Sanierung Basler Rosental-Areal kostet 68 Millionen Franken
Zwar gilt das vom Kanton Basel-Stadt erworbene Rosental-Areal rechtlich nicht als sanierungsbedürftig, bei der laufenden Umgestaltung zum Stadtquartier fallen dennoch Kosten von bisher rund 68 Millionen Franken für die Bodensanierung an. Dies geht aus einer heute publizierten Antwort der Regierung auf eine Anfrage hervor.
Das Rosental-Areal in Kleinbasel gilt als Wiege der Basler Chemie: Ab 1858 befand sich hier der Stammsitz der späteren J.R. Geigy AG, die hier1862 ihre erste Farbfabrik in Betrieb nahm und später hier auch Agro - und Pharmawirkstoffe herstellte - im Zuge dessen wuchs das Areal und veränderte sich laufend - und schliesslich mit der Ciba zur Ciba-Geigy AG fusionieren sollte.
Mittlerweile befindet sich die geschichtsträchtige Immobilie im Besitz des Kantons Basel-Stadt, der das einstige Industrieareal zum neuen Stadtquartier weiterentwickelt. Es soll dereinst bis zu 1000 neue Wohnungen und Raum für 3000 bis 5000 zusätzliche Arbeitsplätze bieten. Dazu muss es allerdings saniert werden. Ist es doch während über 150 lang industriell und chemisch genutzt worden und im kantonalen Kataster der belasteten Standorte eingetragen.
Weil es jedoch nicht als sanierungsbedürftig eingestuft ist, greift das Verursacherprinzip gemäss Umweltschutzgesetz nicht formell: Die Kosten für die Entsorgung von belastetem Material würden üblicherweise im Verkaufspreis berücksichtigt und somit von der neuen Eigentümerschaft getragen. Wie die Regierung in ihrer Antwort auf die schriftliche Anfrage von Grossrätin Franziska Stier (Basta) schreibt, deuten die festgestellten Belastungen auf die frühere Produktion von Farbstoffen hin. Im November 2023 hatte der Kanton bekanntgegeben, dass auf dem Areal verschiedene Schadstoffe im Boden entdeckt worden sind – darunter auch geringe Mengen Benzidin.
Keine Prognose für Gesamtkosten für künftige Bauprojekte möglich
Allein für das Baufeld A rechnet die Regierung mit Kosten von 68 Millionen Franken, wie ihrer Antwort weiter zu entnehmen ist. Davon entfallen rund 29 Millionen Franken auf erhöhte Sicherheitsanforderungen: Etwa auf den Rückbau in einer Einhausung mit Unterdruck sowie der Einsatz von Schutzanzügen. Eine Prognose für die Gesamtkosten künftiger Bauprojekte auf dem Areal sei nicht möglich, hiess es weiter. Da auf dem Baufeld A die meisten Bodenverunreinigungen zu erwarten waren, dürfte ein Grossteil des verunreinigten Aushubs entfernt sein.
Die Regierung bestätigte, dass im Jahr 2023 für 37 Benzidin- und Anilinverbindungen neue Konzentrationswerte hergeleitet worden sind. Dies sei jedoch vorsorglich geschehen, um Aushubmaterial beurteilen und entsorgen zu können. Die Annahme, die Werte seien wegen Funden im Grundwasser festgelegt worden, treffe nicht zu. Bei den bisherigen Untersuchungen sind laut Regierung hat man weder die gesetzlichen noch die neu hergeleiteten Grenzwerte überschritten. (mai/sda)