Monographie zum Kloster Baldegg: Das Bauhaus als Kloster
Das zu Unrecht kaum bekannte, in den 1970er
Jahren fertig gestellte Kloster Baldegg bei Luzern ist ein Spätwerk des grossen
Bauhaus-Architekten Marcel Breuer. Nun ist im Verlag Scheidegger & Spiess
eine umfassende 360-seitige, reich bebilderte Monographie erschienen, in der zahlreiche
Projektbeteiligte ihre Erinnerungen lebhaft schildern.
Quelle: Jürgen Beck
Innenansicht der Kapelle. Auch hier gut zu erkennen die bodenhohe EG-Verglasung und die um 45° verdrehte Kassettierung der Decke sowie die darin integrierte Festverglasung.
Mit ihren knapp 200 Nonnen, die jedoch über
die ganze Welt verteilt sind, zählen die Baldegger Schwestern heute mit zu den
grössten Kongregationen der katholischen Kirche. Sie wurde am 2. Februar 1830 von
sieben leiblichen Schwestern gegründet, die ihre Mission darin sahen, vor allem
Mädchen mit einem bäuerlichen Hintergrund schulisch zu unterrichten und diesen
eine hauswirtschaftliche Ausbildung zu geben. Die Wirren um den innerhalb der
Schweiz ausgetragenen Sonderbundskrieg von 1847 führten zur zweimaligen
Aufhebung der damals noch jungen Glaubensgemeinschaft, die von Anfang an im
Schloss Baldegg im Luzerner Seetal untergebracht war.
1963, zum Zeitpunkt seiner maximalen Grösse,
zählte das Kloster Baldegg schliesslich 1'015 Schwestern. Entsprechend waren die
Schwestern sehr beengt in Schlafsälen untergebracht. Vor diesem Hintergrund gab
es 1963 erste Überlegungen hinsichtlich einer Erweiterung oder einem
alternativen Neubau. Zunächst wurde ein Schlossanbau favorisiert. Da jedoch die
Schwestern an dem bisherigen Standort keine Möglichkeit sahen, das
erforderliche Raumprogramm unterzubringen, entschieden sie sich für den
Standort Sonnhalde – eine der Klostergemeinschaft gehörende, landwirtschaftlich
genutzte Erhebung jenseits der am Schloss Baldegg vorbeilaufenden Landstrasse.
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