11:09 BAUPRAXIS

Pfahlbausiedlung bei Hotel Rigi Royal in Immensee entdeckt

Teaserbild-Quelle: Gemeinfrei

Bei Aushubarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Hotels Rigi Royal in Immensee SZ sind Reste einer jungsteinzeitlichen Pfahlbausiedlung entdeckt worden. Der Bezirk Küssnacht hat aus diesem Grund einen Baustopp verfügt.

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Quelle: Staatsarchiv Schwyz

Eine Flugaufnahme von 1956 zeigt: Topografisch hat sich der Raum Küssnacht zu allen Zeiten gut für Besiedlung geeignet. Die Lage ist geprägt vom schmalen Landübergang zwischen Zuger- (hinten) und Vierwaldstättersee (vorne).

Das Amt für Kultur habe für die anstehenden Abklärungen Spezialisten im Bereich Feuchtbodenarchäologie beigezogen, wie das Schwyzer Bildungsdepartement am Donnerstag mitteilte. Die Funde aus der späten Jungsteinzeit traten bei Aushubarbeiten am Dorfplatz in Immensee zu Tage. Derzeit sind Abklärungen zu dessen Bedeutung, Lage und Umfang im Gange.

Unter anderem soll geklärt werden, ob und in welchem Umfang Ausgrabungen nötig werden. Die eigentlichen Bauarbeiten an Fundament und Bohrpfahlwänden laufen laut Mitteilung parallel dazu in Begleitung von Archäologen und dem Amt für Kultur weiter. Die archäologisch relevanten Schichten seien zum Schutz abgedeckt worden.

Erste Funde würden auf gut erhaltene Reste aus dem späten vierten Jahrtausend v. Chr. hinweisen, wie das Bildungsdepartement weiter mitteilte. Nach Abschluss der archäologischen Arbeiten wie Dokumentation, Fundbergung und –konservierung, können die Bauarbeiten am Projekt planmässig fortgesetzt werden. Behörden, Spezialisten und involvierte Parteien des Projekts hätten sich für ein koordiniertes Vorgehen getroffen und abgesprochen.

5000 Jahre alte Pfahlbausiedlung

Sofern sich die ersten Einschätzungen bestätigen, handelt es sich beim Fund um die erste bekannte neolithische Pfahlbausiedlung im inneren Kantonsteil. Die Siedlung dürfte rund 5000 Jahre alt sein, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

Im Kanton Schwyz sind bis heute insgesamt zehn Pfahlbaufundestellen am oberen Zürich- und am Obersee bekannt. Darunter befinden sich auch europaweit einzigartige Stege und Brückenübergänge nördlich der Hurdener Landzunge sowie die Pfahlbaufundstelle «Hurden Seefeld». Letztere wurde 2011 zusammen mit weiteren Schweizer und europäischen Pfahlfundstellen zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt. (mgt/pb)

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