Das neue Schulhaus bietet Platz für etwa 250 Schülerinnen und Schüler.

Das Projekt von BUR Architekten wurde im Rahmen des Swiss Arc Award 2025 eingereicht. Weitere Informationen unter: www.swiss-arc.ch

Geschrieben von

Redaktorin Baublatt

Zeichnet, schreibt und kreiert gerne. Themenbereiche: Bauprojekte sowohl international als auch regional, News aus Wissenschaft, Forschung, Technik, Architektur und Design.

E-Mail

Auch interessant

Anzeige

Firmenprofile

Presyn AG

Finden Sie über die neuen Firmenprofile bequem und unkompliziert Kontakte zu Handwerkern und Herstellern.

Reports

construction-report

Die neuen Baublatt Reports

Neben dem Report Baublatt Project Categories (ehem. Baublatt Analyse), bieten wir ab sofort zwei weitere brandneue Reports als Zusatz. Erfahren Sie hier was Baublatt Top Players und Baublatt Regional Projects zu bieten haben – wie gewohnt digital, prägnant und graphisch auf den Punkt gebracht.

Dossier

Spannendes aus Print und Online für Abonnenten
© James Sullivan, unsplash

Spannendes aus Print und Online für Abonnenten

Dieses Dossier enthält die Artikel aus den letzten Baublatt-Ausgaben sowie Geschichten, die exklusiv auf baublatt.ch erscheinen. Dabei geht es unter anderem um die Baukonjunktur, neue Bauverfahren, Erkenntnisse aus der Forschung, aktuelle Bauprojekte oder um besonders interessante Baustellen.

Bauaufträge

Alle Bauaufträge

Newsletter abonnieren

newsico

Mit dem Baublatt-Newsletter erhalten Sie regelmässig relevante, unabhängige News zu aktuellen Themen der Baubranche.