Aargauer Regierung beantragt 77 Millionen für Zentrum Liebegg
Der Aargauer Regierungsrat hat beim Grossen Rat Kredite von insgesamt rund 77 Millionen Franken beantragt. Mit dem Geld sollen das Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg in Gränichen umgebaut und erweitert sowie dessen Energieversorgung erneuert werden.
Quelle: OVI Images GmbH, Baden
Visualisierung: So soll sich das Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg dereinst präsentieren.
Der grössere Kredit von knapp 70 Millionen Franken ist für den Umbau und die Erweiterung des Landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg (LZL) vorgesehen, wie der Regierungsrat in seiner am Freitag veröffentlichten Botschaft an den Grossen Rat schrieb. Weitere knapp 7 Millionen Franken soll die Erneuerung der Wärme- und Stromversorgung auf dem Areal kosten.
Eine umfassende Sanierung sei dringend nötig. Die Gebäude des Zentrums stammten mehrheitlich aus den 1950er-Jahren und seien für maximal 250 Lernende ausgelegt worden. In den vergangenen Jahren seien es aber regelmässig über 400 Schülerinnen und Schüler gewesen. Die Mensa habe ihre Kapazitätsgrenze überschritten, weshalb seit fünf Jahren in einem Zelt gegessen werde, hiess es.
Mehrzweckgebäude wird rückgebaut
Geplant ist der Abbruch des heutigen Mehrzweckgebäudes. An seiner Stelle soll ein vierstöckiger Schulhausneubau entstehen. Das bestehende Hauptgebäude soll gemäss Mitteilung erneuert und weiterhin für Unterricht, Verwaltung, Verpflegung und Unterkunft genutzt werden.
Der bestehende Milchviehstall soll einem Neubau weichen. Dieser soll einen hohen Automatisierungsgrad aufweisen und die Ammoniakemissionen reduzieren. Zudem soll das alte Melkerhaus «Liebegg 7» saniert und als künftiges Betriebsleiterhaus in die Gesamtentwicklung einbezogen werden; die Baubewilligung dafür liegt laut Mitteilung bereits vor.
Mit dem zweiten Kredit soll die gesamte Energieinfrastruktur des Areals erneuert werden. Die drei überalterten Heizanlagen sollen durch eine zentrale Hackschnitzelheizung ersetzt werden. Zudem ist ein arealeigenes Stromnetz mit Photovoltaikanlagen und einem zentralen Stromspeicher vorgesehen.
Quelle: OVI Images GmbH, Baden
Visualisierung: So soll sich das Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg dereinst präsentieren.
Mehrjähriger Planungsprozess
Grundlage für das Projekt bildet eine 2022 erstellte Machbarkeitsstudie. Gestützt darauf bewilligte der Regierungsrat 2023 einen Planungskredit von 1,97 Millionen Franken für die Gesamtsanierung des LZL. Das Generalplanerteam ARGE Schneider & Schneider/Kollektiv Marudo gewann in der Folge das Auswahlverfahren und entwickelte ein Vorprojekt.
Der Grosse Rat sprach im August 2025 einstimmig einen Projektierungskredit von 9,17 Millionen Franken. Am 30. Juni 2026 reichte der Kanton bei der Gemeinde Gränichen das Baugesuch für das Projekt «FutureLIEBEGG» ein. Die Kreditentscheide des Grossen Rats sind gemäss Mitteilung für das 1. Quartal 2027 geplant, die Bauphase soll von Sommer 2027 bis Herbst 2031 dauern. (sda/mgt/pb)