07:01 BAUPROJEKTE

Ein «urban Flow» für die neue Metrolinie in Turin

Geschrieben von: Pascale Boschung (pb)
Teaserbild-Quelle: HISM/ Extraordinary Commissioner Chiaia / v2com

Das niederländische Büro UNS hat sich im Projektwettbewerb für die neue Metro Line 2 in Turin durchgesetzt. Im Zentrum des Entwurfs steht ein «Urban Flow», der die historischen Bewegungsachsen Turins gestalterisch aufgreift und weiterführt.

Siegerprojekt für Bahnhöfe der Metrolinie 2 in Turin

Quelle: HISM/ Extraordinary Commissioner Chiaia / v2com

Visualisierung: So soll sich die Metro Linie 2 in Turin an der San Giovanni Bosco-Station präsentieren.

Gemeinsam mit Partnern wie «Settanta7», Mijksenaar und WSP überzeugte das Team eine international besetzte Jury unter Vorsitz des französischen Architekten Dominique Perrault. Ausschlaggebend für den Zuschlag war gemäss einer Pressemitteilung des Büros UNS insbesondere der Ansatz, die Metrolinie nicht nur als Verkehrsinfrastruktur, sondern als integralen Bestandteil des öffentlichen Raums zu denken.

Der Entwurf von UNS ist inspiriert von der historischen Stadtstruktur von Turin, die seit jeher von «Bewegungsströmen» geprägt ist – etwa durch die Flüsse Po und Dora sowie die charakteristischen Arkadengänge. Diese Logik des Fliessens übersetzt das Büro mittels einem «Urban Flow»-Konzept in eine zeitgenössische Architektursprache, die Kontinuität und Orientierung schaffen und zugleich neue Aufenthaltsqualitäten bieten soll.

Insgesamt sind 32 Stationen entlang der neuen Linie geplant, in einer ersten Phase sollen gemäss Mitteilung zehn Stationen – darunter Mole Giardini, San Giovanni Bosco und Carlo Alberto – realisiert werden. Ein modularer Designansatz soll es dabei ermöglichen, auf unterschiedliche städtebauliche Situationen reagieren zu können, ohne dabei das einheitliche Erscheinungsbild der Bahnhöfe zu verlieren.

Siegerprojekt für Bahnhöfe der Metrolinie 2 in Turin

Quelle: HISM, ©Extraordinary Commissioner Chiaia / v2com

Visualisierung der Mole Giardini Station: Architektonisch soll der Entwurf an die Eigenheiten Turins anknüpfen.

Lokale Bezüge für Bahnhöfe

Das Gestaltungskonzept der neuen Metrolinie basiert laut UNS auf drei Ebenen: einer übergeordneten Netzidentität, die Geometrien, Materialien und Farben definiert, einer Systemidentität, die die Linie als zusammenhängendes Element im Stadtraum sichtbar macht, sowie einer Stationsidentität. Letztere erlaubt es jedem Standort, auf seinen jeweiligen Kontext zu reagieren – etwa durch Kunst, Landschaftsgestaltung und lokale Bezüge.

Auch architektonisch knüpft der Entwurf an die Eigenheiten Turins an. Während robuste Materialien wie Aluminium und Feinsteinzeug auf der oberen Stadtebene zum Einsatz kommen, sollen in den unterirdischen Räumen der Metro eine diffuse Beleuchtung, eine gut lesbare Wegführung und von Terrazzo inspirierte Böden für eine «warme Identität» sorgen, die das Reiseerlebnis weniger stressig macht.  

«Für die neue Turiner U-Bahn-Linie 2 wollten wir mehr als nur ein Transportsystem schaffen. Wir wollten eine neue Verbindung für die ganze Stadt schaffen, die Turins Geschichte und Zukunft direkt miteinander verbindet», sagt Ben van Berkel, Gründer bei UNS. Entscheidend sei dabei, dass die Metro öffentlich gedacht ist: offen, sicher und einladend – mit Stationen und Eingängen, die den Stadtraum erweitern und die Infrastruktur zu einem Teil des gemeinsamen sozialen Raums machen.

Siegerprojekt für Bahnhöfe der Metrolinie 2 in Turin

Quelle: Settanta7, ©Extraordinary Commissioner Chiaia / v2com

Visualisierung der Carlo Alberto Station: Jeder Standort soll durch ein modulares Gestaltungskonzept auf seinen jeweiligen Kontext reagieren können – etwa durch Kunst, Landschaftsgestaltung und lokale Bezüge.

Siegerprojekt für Bahnhöfe der Metrolinie 2 in Turin

Quelle: Settanta7, ©Extraordinary Commissioner Chiaia / v2com

Visualisierung der Carlo Alberto Station: Insgesamt sind 32 Stationen entlang der neuen Linie geplant, in einer ersten Phase sollen zehn Stationen – darunter Mole Giardini, San Giovanni Bosco und Carlo Alberto – realisiert werden.

Siegerprojekt für Bahnhöfe der Metrolinie 2 in Turin

Quelle: HISM, ©Extraordinary Commissioner Chiaia / v2com

Visualisierung: Innenraum der Mole Giardini Station. In den unterirdischen Räumen sollen eine diffuse Beleuchtung, eine gut lesbare Wegführung und von Terrazzo inspirierte Böden für eine «warme Identität» sorgen.

Siegerprojekt für Bahnhöfe der Metrolinie 2 in Turin

Quelle: UNS, ©Extraordinary Commissioner Chiaia / v2com

Visualisierung: Innenraum der Mole Giardini Station. In den unterirdischen Räumen sollen eine diffuse Beleuchtung, eine gut lesbare Wegführung und von Terrazzo inspirierte Böden für eine «warme Identität» sorgen.

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