09:10 BAUPROJEKTE

Diese Bauprojekte beschäftigen den Kanton Graubünden 2022

Geschrieben von: Pascale Boschung (pb)
Teaserbild-Quelle: EWZ

In Medel ist die erste Wind-Solar-Hybridanlage der Schweiz geplant. Derweil plant Andermatt Swiss Alps für 170 Millionen ein neues Resort in Sedrun und in Chur nimmt das Projekt für das neue Hochschulzentrum an Fahrt auf. Eine Übersicht. 

Visualisierung geplante Wind-Solar-Anlage in Medel

Quelle: VBS/DDPS

Visualisierung der Kleinwindenergieanlage mit bifazialen, photovoltaischen Solarblättern.

Erste Wind-Solar-Anlage der Schweiz geplant

Medel – Im Gebiet «La Stadera» oberhalb der Gemeinde Medel soll neben der Mittelstation der ehemaligen militärischen Transportseilbahn die erste alpine Wind-Sonnenanlage der Schweiz entstehen. Armasuisse Immobilien hatte im vergangenen August ein entsprechendes Baugesuch eingereicht. Ziel des Projektes ist es, vorderhand die Eignung einer solchen Hybridanlage zur Gewinnung nachhaltiger Energie im alpinen Raum zu prüfen, wie das Bundesamt für Rüstung mitteilte. Die geplante Anlage besteht aus einer Kleinwindenergieanlage, respektive einem Windrad, das am Fuss mit Solarpanels ausgestattet ist. Das Testsystem soll von Herbst 2023 bis Ende 2024 Daten für eine Auswertung liefern. Sind die Ergebnisse vielversprechend, sollen nach Angaben von Armasuisse schlussendlich neun solcher Hybridanlagen gebaut werden.

www.ar.admin.ch

Weitere Bauprojekte im Kanton Graubünden


Visualisierung Resort Dieni Sedrun Andermatt Swiss Alps

Quelle: PD

Visualisierung: Geplant sind mehrere Hotels, Apartmenthäuser, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Bars, Freizeitangebote und Parkplätze.

Andermatt Swiss Alps plant neues Resort in Sedrun

Sedrun – Die Tourismusbetreiberin Andermatt Swiss Alps (ASA) baut in Sedrun ein neues Resort mit 1800 Betten. Anfang August hat das neu gegründete Tochterunternehmen Dieni Development AG eine entsprechende Baueingabe bei der Bündner Gemeinde Tujetsch eingereicht. Geplant sind mehrere Hotels, Apartmenthäuser, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Bars, Freizeitangebote und Parkplätze, die auf dem Gelände des heutigen Parkplatzes gegenüber der Talstation Dieni der Ski Arena Andermatt-Sedrun entstehen sollen. Die insgesamt 13 Gebäude sollen über 410 Hotelzimmer umfassen, davon 204 Hostel- und 206 Doppel- und Dreibettzimmer. Zusätzlich baut das Unternehmen 119 Ferienapartments, vom Studio bis zur 5,5-Zimmer-Wohnung, die verkauft werden. Insgesamt 170 Millionen Franken investiert die ASA in das Projekt. Mitte August rechneten die Projektverantwortlichen damit, noch im Dezember 2022 die Baubewilligung für das neue Resort zu erhalten.

www.andermatt-swissalps.ch

Weitere Bauprojekte im Kanton Graubünden


Ausbau Stromleitung Pradella La Punt Swissgrid

Quelle: Swissgrid

Ausbau der Höchstspannungsleitung Pradella – La Punt: Montagearbeiten im Zuge der zweiten Bauetappe zwischen Pradella und Zernez.

Engadin erhält eine leistungsstärkere Stromverbindung

Pradella und Zernez – Die rund 50 Kilometer lange Höchstspannungsleitung Pradella – La Punt ist für den Stromtransit und die Versorgungssicherheit im Kanton Graubünden von zentraler Bedeutung. Vor diesem Hintergrund baut Swissgrid für rund 120 Millionen Franken die Leitung durchgängig auf zwei 380 kV-Leitungen aus. Dafür werden auf dem bestehenden Trassee unter anderem mehr als 90 der ins-gesamt 127 Masten ersetzt. Mitte April 2021 starteten in einer ersten Etappe die Montagearbeiten zwischen Zernez und La Punt, die inzwischen abgeschlossen wurden. Aktuell ist die zweite Etappe zwischen Pradella und Zernez im Gang. Dabei werden die Leiterseile eingezogen und die rund 50 bis 80 Meter hohen Masten montiert. Rund 260 000 Schrauben und 5000 Tonnen Stahl werden für die Masten verbaut. In einem 52 Kilometer langen Erdseil, das als Blitzschutz dient, sind ausserdem 7500 Kilometer an Glasfasern für die Kommunikation integriert. Ende Jahr soll die neue Leitung in Betrieb gehen.

www.swissgrid.ch

Weitere Bauprojekte im Kanton Graubünden


Visualisierung Neubau Hauptgebäude Fachhochschule Graubünden

Quelle: PD

Visualisierung des Atriums im neuen Hauptgebäude der Fachhochschule Graubünden.

Neues Hochschulzentrum kostet viele Millionen mehr

Chur – Die Fachhochschule Graubünden (FHGR) ist derzeit auf fünf Standorte und neun Gebäude verteilt. Für einen zeitgemässen Schulbetrieb plant der Kanton in Chur ein neues Fachhochschulzentrum, in dem die Standorte künftig zusammengefasst werden. Das Parlament hatte im Herbst 2018 grünes Licht für den Bau gegeben. Zudem bewilligte der Grosse Rat die Bildung einer Reserve von 90 Millionen Franken. Wie der Kanton Mitte August bekanntgab, kostet der Neubau nun aber unter anderem wegen der Teuerung deutlich mehr als geplant; statt der ursprünglichen 125 bis 130 Millionen wird neu mit Gesamtausgaben von rund 178 Millionen Franken gerechnet. Der Bund soll sich daran mit 27 Millionen beteiligen, der Kanton trägt die restlichen rund 150 Millionen Franken. Das Parlament wird sich nun ein zweites Mal mit dem Hochschulzentrum beschäftigen und voraussichtlich im Oktober über das Detailprojekt befinden. Da das Bauvorhaben dem obligatorischen Finanzreferendum unterliegt, werden die Bündner Stimmberechtigten das letzte Wort haben. Sollten sie zustimmen, könnte der Bau im Herbst 2024 starten und das Gebäude 2028 bezogen werden.

www.gr.ch

Weitere Bauprojekte im Kanton Graubünden


Bauarbeiten Solaranlage auf Staumauer Valle die Lei

Quelle: EWZ

Bau der Solaranlage auf der Staumauer Valle di Lei in der Bündner Gemeinde Ferrera.

Staumauer Valle di Lei erhält Solaranlage

Ferrera – Die Staumauer Valle di Lei der Kraftwerke Hinterrhein AG (KHR) in der Gemeinde Ferrera wird mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Dereinst sollen auf einer Länge von rund 550 Metern über 1000 Solarmodule jährlich rund 380 MWh Strom produzieren. Hinter dem Projekt steht das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ), das mit der neuerlichen Solar-anlage auf knapp 2000 Metern über Meer nun bereits das zweite Projekt dieser Art realisiert; die erste hochalpine Anlage «Solar Albigna» wurde im Juni 2020 auf der gleichnamigen Staumauer in der Bündner Gemeinde Bregaglia installiert. Die Kosten von rund 800 000 Franken für die Anlage in Ferrera übernimmt als Eigentümerin vollumfänglich das EWZ. Die Bauarbeiten am Stausee Lago di Lei sind Mitte Juli 2022 gestartet. Die Inbetriebnahme soll nach Angaben des EKZ in diesen Tagen erfolgen.

www.ewz.ch

Weitere Bauprojekte im Kanton Graubünden


Geschrieben von

Redaktorin Baublatt

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