08:00 BAUPRAXIS

Monographie zum Kloster Baldegg: Das Bauhaus als Kloster

Geschrieben von: Robert Mehl (rm)
Teaserbild-Quelle: Jürgen Beck

Das zu Unrecht kaum bekannte, in den 1970er Jahren fertig gestellte Kloster Baldegg bei Luzern ist ein Spätwerk des grossen Bauhaus-Architekten Marcel Breuer. Nun ist im Verlag Scheidegger & Spiess eine umfassende 360-seitige, reich bebilderte Monographie erschienen, in der zahlreiche Projektbeteiligte ihre Erinnerungen lebhaft schildern.

Kloster-Baldegg_p18-19_Kapelle_web

Quelle: Jürgen Beck

Innenansicht der Kapelle. Auch hier gut zu erkennen die bodenhohe EG-Verglasung und die um 45° verdrehte Kassettierung der Decke sowie die darin integrierte Festverglasung.

Mit ihren knapp 200 Nonnen, die jedoch über die ganze Welt verteilt sind, zählen die Baldegger Schwestern heute mit zu den grössten Kongregationen der katholischen Kirche. Sie wurde am 2. Februar 1830 von sieben leiblichen Schwestern gegründet, die ihre Mission darin sahen, vor allem Mädchen mit einem bäuerlichen Hintergrund schulisch zu unterrichten und diesen eine hauswirtschaftliche Ausbildung zu geben. Die Wirren um den innerhalb der Schweiz ausgetragenen Sonderbundskrieg von 1847 führten zur zweimaligen Aufhebung der damals noch jungen Glaubensgemeinschaft, die von Anfang an im Schloss Baldegg im Luzerner Seetal untergebracht war.

1963, zum Zeitpunkt seiner maximalen Grösse, zählte das Kloster Baldegg schliesslich 1'015 Schwestern. Entsprechend waren die Schwestern sehr beengt in Schlafsälen untergebracht. Vor diesem Hintergrund gab es 1963 erste Überlegungen hinsichtlich einer Erweiterung oder einem alternativen Neubau. Zunächst wurde ein Schlossanbau favorisiert. Da jedoch die Schwestern an dem bisherigen Standort keine Möglichkeit sahen, das erforderliche Raumprogramm unterzubringen, entschieden sie sich für den Standort Sonnhalde – eine der Klostergemeinschaft gehörende, landwirtschaftlich genutzte Erhebung jenseits der am Schloss Baldegg vorbeilaufenden Landstrasse.

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